Elektrobus induktives Laden

Der Elektrobus wird bei kurzen Stopps an den Haltestellen automatisch geladen. - Bild: Conductix-Wampfler

Statt die Busse nur über Nacht per Stecker zu laden, werden sie während ihres Betriebes zusätzlich mehrfach in jeweils nur minutenlangen Stopps automatisch nachgeladen, während die Passagiere ein- und aussteigen.

IPT Charge heißt die Technologie, die derzeit auch bei Elektroautos der Firma Daimler im Alltagsbetrieb erforscht wird. Der Wirkungsgrad der Energieübertragung bei Bussen liegt bei 95 Prozent, so dass die Ladetechnologie gegenüber steckergebundenen Ladesystemen konkurrenzfähig ist. Die Vorteile kurzer, regelmäßiger Ladungen: Die Betriebszeit des Busses verdreifacht sich, die Lebenszeit der Batterie verlängert sich.

Ladetechnologie verlängert die Betriebszeit der Busse

Die Busse in Turin fahren zuverlässig rund 200 Kilometer am Tag, ohne dass sie ins Depot müssen oder liegenbleiben. Es können bis zu 75 Prozent kleinere Batterien eingesetzt werden, die das Fahrzeug leichter und in der Anschaffung günstiger machen, so dass die höheren Anschaffungskosten eines Elektrobusses sich nach spätestens vier Jahren amortisieren.

Die Technologie hat sich im Alltagsbetrieb in Italien über zehn Jahre bewährt. Da die Ladestationen unter dem Asphalt oder Pflaster verlegt werden, sind sie unsichtbar, so dass sie das Stadtbild nicht beeinträchtigen. Außerdem sind Stolperunfälle, Nagetierschäden, Stromunfälle, Vandalismus und Metalldiebstähle von vorneherein ausgeschlossen.

Mit demselben Technologie- und Betriebsansatz wurden oder werden neben Turin und Genua und Projekten in der Industrie auch Pilot- und Testprojekte im ÖPNV in Japan, Luzern (Schweiz), Lörrach (Deutschland), Rotorua (Neuseeland), Utrecht (Holland) sowie Los Angeles und Chattanooga (USA) erfolgreich ausgestattet.

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Mathias Wechlin/Guido Kruschke