Daimler will wachsen – außer beim Gewinn

09.02.2012, 15:17 Uhr

Der Automobilkonzern Daimler richtet sich nach dem Rekordjahr 2011 trotz der schwierigen Wirtschaftslage auf weiteres Wachstum ein.

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Der Autobauer will in den kommenden Jahren massiv investieren. - Bild: Daimler

Die Verkäufe von Autos und Lkw sollen deutlich zulegen und mit ihnen der Umsatz. Der Gewinn wird dagegen nicht Schritt halten können sondern stagnieren. Daimler werde 2012 massiv in neue Produkte, Technologien und Märkte investieren, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. “Das wird sich mittelfristig positiv auswirken, aber in diesem Jahr eine gewisse Belastung mit sich bringen”. Der operative Gewinn werde daher wohl auf dem Vorjahresniveau liegen.

Finanzchef Bodo Uebber rechnete vor, dass Daimler in diesem und dem nächsten Jahr Sachinvestitionen von rund 10,5 Milliarden Euro plant. Weitere knapp 11 Milliarden Euro sollen außerdem in die Forschungsabteilung gepumpt werden. Mit einer Produktoffensive will Daimler die Pkw-Tochter Mercedes-Benz bis 2020 zurück an die Spitze im Luxusautosegment führen. Alleine 2012 sollen sechs neue Modelle auf den Markt kommen, bis 2015 sollen es zehn sein.

Um näher am Kunden zu sein und sich auf natürliche Weise gegen Wechselkursschwankungen abzusichern, baut Daimler momentan das Pkw-Werk in Tuscaloosa in den USA aus, plant dort eine gemeinsame Motorenfertigung mit Partner Nissan und erweitert die Kapazitäten in China. Alleine in diese beiden wichtigen Märkte steckt Daimler in den nächsten Jahren rund 5 Milliarden US-Dollar.

Fertigung auserhalb Europas

Laut Vorstandschef Zetsche könnte irgendwann auch die Fertigung anderer Komponenten, zum Beispiel von Getrieben, außerhalb Europas eine interessante Option sein. Um die Transportkosten, Zölle und vor allem die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen abzufedern, setzen viele Autohersteller zunehmend auf Vor-Ort-Produktionen in den wichtigsten Absatzmärkten. Denn wenn Autos und Komponenten überwiegend in Europa hergestellt werden, fallen die Kosten vornehmlich in Euro an. Werden die Autos dann aber im außereuropäischen Ausland verkauft, schlagen Veränderungen von US-Dollar, Renminbi und Britischem Pfund auf die Bilanz durch.

“Wir haben noch Luft nach oben”, sagte Zetsche. “Der direkte Vergleich mit unseren Wettbewerbern zeigt: Einige schöpfen bereits aus, was wir noch heben müssen”. Man dürfe den Rückstand nicht überbewerten, schließlich habe Daimler eine Schwächephase im Produktlebenszyklus hinter sich. “Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen – und wir haben es mehr als erreicht”, sagte der zufriedene Vorstandschef. Das vergangene Jahr sei für Daimler ein Erfolgsjahr gewesen.

Das Jahr 2012 bezeichnete Zetsche als Übergangsjahr. “Jetzt arbeiten wir mit allen Kräften daran, diesen Erfolg fortzusetzen und wie geplant die Zielrenditen ab dem Jahr 2013 nachhaltig zu erreichen”. Ab dem kommenden Jahr soll eine Pkw-Marge von 10 Prozent und eine Truck-Rendite von 8 Prozent erwirtschaftet werden. 2011 sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht worden, sagte Finanzchef Uebber.

Rekorddividende für Aktionäre

Über das deutliche Gewinnplus im vergangenen Jahr dürfen sich auch die Aktionäre freuen: Daimler wird sie für das abgelaufene Jahr mit einer Rekorddividende von 2,20 Euro je Anteilsschein bedenken. Im vergangenen Jahr waren es 1,85 Euro. “Wir wollen unsere Aktionäre erneut in angemessener Form am Unternehmenserfolg beteiligen und gehen auch für die kommenden Jahre von einer weiter nachhaltigen Dividendenentwicklung aus”.

Die Börse feiert Daimler: Die Aktie gewinnt am Donnerstag in der Spitze rund 5 Prozent hinzu und ist damit der stärkste Wert im deutschen Leitindex DAX. Analysten verweisen zur Begründung auf die unerwartet hohe Dividende und die Prognose, die weniger schwach als erwartet ausfiel.

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Dow Jones Newswires/dg

 

 

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