Themenvorschau 7/8-2010
Technik & Produktion:
- „Daimlers neue Prüfmethodik…“: Mercedes-Benz hat mit Blick auf künftige Generationen von Assistenzsystemen eine neue Prüfmethodik in das Portfolio der Erprobungsverfahren aufgenommen: Sicherheitskritische und von Menschen nicht präzise reproduzierbare Fahrmanöver werden dabei von Autopiloten auf geschlossenen Testgeländen ausgeführt.
- „Engstellenassistent mit Laserscanner und Ultraschallsensoren“: Die BMW Group arbeitet derzeit an einer weiterreichenden Fahrerunterstützung, dem Engstellenassistenten, der den Fahrzeugführer bei einer komplexen Verkehrssituation wie etwa in engen Passagen an Autobahnbaustellen unterstützen soll. BMW nutzt dazu die Systeme Spurverlassenswarnung und Spurwechselwarnung und warnt den Piloten mit Hilfe grafischer Warnsignale sowie dezenten, aber unmissverständlichen Lenkradvibrationen.
- Hochpräzise CNC-Fräsbearbeitung von Kunststoffbauteilen durch das von BSB Engineering entwickelte Fräs-Mess-Verfahren (2M-Speed). Durch Einsatz des 2M-Speed-Verfahrens kann sowohl die Qualität gesteigert, als auch die Kosten gesenkt werden. So kommt das Verfahren z.B. bei der Belederung von Interieurbauteilen wie Instrumententafeln, Türverkleidungen oder Mittelkonsolen zum Einsatz.
- Neuvorstellung Mercedes R-Klasse: Mercedes unternimmt mit der bislang wenig erfolgreichen R-Klasse einen neuen Anlauf in den USA. Hat der Van das Zeug dazu? Dafür wurde das Auto überarbeitet. Außerdem geht es um die langfristige Strategie in den USA und das Werk in Tuscaloosa.
SPEZIAL Produktionssysteme der Zukunft:
- „Magna-Steyr = Tier 0,5“: Nach der Opel-Pleite positioniert sich Magna-Steyr als „Coachbuilder“ und fertigt den RCZ, den AMG SLS; Aston Martin Rapide und den Mini Countryman. Die Stärke als flexibler Auftragsfertiger zeigt sich gerade beim RCZ, bei dem Magna-Steyr ein „Komplettpaket“ geschnürt hat (Entwicklung und Fertigung). Beim Mini Countryman arbeitet Magna Steyr analog zu BMW-Prozessen und kann auf bedarf flexibel und schnell reagieren.
- „ Bearbeitung von Verbundwerkstoffen mit Laser“: Verbundwerkstoffe werden im Automobilbau immer üblicher. Versuche, CFK (Kohlefaserverbundwerkstoffe) mit Laser zu verbinden, verliefen bei Trumpf positiv. Jetzt arbeitet das Unternehmen daran, dieses Verfahren wirtschaftlich zu machen. Wir sprechen mit Dr. Rüdiger Brockmann, Leiter des Branchenmanagements Automobil.
- „ Tailored tubes und gesteckte Profile“: Beide sind ein Beispiel dafür, wie eine neue Fertigungstechnik – hier der Laser – auch neue Methoden erzeugt. Trumpf hat sie zusammen mit den OEMs entwickelt. Der Einsatz von Tailored tubes und gesteckten Profilen erfolgt beispielsweise im Dachbereich. Sie bringen dort deutliche Gewichtsvorteile.
- „Kostengünstigere Umformung im Rohkarosseriebau“: In einem aktuellen Verbundforschungsprojekt erarbeiten die Teilnehmer Daimler, Volkswagen, ThyssenKrupp und Dynamore einen um drei Prozent geringeren Blechverschnitt. Bei einem Stahlpreis von einem bis 1,5 Euro/kg und einer Jahresproduktion von 13 Mio. Fahrzeugen in Deutschland bedeutet dies Einsparungen bis zu 290 Mio. Euro. Das Projekt endet diesen Sommer und ist bereits weit vorangeschritten.
- „Null-Fehler-Montage bei ZF“: Bei den neuen 8-Gang-Automatgetrieben von ZF sind nicht nur die Gehäuse aus Aluminium, sondern auch die Schrauben. Atlas Copco liefert die industrielle Schraubtechnik für Aluminiumdruckguss-Bauteile in einer neuen Montagelinie, mit der sich die erforderliche Sorgfalt bei den Verschraubungen sichern lässt.
- Werkstückrückverfolgung – VW und Bayer: Jedes Bauteil in der Produktion des Volkswagen-Werks Braunschweig hat einen „genetischen“ Fingerabdruck. Im Track-and-Trace-Verfahren werden die Bauteile registriert und in einer Datenbank erfasst.
Bisher liefen solche Prozesse entweder per Strichcode, oder eingravierten Registriernummern. Die Firma Bayer Technology Services GmbH hat jetzt ein Verfahren entwickelt, bei dem das Material nicht durch Einkerbungen oder aufgeklebte Papierstrichcodes beeinträchtigt wird. ProteXXion scannt mittels eines laseroptischen Verfahrens die Oberfläche, beispielsweise von einer Stahlplatte.Ein wesentlicher Vorteil: Fälschungen werden mit diesem Verfahren sofort entlarvt.
- Interview mit Motoman, Roboter-Direktor Minami: Kürzlich hat Motoman das niederländische Mitsubishi-Werk in Born mit 120 neuen überwiegend Handling- und Schweißpunkt-Robotern ausgestattet. Insgesamt hat das Unternehmen bereits über 200.000 Roboter installiert. Zudem schloss sich der japanische Robotik-Anbieter mit Yaskawa, einem japanischen Spezialisten für industrielle Antriebstechnik, zusammen und bildet seit Juni 2010 die Roboter-Division, ist weltweit also nun eine Tochter, in Europa etwa jetzt Teil der YASKAWA Europe GmbH, einem Siemens-Wettbewerber im Bereich industrieller Elektro-Antriebe und -Controller.
Im Gespräch mit Herrn Minami, Director Robotics bei Roboterhersteller Motoman, zeigen wir welche Auswirkungen das Zusammengehen hat, welche Trends aus Motoman-Sicht für die Robotik im Automobilbau der Zukunft anstehen (Klebetechnik, , Einsatz in der Endmontage, Qualitätskontrolle) und ob sich der Investitionsstau in der Automobilbranche bereits gelöst hat.












