E-Mobility

Laut CAM-Leiter Bratzel muss Industrie und Politik gegensteuern, damit Deutschland die Ausfahrt in Richtung Elektromobilität nicht verpasst. Bild: mindscanner – Fotolia.com

So konnten die Autobauer hierzulande – trotz eines Zuwachses von 80 Prozent – nur rund 23.500 E-Autos und Plug-In-Hybride verkaufen. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich nur auf Rang 4: E-Auto-Primus ist Großbritannien mit 28.000 verkauften Stromern, gefolgt von Frankreich (27.000) und Norwegen (25.000). Das ist das Ergebnis einer Analyse des Center of Automotive Management (CAM), das die Innovationen und Entwicklungen der Elektromobilität in wichtigen automobilen Leitmärkten regelmäßig untersucht.

Wie aus dieser Studie hervorgeht konnte China im vergangenen Jahr seine Position als Leitmarkt für E-Mobility stärken. Zudem schicke sich die Volksrepublik an auch zum Leitanbieter von Elektrofahrzeugen aufzusteigen. Dabei profitiert die Elektromobilität im Reich der Mitte durch die intensive Förderung der Regierung. Neben den bekannten finanziellen Kaufanreizen für die sogenannten New Energy Vehicles (NEV), genießen E-Autos in chinesischen Städten wie Shanghai und Peking derzeit bevorzugte Zulassungsbedingungen.

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China dominiert in Sachen Elektroauto-Absatz den Weltmarkt. Bild: CAM

Internationale OEMs haben vom E-Mobility-Boom im bevölkerungsreichstem Land der Erde jedoch nur wenig. Chinesische Modelle dominieren den heimischen Markt. Marktführer ist die Marke BYD, die allein mit den Modellen Qin und Tang über 50.000 Plug-In-Hybride im vergangenen Jahr absetzen konnten. Der Geely Ableger Kandi EV konnte bereits über 20.000 reine E-Autos verkaufen. Erst auf Rang 15 der Statistik kommt mit Tesla ein ausländischer Hersteller. Die Kalifornier konnten in der Volksrepublik im abgelaufenen Jahr rund 4.500 Model S an den Mann und die Frau bringen.

Laut Studienleiter Stefan Bratzel ist China damit bereits ein gutes Stück vorangekommen, um neben dem Leitmarkt künftig auch zum globalen Leitanbieter für Elektromobilität zu werden. Insbesondere der chinesische OEM BYD habe das Potenzial den Markt zu dominieren. Bratzel warnt deshalb davor, dass Deutschland in puncto E-Mobility den Anschluss verlieren könnte. Er fordert. “Es braucht eine konzertierte Aktion der Automobilindustrie und der Regierung in Deutschland, um mittel- und langfristig die Batteriezelltechnologie als zentralen Wertschöpfungsbaustein der E-Mobilität nach Deutschland zu holen.” Darüber hinaus sei mehr staatliche Unterstützung notwendig, um eine ausreichend dichte Schnellladeinfrastruktur hierzulande zu etablieren. Ansonsten gerate der Automobilstandort Deutschland in Gefahr.

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gp