Gericht nennt Klagetermin gegen Porsche-Holding

26.01.2012, 18:27 Uhr

In der Klageflut gegen die Porsche-Holding hat das Landgericht Braunschweig den ersten Verhandlungstermin festgelegt.

Wendelin Wiedeking

Auch Ex-Porsche-Chef Wiedeking ist nach wie vor im Visier der Strafverfolger. - Bild: dpa

Demnach werden sich Anlegerschützer und die Dachgesellschaft des Stuttgarter Sportwagenbauers am 27. Juni vor der zuständigen Zivilkammer begegnen, wie die Behörde am Donnerstag in Braunschweig mitteilte. Dort laufen insgesamt vier Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE.

Der Standort fern der schwäbischen Porsche-Heimat hängt mit den Vorwürfen der Kläger zusammen: Sie behaupten, dass bei Porsches gescheitertem Übernahmeversuch beim Autobauer Volkswagen mit Sitz in Wolfsburg Informationspflichten verletzt worden seien. Das soll Anlegern einen Millionenschaden beschert haben. Das Braunschweiger Gericht ist aber nicht generell zuständig, entschieden über den jeweiligen Standort für Verhandlungen wird im Einzelfall.

Laut Landgericht summieren sich die vier Schadenersatzansprüche auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Bei einer der vier Klagen richten sich die Vorwürfe neben der Porsche-Holding auch gegen die Volkswagen AG. Eine andere zielt neben Porsche auch auf eine Bank aus Frankfurt. In diesem Verfahren steht nun der Termin Ende Juni, es geht dabei um die zweitniedrigste Forderung: rund 3,1 Millionen Euro. Bei den übrigen drei Verfahren sei noch nicht absehbar, wann das Gericht sich mit der Terminfrage für die mündliche Verhandlung befassen wird.

Auch Ex-Porsche-Chef Wiedeking ist nach wie vor im Visier der Strafverfolger

Die einstige Übernahmeschlacht der beiden Autobauer – die heute Partner sind – hatte enorme Kursturbulenzen ausgelöst. Viele Anleger wetteten während dieser Zeit mit sogenannten Leerverkäufen auf einen sinkenden VW-Kurs. Dafür verkauften zu einem bestimmten Zeitpunkt VW-Aktien, die sie zunächst noch gar nicht besaßen, sondern sich nur geliehen haben. Die Idee dahinter: Sie könnten die Aktien zu einem niedrigeren Kurs kaufen und würden dann an der Differenz verdienen. Die Rechnung ging nicht auf, weil die Kurse geradezu explodierten – zeitweise über die Marke von 1.000 Euro. Weil die Anleger sich zur Lieferung der Aktien verpflichtet hatten, mussten sie sich zu ruinösen Preisen mit den Papieren eindecken. Sie argumentieren nun, ihnen seien Informationen vorenthalten worden.

Neben den Verfahren in Braunschweig laufen gegen die Porsche SE auch juristische Auseinandersetzungen in den USA. Stuttgart ist ebenfalls Schauplatz von Streitigkeiten vor Gericht, außerdem ermittelt die dortige Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Porsche-Manager wie Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking.

Die Flut an juristischen Risiken lähmt derzeit auch die Pläne von Porsche und VW, einen gemeinsamen Automobilkonzern zu formen. Bei einer Fusion müsste VW später womöglich für die Altlasten der Porsche SE geradestehen.

Alle Beiträge zum Stichwort Porsche

dpa/kru

 

 

Anzeige

 

Artikel aus dem Archiv

Illustration Investmentfonds klagen erneut gegen Porsche wegen VW Sieben Investmentfonds wollen mit einer neuen Klage gegen den Autobauer Porsche Schadensersatzansprüche in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro geltend machen.  [weiter...]
Illustration Porsche-Holding fährt auf Wachstumskurs Porsche hat im Auftaktquartal einen satten Gewinn eingefahren und seine Schulden deutlich verringert. Die Holding konnte einen satten Überschuß erwirtschaften.  [weiter...]
Illustration Milliardenklage bei Porsche-Holding eingetroffen Eine neue milliardenschwere Schadenersatzklage von Anlegern gegen Porsche und Volkswagen liegt nun offiziell auf dem Tisch.  [weiter...]
Illustration Porsche-Holding sucht Vergleich Einem Medienbericht zufolge sucht die Porsche Holding offenbar den Vergleich mit den klagenden US-Fonds.  [weiter...]
 

Anzeige


 

Anzeige

AKTUELL sidebarTabs


• Alle Meldungen finden Sie im Archiv

AKTIE IM FOKUS sidebarTabs


• Alle Aktienmeldungen finden Sie im Archiv

MEDIA sidebarTabs

Volkswagen stellt neues Cross Coupe vor


Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen präsentierte auf der Tokyo Motor Show 2011 eine Studie namens Cross Coupé. Den Beitrag und den Spot finden Sie hier!

AUTOMOBIL PRODUKTION Ausgabe 5/2012

Die Ausgabe 5/2012 erscheint am 24. Mai 2012.
Inhalt der aktuellen Ausgabe
AUTOMOBIL PRODUKTION abonnieren

AUTOMOBIL PRODUKTION Newsletter

Das Wichtigste immer im Blick: Der tägliche AUTOMOBIL PRODUKTION Newsletter hält Sie per E-Mail auf dem Laufenden.
 

AUTOMOBIL PRODUKTION Services

 

firstindex


Mit First Index nutzen Zulieferer aus der Fertigungsindustrie ihre Kapazitäten besser, erweitern ihre Kundenbasis und erhalten mehr passende und rentablere Aufträge.
• Hier erfahren Sie mehr...

Auto Testberichte und Erfahrungsberichte

autoplenum.de

autoplenum.de
bietet ihnen umfangreiche VW-Test und Erfahrungsberichte an, die exklusiv von VW-Fahrern geschrieben wurden. mehr...