Ford muss Gewinnrückgang hinnehmen
Einem Medienbericht zufolge verzeichnet der US-Autobauer Ford im vierten Quartal des Vorjahres deutlich sinkende Erträge. Daran ist nicht nur die schwache Konjunktur schuld.

Alan Mulally: Hohe Materialkosten sowie Verluste in Europa und Asien verschaffen Ford einen Gewinnrückgang. - Bild: Ford
Wie das “Handelsblatt” (Freitag) berichtet, wies der Konzern am Freitag vor US-Börsenbeginn für das vierte Quartal einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar aus, etwa 200 Millionen Dollar weniger als vor Jahresfrist.
Hohe Materialkosten sowie Verluste in Europa und Asien haben dem zweitgrößten US-Autobauer Ford diesen Gewinnrückgang eingebrockt. Europa bleibt weiter das Sorgenkind, hier hat sich der Vorsteuerverlust nahezu vervierfacht.
Und wieder einmal mussten die heimischen Käufer für Ford die Kohlen aus dem Feuer holen. Die Verkäufe in Nordamerika stiegen deutlich an, was die Kasse klingeln ließ. Dank dessen konnte Ford den Umsatz um sechs Prozent auf 34,6 Milliarden Dollar steigern.
Nur der Heimatmarkt beschert Ford einen satten Gewinn
Pro Aktie verdiente Ford mit 20 Cent fünf Cent weniger als von Analysten im Schnitt erwartet. Die Ford-Aktie verlor vorbörslich knapp fünf Prozent. Der Nettogewinn stieg zwar fulminant von 190 Millionen auf 13,6 Milliarden Dollar. Darin waren wegen einer Änderung in der Rechnungslegung Einmal-Posten von 12,4 Milliarden Dollar enthalten.
Mulallys Bilanz war zuletzt eindrucksvoll, bekommt durch die aktuellen Zahlen aber womöglich einen Kratzer: Zehn Quartale hintereinander schaffte Ford einen Gewinn. Mit 1,65 Milliarden Dollar erzielte das Unternehmen im dritten Quartal sogar den zweitbesten Profit in der 108-jährigen Firmengeschichte.
Doch hat Mulally nicht alle Probleme gelöst. In Asien ist der Konzern schwach, das Europa-Geschäft schrieb wegen hoher Materialpreise zuletzt rote Zahlen. Mulally verspricht, dass Europa 2011 Gewinne erzielt. Dennoch reicht es nicht für einen Spitzenplatz.
Mulally blickt trotzdem zuversichtlich in die Zukunft
Doch der Ford-Chef zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis und blickt zuversichtlich in die Zukunft. “Trotz äußerer Unsicherheiten, erlauben uns die Aktivitäten in Nordamerika sowie die Ford Bank, auch künftig zu investieren und herausragende Produkte zu entwickeln”, sagte er.
Mulallys Ziel ist es, Ford in die Topliga der Autobauer zu führen. Die Verkäufe sollen bis 2015 auf rund acht Millionen Autos jährlich steigen. Vor allem in den Schwellenländern Asiens will das Unternehmen zulegen. Das ist eine Kampfansage an das Führungstrio Toyota, General Motors und Volkswagen. Die drei Autoriesen schlagen dort einen guten Teil ihrer Fahrzeuge los. Ford, so erklärte das Management, sei auf gutem Wege, sein Ziel zu erreichen.
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Handelsblatt/dpa/kru






