Volkswagen E-Golf beim Ladevorgang

Bei Volkswagen wird die organisatorische Verantwortung für die Elektro-Mobilität ab Februar neu geordnet. Bild: Volkswagen

| von Werner Beutnagel, Pascal Nagel

Die Aufgaben, die Thomas Ulbrich bisher im Markenvorstand gebündelt hatte, sollen nun wieder in die Verantwortungsbereiche der einzelnen Ressorts überführt werden. Thomas Ulbrich habe wichtige Akzente für die Marke gesetzt und etwa den ID.3 und den ID.4 im Rekordtempo von der Skizze auf die Straße begleitet, erklärt Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen Pkw. „Dass Thomas Ulbrich nach der Bewältigung dieser großen Aufgabe als Entwicklungsvorstand zur Verfügung steht, sehen wir als klares Bekenntnis zur Marke und zu unserer Zukunftsstrategie“, so Brandstätter weiter.

Von 2020 bis 2024 investiert Volkswagen weltweit mehr als elf Milliarden Euro in die E-Mobilität, unter anderem sollen nach den Werken in Zwickau und Dresden auch die Fertigungen in Emden und Chattanooga für entsprechende Modelle fit gemacht werden. Für das Jahr 2025 stehen 20 neue E-Modelle auf der Agenda der Wolfsburger. „E-Mobilität ist längst eine strategische Gesamtaufgabe des Unternehmens und fest im Vorstand der Marke Volkswagen verankert“, erklärt ein Sprecher des Konzerns gegenüber Automobil Produktion. Der MEB sei hierbei das technische Rückgrat der E-Offensive und die Basis für alle ID-Modelle. Die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Plattform liege künftig bei der Technischen Entwicklung.

Branchenexperte Peter Mertens
Der ehemalige Audi-Entwicklungschef Peter Mertens bezeichnet die neue Strategie Volkswagens als „mutigen Schritt mit einem gewissen Risiko“. Bild: Audi

Offen bleibt jedoch die Frage, ob Volkswagen auch ohne ein eigenes Vorstandsressort das Tempo in Sachen Elektrifizierung halten kann.  „Es muss sichergestellt sein, dass das Gelernte aus dem E-Mobilitätsressort auch in die Konzernstrukturen übertragen wird“, kommentiert Branchenexperte und Ex-Audi-Entwicklungschef Peter Mertens gegenüber Automobil Produktion. „Die Mitarbeiter aus dem Speedboat müssen vernünftig eingebracht und integriert werden. Dann kann es funktionieren.“ Insgesamt sei die neue Strategie „ein mutiger Schritt mit einem gewissen Risiko“. Er sei sich allerdings sicher, dass Thomas Ulbrich den Fokus auch weiterhin auf Elektromobilität setzen werde. Daran, dass Thomas Ulbrich den Aufgaben gewachsen sei, bestehe derweil wenig Zweifel, betont Mertens. „Thomas Ulbrich hat mit riesigem Kraftakt das Thema bei VW zum Laufen gebracht und mit dem ID.3 – bei aller Kritik am Fahrzeug – einen wichtigen Schritt in Richtung eines elektrischen Volumenmodells gemacht.“

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