Analysten erwarten schwieriges Jahr für MAN
Nach einem unspektakulär erwarteten Jahresausklang stellt sich bei MAN vor allem die Frage: Wie geht es weiter?

Pachta-Reyhofen: Kunden könnten mit den Elektro-Lkw auch deutlich weniger transportieren. Der Verkehr auf unseren Straßen würde zunehmen. - Bild: MAN
Im vergangenen Jahr hat sich der Münchner Dax-Konzern aus dem tiefen Krisental gearbeitet. Der Dauerstreit um die frühere Dienstleistungstochter Ferrostaal wurde beigelegt und der schon lange erwartete Durchgriff des Mehrheitsaktionärs Volkswagen ist erfolgt.
Wie wird sich die neue Lkw-Allianz gestalten?
Noch unklar ist nun aber, wie die neue Lkw-Allianz von MAN, der schwedischen VW-Tochter Scania und dem Mehrheitseigner beider Unternehmen, Volkswagen, ausgestaltet wird. Zudem nimmt die Unsicherheit über die Entwicklung der Märkte zu.
Die schwedischen Lastwagenbauer Volvo und Scania fahren schon die Produktion zurück, um der schwächeren Nachfrage zu begegnen. Vor allem auf dem von Schuldenkrisen belasteten europäischen Markt wird eine neuerliche Schwäche erwartet. Aber auch der in den letzten Jahren stark boomende brasilianische Markt dürfte wegen strengerer Abgasgesetze einen ordentlichen Dämpfer bekommen.
Geschäftsjahr 2011 mit Gewinnanstieg
Das Schlussquartal 2011 dürfte nach Meinung der von der Finanz-Nachrichtenagentur befragten Analysten noch einmal solide verlaufen sein. Die neun Experten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg der Erlöse von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 4,38 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis dürfte bei 392 Millionen Euro herauskommen, nach 307 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Wegen der Ferrostaal-Einigung klaffen die Schätzungen beim Nettoergebnis weit auseinander. Wer die Belastungen mit einbezieht – MAN kauft die frühere Tochter zunächst zurück, um sie dann weiterzureichen – sieht den Konzern ins Minus rutschen.
Für das Gesamtjahr steht aber voraussichtlich ein Gewinn von mehr als einer Milliarde in der Bilanz. Die Erlöse dürften der Konsensschätzung zufolge 2011 auf 16,38 Milliarden Euro geklettert sein und würden damit einen Bestwert erreichen. Auf operativer Ebene dürfte der Konzern, der neben Lastwagen und Bussen auch Dieselmotoren und Turbomaschinen herstellt, fast 1,5 Milliarden Euro verdient haben, damit aber unter dem bisherigen Rekordjahr 2008 bleiben.
Analysten erwarten Gewinneinbruch für 2012
MAN will die Zahlen für das vergangene Jahr am 14. Februar vorlegen. Dabei erwartet Analyst Jochen Gehrke von der Deutschen Bank aber keine Überraschungen. Ihn interessiert vor allem die Prognose für das laufende Jahr. Gehrke selbst rechnet mit einem Umsatzrückgang von sieben Prozent und einem überdurchschnittlichen Gewinneinbruch.
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dpa-AFX/kru





