Bosch setzt auf harten Sparkurs

18.04.2013, 15:05 Uhr

2013 soll das operative Ergebnis des Technologieriesen Bosch wieder steigen. Mit einem harten Sparkurs will Bosch-Chef Volkmar Denner den Konzern auf mögliche Umsatzeinbrüche vorbereiten.

Volkmar Denner

Mit einem harten Sparkurs will Bosch-Chef Volkmar Denner den Konzern auf mögliche Umsatzeinbrüche vorbereiten. Wichtig sind eine strenge Kostendisziplin und eine konsequente Umsetzung. - Bild: Bosch

“Wichtig sind eine strenge Kostendisziplin und eine konsequente Umsetzung”, sagte Denner bei der Bilanzvorlage am Donnerstag. Denn vor allem in Europa, Boschs wichtigstem Markt, bleibt die Lage unsicher.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Technologiekonzern das Aus der Solarsparte verkündet – 3.000 Stellen stehen auf dem Spiel. Derzeit laufen Gespräche mit möglichen Investoren. Doch die Solarsparte ist nur der Anfang. Im gesamten Konzern werden Budgets gedeckelt, Übernahmen und Investitionen begrenzt. Schon 2012 hatte Bosch weniger investiert als im Jahr zuvor.

Wenn erforderlich, sollten auch Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden, kündigte Denner an. Wie viele der weltweit 305.900 Stellen wegfallen könnten, ließ der Bosch-Chef offen. Es seien keine pauschalen Stellenstreichungen geplant, Kürzungen würden an jedem Standort einzeln geplant.

In Deutschland hat Denner mit dem Betriebsrat bereits Regeln für eine flexiblere Reduzierung von Arbeitszeit und Einkommen im Falle spürbarer Auftragseinbrüche ausgehandelt. Dadurch sollen Umsatzrückgänge von bis zu 20 Prozent abgefedert werden können.

Solarsparte sorgt für Gewinneinbruch

Doch trotz dieser Einschnitte wird Bosch auch in diesem Jahr die langfristige Zielmarke einer operativen Gewinnmarge – dem Verhältnis von Gewinn zum Umsatz – von acht Prozent verfehlen. Wegen der hohen Abschreibungen in der Solarsparte war der operative Gewinn 2012 um fast die Hälfte auf 1,3 Milliarden Euro eingebrochen. Mit Belastungen rechnet Denner auch in diesem Jahr. Die Lage in der Solarbranche habe sich nicht gebessert. Solange der Betrieb fortgeführt werde, werde das weitere Kosten verursachen.

2013 wird Denner zufolge nicht einfach. Zwar habe sich das weltweite Geschäftsklima aufgehellt, sagte der Manager. Boschs umsatzstärkster Markt ist aber der von der Eurokrise gebeutelte Heimatkontinent mit einem Anteil von 57 Prozent. Zudem macht Bosch die Drosselung der weltweiten Fahrzeugproduktion zu schaffen. Nur in den Schwellenländern rechnet der Konzern mit robustem Wachstum.

Schwellenländer sorgen für Wachstum

Nach einem leichten Umsatzrückgang zu Jahresbeginn erwartet der Konzern 2013 insgesamt eine Steigerung von zwei bis vier Prozent. Im vergangenen Jahr stieg der Konzernumsatz um 1,9 Prozent auf 52,5 Milliarden Euro. Von seinem langfristigen Ziel von acht Prozent Wachstum ist Bosch damit noch weit entfernt. Seine Hoffnungen setzt der Technologieriese auf neue Geschäftsfelder wie die Vernetzung von Autos, Elektromobilität und energieeffizientere Gebäudetechnik.

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dpa/Guido Kruschke

 
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