Bosch hat sein Wachstumsziel übertroffen
Der Technologiekonzern Bosch hat pünktlich zu seinem 125. Jubiläum einen neuen Umsatzrekord eingefahren und beschäftigt so viele Mitarbeiter wie nie zuvor.

Franz Fehrenbach: Bosch konnte im vergangenen Jahr eine der höchsten Wachstumsraten seit dem Jahr 2000 erzielen. - Bild: Bosch
Nach vorläufigen Zahlen erzielte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 51,4 Milliarden Euro. Nach 47,3 Milliarden Euro im Vorjahr 2010 legten die Erlöse um 8,8 Prozent zu. Damit erreichte Bosch seine im Herbst leicht nach unten revidierte Wachstumsvorgabe von “nahezu zehn Prozent”.
“Wir konnten im Jubiläumsjahr kräftig wachsen – und das trotz einschneidender Ereignisse wie der Staatsschulden- und Eurokrise sowie der Naturkatastrophe in Japan mit ihren dramatischen Folgen”, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach in Stuttgart. Das Unternehmen erzielte damit eine der höchsten Wachstumsraten seit dem Jahr 2000.
Kostspielige Anschubinvestitionen belasten Ergebnis
Auf dem noch jungen Geschäftsfeld der alternativen Energien musste das in aller Welt für Zündkerzen, Bohrmaschinen und Haushaltsgeräte bekannte Unternehmen jedoch empfindliche Dämpfer einstecken. Schuld daran sind kostspielige Anschubinvestitionen.
Daher stehe der Allzeit-Bestmarke von 51,4 Milliarden Euro Umsatz für die Bosch-Gruppe aus dem Jahr 2011 ein merklich geschmälerter Vorsteuergewinn gegenüber, sagte Fehrenbach.
“Die Sonderbelastungen resultieren aus den hohen Vorleistungen für Zukunftsfelder wie die Elektromobilität oder erneuerbare Energien, die sich erst langfristig auszahlen werden”, berichtete der Manager. Als weltgrößter Autozulieferer will Bosch schon seit längerem die Abhängigkeit vom Kfz-Bereich verringern und setzt etwa verstärkt auf Sonnenenergie. Dieser Kraftakt ist nun auch in der Bilanz ablesbar.
Das selbstgesteckte Renditeziel wurde klar verfehlt
Das selbst gesteckte Ziel einer Vorsteuer-Rendite von sieben bis acht Prozent sei diesmal jedoch klar verfehlt worden. Fehrenbach nannte rund fünf Prozent als Ist-Wert. Das wären 2,57 Milliarden Euro operativer Gewinn – ein Ergebnis klar unter dem Vorjahreswert von 3,5 Milliarden Euro. Über Details und die Höhe des Überschusses informiert Bosch erst im Frühjahr.
Keine Rezession der Weltwirtschaft erwartet
Bosch geht für 2012 von einer weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft aus, erwartet jedoch keine globale Rezession. Nach voraussichtlich 3,2 Prozent im Jahr 2011 rechnet das Unternehmen 2012 mit einem weltweiten Wachstum von rund 2,5 Prozent.
Mit Blick auf Europa sagte Fehrenbach: “Ob es zu einer Stagnation oder gar zu einer Rezession kommt, hängt im Wesentlichen von der raschen und konsequenten Umsetzung der erforderlichen Reformen in der Eurozone ab.”
Vor diesem Hintergrund erwartet die Bosch-Gruppe ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent. Starke Impulse sollen aus Asien-Pazifik kommen. Aber auch in Nord- und Südamerika sieht das Unternehmen weitere Wachstumschancen. Die Mitarbeiterzahl soll weltweit steigen und in Deutschland weitgehend konstant bleiben.
Mit dem Rekordwert von 303.200 Mitarbeitern beschäftigte Bosch zum Stichtag 1. Januar 2012 fast 20.000 Menschen mehr als vor einem Jahr.
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dpa-AFX/kru






