VW China Thumb

China dürfte im nächsten Jahrzehnt einige der größten Automobil-Konzerne beheimaten und zur Auto-Exportmacht aufsteigen. - Bild: VW

Spätestens im nächsten Jahrzehnt werde China nicht nur weltgrößter Automarkt sein, “sondern zugleich auch einige der größten Automobil-Konzerne beheimaten und zur Auto-Exportmacht aufsteigen. Manch europäischer, amerikanischer oder japanischer Konzern wird dann nicht mehr existieren”, schrieb NordLB-Autoanalyst Frank Schwope am Donnerstag in einer Publikation. Neben dem schwächelnden Fiat-Konzern nannte er PSA Peugeot Citroen, Mazda und Mitsubishi als Kandidaten.

“Wir wagen die Prognose, dass es ein oder zwei dieser Unternehmen in der gegenwärtigen Form bis Ende 2015 nicht mehr geben wird”. Und wenn dann eine Übernahme anstehen sollte, “dürften Interessenten aus China als erste an die Tür klopfen”. Rover und Volvo sind Beispiele für den bereits erfolgten Griff der Chinesen nach etablierten Marken.

Chinas Autobauer haben den Staat im Rücken

Chinas Autobauer dürften zudem mit dem starken Staat im Rücken von 2020 an eine Exportwelle starten. Solche Bewegungen habe es aus Japan seit den 1970er Jahren und aus Korea seit den 1990er Jahren gegeben.

Schope rechnet mit einer Konsolidierung der Autokonzerne in China. Der zentralistisch gesteuerte Staat macht es den großen westlichen Autobauern bisher zur Vorschrift, für ihre Aktivitäten inländische Partner in Joint Ventures ins Boot zu holen. Dabei zeichne sich der strategische Plan ab, die fremden Partner zu schwächen und eigene Firmen zu stärken, wenn der Know-How-Abfluss weit genug gediehen ist.

Als erstes Indiz nannte Schwope die Vorgabe zur Einführung neuer, chinesischer Joint-Venture-Marken wie etwa Kaili von Volkswagen oder Baojun, wo General Motors als Partner mit drinsteckt. Für die deutschen Autobauer ist China schon heute enorm wichtig. VW setzt dort fast jedes dritte Auto ab und baut dort sieben von aktuell zehn geplanten Werken.

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dpa/Guido Kruschke