Bernhard wird Daimler-Vorstand für Produktion und Einkauf
Daimler beabsichtigt, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Daimler AG zu ernennen.
Daimler beabsichtigt, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Daimler AG zu ernennen.
Sein Abschied kommt für meisten nicht unerwartet: Mercedes-Chef Eckhard Cordes verlässt den Autokonzern DaimlerChrysler. Der 54-jährige Manager werde zum 31. August seinen Hut nehmen, teilte das Unternehmen mit. Als Nachfolger übernimmt der jetzige Chrysler-Chef Dieter Zetsche zum 1. September die Führung der Mercedes Car Group. Cordes hatte vor rund drei Wochen dem Aufsichtsrat seine Kündigung angeboten, nachdem er den Machtkampf um die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Schrempp verloren hatte. Schrempp geht zum Jahresende in Rente, Zetsche wird zum 1. Januar 2006 neuer Vorstandschef des größten deutschen Unternehmens. Als Nachfolger von Zetsche an der Spitze der US-Tochter Chrysler wird der 51-jährige Tom LaSorda am 1. September seinen Posten antreten.
DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp wird überraschend den Autokonzern verlassen. Wie der Konzern am Donnerstag bestätigt, wird sein Nachfolger zum 1. Januar 2006 der bisherige Chrysler-Chef Dieter Zetsche. Bei Chrysler wird mit Thomas LaSorda wieder ein Amerikaner an die Spitze rücken. Eric Ridenour übernimmt ab 1. Januar 2006 die Nachfolge von Tom LaSorda als COO der Chrysler Group. Schrempps Vertrag als Vorstandsvorsitzender war ursprünglich noch bis April 2008 gültig. Er hat den Posten des Vorstandsvorsitzenden seit rund zehn Jahren inne. Spektakulär war 1998 die übernahme des US-Autobauers Chrysler. 2004 ist die Beteiligung beim japanischen Autokonzern Mitsubishi Motors gescheitert. Die Aktien von Daimler-Chrysler reagierten am Donnerstag morgen mit einem Kurssprung und stiegen bis elf Uhr um über 8,5 Prozent. Wie zu erfahren war, wird Schrempp (60) nicht in den Aufsichtsrat des Autobauers einziehen. Als Favorit für den Chefsessel bei DaimlerChrysler galt auch Mercedes-Chef Eckhard Cordes.
DaimlerChrysler-Chef Prof. Jürgen E. Schrempp ist sein 800.000 Euro teurer 600er-Mercedes gestohlen worden. Das bombensicher gepanzerte Luxus-Fahrzeug mit 500 PS suche die Polizei laut “Bild”-Zeitung bereits seit drei Wochen – vergeblich. Offensichtlich ist das GPS-basierte Ortungssysteme der anthrazitfarbenen Karosse abgeklemmt worden. Schrempp war am 27. Oktober abends zu einem Gesprächstermin in Stuttgart unterwegs gewesen. Das Fahrzeug – ohne Chauffeur auf einem Gehweg abgestellt – war kurze Zeit später verschwunden. Ein Sprecher von Daimler-Chrysler bestätigte, "dass ein gepanzerter Mercedes aus dem Fuhrpark gestohlen wurde". Mehr war aus der Konzern-Zentrale nicht zu erfahren.Den Anfang des Monats ebenfalls gestohlenen S-600 der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth konnte die Polizei hingegen dank Ortung über GPS wiederbeschaffen.
Der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler sprach dem Konzernchef Jürgen E. Schrempp die volle Unterstützung für ihn und seine Unternehmensstrategie aus. Dies bekräftigte das Gremium im Anschluss an seine Sitzung in New York ausdrücklich. Nachdem in mehreren Presseberichten über einen möglichen Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Schrempp spekuliert wurde, sollte damit explizit deutlich gemacht werden, dass der Aufsichtsrat die Ausrichtung des Konzerns “in vollem Umfang mitträgt”. In Kürze erhält DaimlerChrysler auch die Erlaubnis zur Pkw- und Nfz-Produktion in China. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiaobao unterzeichnet im Rahmen seines Deutschlandbesuchs die Verträge über die Joint Ventures mit den Stuttgartern. Vor Ort soll 2006 zunächst mit der Bausatz-Fertigung der C- und E-Klasse begonnen werden.
DaimlerChrysler strebt im Geschäftsjahr 2004 weiterhin eine leichte Steigerung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr an. Wie der Vorstandsvorsitzende Prof. Jürgen E. Schrempp auf der Hauptversammlung (HV) in Berlin ausführte, erwarte das Unternehmen deutliche Ergebnisverbesserungen für die Jahre 2005 und 2006, wenn sämtliche neuen Fahrzeuge aus den aktuellen Produktoffensiven der Geschäftsfelder voll verfügbar sind. “Wir kennen unsere Stärken und haben einen klaren Fahrplan”, sagte Schrempp. Gleichwohl könne DaimlerChrysler mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2003 nicht zufrieden sein: Während die Stuttgarter etwa beim Umsatz weltweit den zweiten Rang belegten, liege die Profitabilität nur auf Platz sechs. Der Operating Profit von DaimlerChrysler ohne die Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Turnaround-Programm bei der Chrysler Group und ohne den Sonderertrag aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs MTU Aero Engines erreichte vergangenes Jahr 5,1 Milliarden, der Umsatz 136,4 Milliarden Euro. Die Mercedes Car Group und die Financial Services konnten damals Rekordergebnisse erzielen. Konzernchef in der KritikAm Tag der HV verloren die Aktien des Autobauers deutlich. Konzernchef Schrempp steht wegen Kapitalvernichtung in der Aktionärskritik. Seit Schrempps Amtsantritt verlor der Stuttgarter OEM an der Börse mehr als 50 Prozent an Wert. Erzkonkurrent BMW legte etwa im gleichen Zeitraum mehr als 50 Prozent zu. Die Anleger stören sich Börsenhändlern zufolge an den anhaltenden Problemen bei Chrysler, der schweren Krise bei der japanischen Beteiligung Mitsubishi Motors, dem Lkw-Maut-Debakel und den hohen Bezügen des Topmanagements. Es wurde auch die Forderung nach einem Ausstieg bei Chrysler und Mitsubishi laut. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatten beantragt, Schrempp nicht zu entlasten. Der DaimlerChrysler-Chef begegnete den Vorwürfen vor der HV: “Wir ändern unsere Strategie nicht"; und betonte: “Wenn es schwierig wird, darf man nicht davonlaufen”.
Fokus auf Umsetzung der Strategie Schrempp will auch im Jahr 2004 die Unternehmensstrategie konsequent umsetzen. Die Mercedes Car Group soll im Konzernverbund durch eine zweite Produkt- sowie eine Qualitätsoffensive ihre Wettbewerbsposition im Premium-Segment weiter ausbauen. Die Chrysler Group kommt 2004 mit neun neuen Fahrzeugen, in den nächsten drei Jahren insgesamt mit 25 neuen Modellen auf den Markt. Im Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge sollen hohe Stückzahlen als Weltmarktführer in weitere Kostenvorteile und höhere Gewinne umgesetzt werden. Beim Allianz-Partner Mitsubishi Motors wird gerade ein mittelfristiger Geschäftsplan erarbeitet. Ein voraussichtlicher Verlust bei Mitsubishi von 700 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2003/04 sei keineswegs zufrieden stellend. Doch DaimlerChrysler halte sich bei Mitsubishi Motors bis zum für Ende April avisierten Sanierungsplan “alle Optionen offen”, so Schrempp. In Medienberichten war zuletzt über eine mögliche Trennung von Mitsubishi spekuliert worden. Beobachter erwarten, dass die Sanierung von Mitsubishi viel Geld kosten wird. Für die notwendige Kapitalerhöhung bei Mitsubishi ist ein Gesamtbedarf von bis zu fünf Milliarden Euro im Gespräch.Die Geschäftsfelder im ersten Quartal 2004: Aufgrund anstehender Modellwechsel, so die Erklärung des Konzerns, lag der Absatz der Mercedes Car Group im ersten Quartal 2004 unter dem des Vorjahres. Im ersten Quartal 2004 setzte DaimlerChrysler 274.000 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart (Vorjahr: 286.000) ab. Das entspricht einem Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders in Deutschland sank die Nachfrage: Hier kamen bis Ende März 73.100 Fahrzeuge auf die Straße, ein Minus von rund sechs Prozent. Im März 2004 wurden weltweit 115.400 Pkw (Vorjahr: 117.600) an Kunden ausgeliefert. Mercedes-Benz verzeichnete laut Konzern im ersten Quartal 2004 einen Absatzrückgang: 249.500 Pkw, im Vorjahr waren es noch knapp 264.000. Im März kamen 106.000 Mercedes-Benz-Pkw auf den Markt, rund zwei Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei der C-Klasse liegt hingegen der Auftragseingang in Westeuropa um rund 30 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch vom neuen SLK wurden in Westeuropa bereits mehr als 16.500 Roadster bestellt. Bei Smart wurden im ersten Quartal weltweit 24.500 Modelle der Baureihen Fortwo und Roadster ausgeliefert ” ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beigetragen haben dazu die europäischen Märkte Deutschland (7.800 Pkw, plus elf Prozent), Großbritannien (2.400 Pkw, plus 48 Prozent) sowie Frankreich (2.000 Pkw, plus zehn Prozent). Smart setzte im März rund 9.400 Einheiten (Vorjahr: 9.500) ab. Bei der Chrysler Group setzt sich laut Konzern der positive Ergebnistrend seit dem dritten Quartal vergangenen Jahres auch im ersten Quartal 2004 fort. Das Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge erwartet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg des Absatzes, speziell im weltweiten Lkw-Geschäft.