Schwache Europa-Nachfrage belastet Absatz von Peugeot Citroen
Die starke Abhängigkeit vom schwächelnden europäischen Markt macht dem größten französischen Autohersteller Peugeot Citroen zu schaffen.

Frederic Saint-Geours: Die sinkende Nachfrage hat in Europa mit zu einem Preiskampf der Hersteller geführt. - Bild: PSA
Der Absatz ging im vergangenen Jahr zurück. 2011 verkaufte das Unternehmen mit 3,5 Millionen Autos 1,5 Prozent weniger als noch 2010. In Europa entschieden sich 6,1 Prozent weniger Kunden für ein Auto aus dem Hause Peugeot Citroen.
Zuwächse verzeichnete das Unternehmen dagegen in den Schwellenländern. In Lateinamerika stieg der Absatz um 11 Prozent, in China um 7,7 Prozent und in Russland um 35 Prozent.
Zuwächse nur in den Schwellenländern
Die Abhängigkeit von Europa soll sich ändern, nicht zuletzt weil die Franzosen für das kommende Jahr hier erneut Einbußen erwarten. Entfallen auf die außereuropäischen Märkte derzeit noch rund 39 Prozent des Absatzes, will der Konzern bis 2015 die Hälfte aller Autos außerhalb Europas verkaufen, 2020 sollen es schon zwei Drittel sein.
Die sinkende Nachfrage habe in Europa mit zu einem Preiskampf der Hersteller geführt, sagte Frederic Saint-Geours, Markenchef von Peugeot und Citroen in einem Radiointerview. Mit neuen Modellen wolle man versuchen, die Marge stabil zu halten.
Im Dezember hatte der Vorstandsvorsitzende der PSA Peugeot Citroen SA bereits gewarnt, dass die Verluste im Automobilgeschäft in der zweiten Jahreshälfte den operativen Gewinn der ersten sechs Monate von 405 Millionen Euro mehr als aufgezehrt haben. Im Oktober hatte er schon davon gesprochen, dass ein harter Preiskampf und Überkapazitäten in Europa tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen würden.
Kooperationen als Wachstumsoption
Eine Option, wieder in die Spur zu kommen, sieht Markenchef Saint-Geours in einer tiefergehenden Kooperation mit anderen Herstellern. “Wir wollen die Möglichkeit von Allianzen nicht ausschließen”, sagte der Manager. Konkrete Gespräche gebe es aber noch nicht.
Er legt drei Kriterien zugrunde, die ein solches Bündnis erfüllen muss. Es muss in die Strategie des Unternehmens passen, es muss Synergien erwirtschaften und es darf die Unabhängigkeit und die finanzielle Situation des Unternehmens nicht gefährden. “Wir sind offen, wenn diese Bedingungen erfüllt werden”.
Diese Woche hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne auf der Automesse in Detroit davon gesprochen, sich mit einem weiteren Volumenhersteller zusammenzutun. Am Rande der Messe hatte er sich mit dem PSA-Vorstandsvorsitzenden Varin getroffen, was von Beobachtern als eine sich anbahnende Partnerschaft interpretiert wurde.
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Dow Jones Newswires/kru





