Bislang gibt es im Bestreben um internationalen Erfolg nur wenige Lichtblicke für chinesische  Autohersteller.  Auch der erste für die brasilianische Polizei produzierte Chery Celer ist nicht viel mehr als ein Marketing-Gag. Bild: Chery

Bislang gibt es im Bestreben um internationalen Erfolg nur wenige Lichtblicke für chinesische Autohersteller. Auch der erste für die brasilianische Polizei produzierte Chery Celer ist nicht viel mehr als ein Marketing-Gag. Bild: Chery

Laut der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) haben diese und weitere Hersteller bei einem Treffen im November der Gründung der “Chinese Auto Export Enterprises Alliance” zu gestimmt. Deren Hauptbestimmung: die Bedeutung der chinesischen Marken und deren Absatzzahlen außerhalb Chinas deutlich zu steigern.

Dem politischen China reicht es längst nicht, der wichtigste Absatzmarkt weltweit zu sein; die Chinesen streben selbst als Hersteller eine führende Rolle in der globalen Automobilindustrie an. Dabei geht es nicht nur um Verkaufszahlen, es geht vor der politischen Seite auch darum, die industrielle Leistungskraft des Landes unter Beweis zu stellen. Seit geraumer Zeit versuchen führende Hersteller global Fuß zu fassen. Bislang sind aber alle Versuche gescheitert. In Europa zerschellten die Hoffnungen unter anderem an miserablen Crashtests der Marken Landwind und Brilliance und auch in wichtigen Entwicklungsmärkten wie Brasilien, wo chinesische Hersteller wie Geely massiv in den Aufbau von Produktion investieren, bleibt der Durchbruch bisher aus. Lediglich im Bereich der Nutzfahrzeuge gibt es in Entwicklungsländern einige Anzeichen auf Erfolg. Eines der großen Probleme sind die fehlenden Produktionsstrukturen außerhalb Chinas.

Einen herben Dämpfer haben alle Internationalisierungsbestrebungen in diesem Jahr erfahren. In den ersten zehn Monaten sank der Export chinesischer Fahrzeuge laut Zahlen von IHS Automotive um 736.400 Fahrzeuge oder 8,7 Prozent, der Pkw-Export war dabei mit einem Minus von 435.500 Autos oder 11,6 Prozent besonders hart betroffen.

Was nun also solo nicht geklappt hat, soll in der Gruppe funktionieren. Unter der Überschrift “Go abroad together”, diskutierten führende Repräsentanten chinesischer Marken über die Möglichkeiten eines gemeinsamen Vorgehens. Dabei stand laut einem Bericht der CAAM über das Meeting die Bündelung gemeinsamer Ressourcen in Übersee ebenso auf dem Programm wie eine gemeinsame Finanzierungsplattform und das Teilen umfassender Daten. Resultat des Treffens war die konkrete Vereinbarung zur Gründung der Allianz, in der nun die weiteren Schritte beraten werden sollen. Teilnehmer an dem Treffen waren Geely, Changan, Great Wall, Sinotruck, Lifan, FAW und JAC.

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Frank Volk