Aston-Martin-Chef Andy Palmer

Andy Palmer zum Downsizing: "Das lautlose Dahingleiten eines Elektroautos ist tausendmal besser als der klägliche Sound eines Vierzylinders." Bild: Aston Martin

AUTOMOBIL PRODUKTION: Andy, als wir uns vor zwei Jahren zuletzt getroffen haben, wurde der DBX gerade enthüllt und sie waren sehr zuversichtlich, dass ihr Second Century Plan zur Restrukturierung der Marke funktionieren würde. Was ist seither geschehen?
Wir setzten den Plan um. Wobei ein Plan immer ein Plan ist und sich Dinge ändern können. Vor zwei Jahren gab es noch keinen Brexit und keinen Donald Trump. Jetzt stehen die Wahlen in Frankreich an und wir wissen nicht, was passiert. Was unsere eigenen Pläne anbelangt, haben wir damals gesagt: wir bringen die nächste Generation des DB 11, gefolgt vom Vantage, dem Vanquish und dem DBX, unseren ersten SUV. Wir mussten seither zwei Jahre ohne neues Auto überleben. Über diese Zeit haben wir uns mit special editions bestehender Modelle wie Vanquish Zagato, GT8 und GT12 beholfen. Und wir haben den neuen DB 11 auf die Straße gebracht. Der Wagen ist nicht länger ein Traum.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie haben beim Produktionsstart persönlich großen Einsatz gezeigt…
Oh ja, die ersten 1.000 gebauten DB 11 habe ich persönlich abgenommen und mit meinem Namen gekennzeichnet. Weihnachten ist darüber ausgefallen…

AUTOMOBIL PRODUKTION: Hat sich die Mehrarbeit gelohnt?
Der DB 11 ist ein großartiges Auto geworden, das, denke ich, der Gesamtwahrnehmung von Aston Martin sehr gut tut und auch wirtschaftlich für uns und den weiteren Restrukturierungsplan sehr wichtig ist. Bei den Kunden kommt der Wagen enorm an, die Auftragsbücher für 2017 sind voll.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Und die nächsten Modelle?
Das sieht gut aus. Die Nachfolger unserer etablierten Modelle Vanquish und Vantage werden wie geplant 2018 kommen. Eine größere Herausforderung ist der DBX. Für das Modell mussten wir erst mal einen Werkstandort finden. Letztlich haben wir uns für Wales entschieden. Inzwischen ist das Design des DBX fertig, nun beginnt das Engineering und 2019 werden wir den Wagen bringen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Dazwischen gab es noch den mit Red Bull Racing entwickelten Hypersportwagen Valkyrie. War das eine einmalige Geschichte,  um eine ganz dicke Duftmarke zu setzen oder wird aus der Kooperation noch mehr kommen?
Bei Valkyrie ging es darum unsere Leistungsfähigkeit in Zusammenarbeit mit einem Partner zu zeigen. Das hat hervorragend geklappt. Man darf ja nicht vergessen: Valkyrie wurde in einem Jahr entwickelt. Es wird sicherlich weitere Projekte geben und Valkyrie war nicht der letzte Aston Martin mit Mittelmotor.