Saab Fertigung

Eine unendliche Geschichte: Bei dem schwedischen Automobilhersteller Saab stehen erneut die Bänder still. - Bild: Saab

Bei dem schwedischen Automobilhersteller Saab stehen erneut die Bänder still. Das berichtet “Handelsblatt online” exklusiv am heutigen Mittwoch.

Die unrühmliche Geschichte rund um den Traditionshersteller aus dem hohen Norden nimmt kein Ende. Erst im vergangenen Monat fand Saab in dem chinesischen Auto-Händler Pang Da einen Partner, der in das schwedische Unternehmen investieren will. Doch schon wieder müssen die Fertigungsbänder angehalten werden.

Für die weitere Produktion würden wichtige Bauteile fehlen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. „Es reicht, wenn eine Gummileiste fehlt und das Band steht still“, erklärte sie am Firmensitz in Trollhättan. Ob die Produktion in dieser Woche wieder aufgenommen werden kann, wollte sie noch nicht sagen. Man verhandele derzeit mit den rund 800 Zulieferern.

Schon Anfang April mußte Saab seine Bänder anhalten. Damals stellten die Zulieferer ihre Lieferungen ein, da die Rechnungen nicht beglichen wurden.

Die Aktie des Saab-Mutterkonzerns Spyker Cars aus den Niederlanden gab an der Börse in Amsterdam zwischenzeitlich um etwa zehn Prozent nach.

Rote Zahlen schon seit 20 Jahren

Saab hat nach Angaben aus Branchenkreisen Schulden in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Die ehemalige General-Motors-Tochter Saab schreibt seit 20 Jahren rote Zahlen. Spyker kaufte die schwedische Traditionsfirma 2010 für 400 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verkaufte Saab etwas mehr als 30.000 Autos und verfehlte damit das selbst gesteckte Ziel von 50.000 Fahrzeugen.

Pang Da gab bekannt, dass man einen 24prozentigen Anteil an dem niederländischen Saab-Mutterkonzern Spyker Cars für 65 Millionen Euro erwerben wolle. Außerdem will das chinesische Unternehmen für 30 Millionen Euro Saab-Wagen kaufen. Eine Option auf den Erwerb weiterer Wagen im Wert von 15 Millionen Euro wurde ebenfalls unterzeichnet. Zudem wollen Spyker und Pang Da ein Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb von Saab in China bilden.

Handelsblatt