In der Übergangsphase ergeben PHEV-Fahrzeuge durchaus Sinn, stellen sie doch einen Brückenkopf in die Autowelt der nächsten Jahre dar. Zwei parallele Antriebskonzepte (Verbrennungsmotor und Batterie) wirken sich zwar ungünstig auf Leergewicht und Integrationskosten aus. Doch kein Kunde muss Angst haben, sein Fahrziel nicht zu erreichen, wenn der Akku schlappmacht und die nächste Ladesäule weit entfernt ist. Die zweite Generation des Volvo-Erfolgsmodells XC60 zeigt, wie der Einstieg in die Welt der Elektromobilität aussehen kann. Den Plug-in-Elektromotor im Recharge kann man problemlos für die täglichen ortsnahen Fahrten nutzen. 50 rein elektrische Kilometer sind drin. Man lernt, Energieverbrauch und Reichweite einzuschätzen und weiß irgendwann, wo Ladesäulen stehen und wie viel Energie sie binnen einer halben Stunde zur Verfügung stellen. Herzstück des Antriebsstrangs ist eine Hochvoltbatterie mit einer Kapazität von 11,6 kWh. Sie verfügt über sechs in Reihe geschaltete Module mit 16 Lithium-Ionen-Zellen pro Modul und wird über einen integrierten Generator mit Energie versorgt, lässt sich natürlich aber auch über ein externes Kabel aufladen.

Für die Gewissheit, nicht stehen zu bleiben, sorgt im Modell XC60 T8 AWD, das unserer Redaktion für Testzwecke zur Verfügung stand, ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit kombinierter Kompressor- und Turboaufladung (390 PS). Wer es nötig hat, kann in 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Mehr als Tempo 180 aber sind nicht drin: Volvo regelt seit dem Modelljahr 2021 alle Modelle bei dieser Geschwindigkeit ab. Vernünftig, mehr braucht es nicht. Bei den meisten Kunden wird der XC60 Recharge ohnehin mit anderen Features punkten. Innenraumästhetik, Komfort, Bedienung, Infotainment und natürlich Sicherheit – alle Werte, für die die Marke Volvo steht, sind in diesem Fahrzeug gekonnt und hochwertig umgesetzt. Dank des langen Radstands und der kurzen Überhänge an Front und Heck kommen Passagiere vorne wie hinten in den Genuss großzügiger Platzverhältnisse. Für ein lichtdurchflutetes Interieur sorgt das serienmäßige Panorama-Glasdach, das als Schiebedach weit geöffnet oder im hinteren Bereich zur Belüftung aufgestellt werden kann.

Sitzen wie in der First-Class

Die Komfortsitze vorn sind ergonomisch geformt, straff gepolstert und elektrisch in Höhe und Neigung einstellbar. Auf Wunsch sind Beinauflagen, Seitenwangen sowie eine Massagefunktion für Fahrer- und Beifahrersitz mit verschiedenen Programmen und Intensitätsstufen erhältlich. In der kalten Jahreszeit sorgt eine Sitzheizung für Komfort, auch auf den äußeren Sitzen in der zweiten Reihe. Bei aufgestellten Rücksitzen bietet der Volvo XC60 ein Ladevolumen von 468 Litern. Durch das Umklappen der Rücksitzlehnen ergibt sich eine ebene Ladefläche, bei dachhoher Beladung wird ein Volumen von 1.395 Litern erreicht.

Im Zentrum der Mittelkonsole dominiert ein neun Zoll großes Touchdisplay – es bildet das Herzstück des Infotainment-Systems. Flexible Kacheln stellen die Schlüsselfunktionen dar: Navigation, Radioempfang, Telefonie, Medien. Bei Berührung vergrößert sich die jeweilige Kachel, die anderen schrumpfen, sind jedoch weiterhin sicht- und schnell aktivierbar. Dank der Anordnung im Hochformat muss kaum gescrollt werden, eine Rückkehr ins Hauptmenü ist nicht erforderlich. Das Infotainmentsystem Sensus Connect bietet zudem Zugang zu cloudbasierten Apps für Musik-Streaming und praktische Dienste wie „Park & Pay“, um Parkplatzsuche und Bezahlvorgang im Parkhaus abzuwickeln. Über die Betriebssysteme Apple CarPlay und Android Auto können Nutzer Features und Services im Fahrzeug abrufen und auf dem großen Touchscreen sehen, die sie von ihren Smartphones und Tablets kennen.

Alle Fahrinfos fest im Blick

Eines der besten Handling-Features im XC60 ist das Head-up-Display, das als Sonderausstattung im Paket Xenium Pro enthalten ist. Die Investition lohnt sich: Für den Fahrer werden die wichtigsten Informationen wie Warnhinweise, aktuelle Geschwindigkeit sowie Routenhinweise aus dem Navigationssystem in das direkte Blickfeld auf die Windschutzscheibe projiziert. Die Technik erweckt den Eindruck, als würden die angezeigten Informationen rund zwei Meter vor dem Fahrzeug in der Luft schweben. Der Fahrer kann die Informationen erfassen, ohne den Fokus seiner Augen verändern zu müssen. Die Helligkeit der Anzeige passt sich automatisch dem Umgebungslicht an, lässt sich aber individuell einstellen.

Was zudem gefällt, ist die gelungene Integration von adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage, Abstandsautomatik und Pilot-Assist-System in die linke Hälfte des Multifunktionslenkrads. Die Bedienung der Tasten ist intuitiv und klappt bereits nach wenigen Versuchen zuverlässig, bei Fahrten auf der Autobahn ebenso wie im Stadtverkehr. Im Geschwindigkeitsbereich von 30 bis 200 km/h (bei Automatik ab 0 km/h) sorgt die Technik automatisch für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Wird der Blinker betätigt, beschleunigt das System bei Überholmanövern ab Tempo 70 zügig.

Sicher durch die Kurve

Im Modelljahr 2021 ergänzt der neue Kurvenassistent die Fahrfunktionen des Pilot-Assist-Systems und der adaptiven Geschwindigkeitsregelung. Das System senkt das Tempo vor scharfen Kurven, wenn die eingestellte Geschwindigkeit als zu hoch eingestuft wird. Nach dem Durchfahren der Kurve wird das Fahrzeug wieder auf die voreingestellte Geschwindigkeit beschleunigt. Die Funktion nutzt die Kartendaten des Navigationssystems und kann durch Gasgeben oder Bremsen jederzeit außer Kraft gesetzt werden.

Im wahrsten Sinne des Wortes augenfällig sind die LED-Scheinwerfer, mit denen der Volvo XC60 ausgestattet ist. Sie produzieren ein extrem helles Licht und erzeugen einen langen und breiten Lichtschein, was Fahrer jenseits der 50 Jahre sicher begrüßen werden. Das von den Leuchtdioden erzeugte Licht ist mehr als doppelt so hell wie bei Halogenleuchten und ähnelt in Reichweite und Breite dem Licht von Xenon-Scheinwerfern. Allerdings wird das LED-Licht aufgrund seiner weißen Farbe vom menschlichen Auge um bis zu 15 bis 20 Prozent heller wahrgenommen als das bläulich wirkende Xenon-Licht. Zudem ähnelt es in der Farbtemperatur eher dem Tageslicht und wirkt damit einer Ermüdung der Augen entgegen. Die Scheinwerfer sind zudem mit einer automatischen Leuchtweitenregulierung ausgerüstet, die die Reichweite je nach Beladungszustand und Anzahl der Passagiere optimal justiert. Optional verfügbar sind Voll-LED-Scheinwerfer mit erweitertem Leuchtbereich bei eingeschaltetem Fernlicht, einem dynamischen Kurvenlicht und dem intelligenten Fernlichtassistenten Active High Beam.

Fazit

Der Volvo XC60 Recharge bietet reichlich Platz und viel Komfort und vermittelt Sicherheit. Wer einsteigt, fühlt sich so geborgen wie daheim. Das Fahren macht vom ersten Moment an Spaß, egal ob vollelektrisch im Stadtgebiet oder auf längeren Strecken mit höheren Geschwindigkeiten unter Zuhilfenahme des Verbrennungsmotors. Die Bedienung der vielen technischen Systeme überfordert den Fahrer nicht – schon nach kurzer Zeit erkennt man, dass sich die Ingenieure bei ihrer Arbeit in den Nutzer hineinversetzt haben. Die reduzierte Anzahl an Knöpfen und Reglern ist gut für die Optik und erscheint so zeitgemäß wie die Steuerung von Anwendungen und Fahrfunktionen über den zentralen Touchscreen. Der Basispreis für den Volvo XC60 T8 AWD in der Ausstattungslinie Inscription liegt bei 75.150 Euro. Unser Testfahrzeug kommt mit optionaler Zusatzausstattung auf einen Gesamtpreis von 94.040 Euro.

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