• Über eine Million Euro wert, aber völlig lieblos geparkt: Ein Mercedes 300 SL Flügeltürer. Bild: Marcel Sommer

    Über eine Million Euro wert, aber völlig lieblos geparkt: Ein Mercedes 300 SL Flügeltürer. Bild: Marcel Sommer

  • Die 49. Essen Motor Show läutet die Weihnachtszeit ein. Bild: Marcel Sommer

    Die 49. Essen Motor Show läutet die Weihnachtszeit ein. Bild: Marcel Sommer

  • Wenn schon nicht neu, dann wenigstens sexy. Bild: Marcel Sommer

    Wenn schon nicht neu, dann wenigstens sexy. Bild: Marcel Sommer

  • Ein Höhepunkt ist die 70 Jahre-Ferrari-Ausstellung. Bild: Marcel Sommer

    Ein Höhepunkt ist die 70 Jahre-Ferrari-Ausstellung. Bild: Marcel Sommer

  • Zubehör gefällig? Bild: Marcel Sommer

    Zubehör gefällig? Bild: Marcel Sommer

  • Die einzig nennenswerte (heimliche) Weltpremiere: der neue Motor des im kommenden Jahr erst vorgestellten Porsche 911 GT3. Bild: Marcel Sommer

    Die einzig nennenswerte (heimliche) Weltpremiere: der neue Motor des im kommenden Jahr erst vorgestellten Porsche 911 GT3. Bild: Marcel Sommer

  • Jeden Tag ein neues, aufgemaltes Dress. Bild: Marcel Sommer

    Jeden Tag ein neues, aufgemaltes Dress. Bild: Marcel Sommer

  • Über 5.000 PS stark ist dieser VW-Pick Up. Bild: Marcel Sommer

    Über 5.000 PS stark ist dieser VW-Pick Up. Bild: Marcel Sommer

  • Hier gehen vier Motoren zu Werke. Bild: Marcel Sommer

    Hier gehen vier Motoren zu Werke. Bild: Marcel Sommer

  • War schon im letzten Jahr der Zuschauermagnet: die Motorsportarena. Bild: Marcel Sommer

    War schon im letzten Jahr der Zuschauermagnet: die Motorsportarena. Bild: Marcel Sommer

  • Tune it Safe hat sich dieses Mal für einen Ford Mustang entschieden. Bild: Marcel Sommer

    Tune it Safe hat sich dieses Mal für einen Ford Mustang entschieden. Bild: Marcel Sommer

  • Liebloser geht es kaum. Bild: Marcel Sommer

    Liebloser geht es kaum. Bild: Marcel Sommer

  • Der Razor Crazy Cart XL ist nun auch in Deutschland erhältlich und jetzt in Essen zum Testen bereit. Bild: Marcel Sommer

    Der Razor Crazy Cart XL ist nun auch in Deutschland erhältlich und jetzt in Essen zum Testen bereit. Bild: Marcel Sommer

  • Rallye-Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen. Bild: Marcel Sommer

    Rallye-Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen. Bild: Marcel Sommer

  • Nach zwei Jahren Abwesenheit mit drei Fahrzeugen zurück in Essen: Brabus. Bild: Marcel Sommer

    Nach zwei Jahren Abwesenheit mit drei Fahrzeugen zurück in Essen: Brabus. Bild: Marcel Sommer

  • Der Peugeot 3008 GT feiert seine Deutschlandpremiere. Bild: Marcel Sommer

    Der Peugeot 3008 GT feiert seine Deutschlandpremiere. Bild: Marcel Sommer

  • Der Ford Ranger Beach Patrol ist auch zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Bild: Marcel Sommer

    Der Ford Ranger Beach Patrol ist auch zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Bild: Marcel Sommer

  • Die Sonderschau 70 Jahre Ferrari wird für glänzende Augen sorgen. Bild: Marcel Sommer

    Die Sonderschau 70 Jahre Ferrari wird für glänzende Augen sorgen. Bild: Marcel Sommer

  • Der Speedback GT von David Brown Automotive kostet fast 600.000 Euro. Bild: Marcel Sommer

    Der Speedback GT von David Brown Automotive kostet fast 600.000 Euro. Bild: Marcel Sommer

  • Flotte Autos in schrillen Farben gehören zum festen Bestandteil der Essen Motor Show. Bild: Marcel Sommer

    Flotte Autos in schrillen Farben gehören zum festen Bestandteil der Essen Motor Show. Bild: Marcel Sommer

359.900 Besucher im Jahr 2015 können sich nicht irren: Die Essen Motor Show lebt. Bei stimmungsvoller, gefühlt 200 Dezibel lauter Musik, geschmückten Fahrzeugen und jeder Menge leicht bekleideter Engel lässt sich der Start in die Weihnachtszeit kaum schöner begehen. Und auch in diesem Jahr, wenn die 49. Essen Motor Show vom 26. November bis zum 4. Dezember Hof hält, sollte der Pott kochen. Macht er ja auch schon seit Jahren. Das Ruhrgebiet ist längst seiner grauen Vergangenheit entflohen und hat stark an sich gearbeitet. Im Gegensatz dazu steht jedoch die einst so gefeierte Essen Motor Show. Lieblos zusammengestellte Fahrzeuge, dunkle Hallen, ungehobelte Servicekräfte, horrende Parkgebühren und nahezu keine Neuheit von Interesse. Die Messe ist kalt geworden. Sollte sich, anders als die Jahre zuvor, der ein oder andere Reifenhersteller auch noch zurückziehen, sieht es ganz übel aus. Denn schon lange finden sich veredelte Fahrzeuge von Abt, Brabus, Lorinser und Co. längst nicht mehr auf eigenen Ständen. Dass sich Brabus nach zweijähriger Abstinenz überhaupt nochmal in Essen blicken lässt, ist schlicht und ergreifend Continental zu verdanken. So können sich die dennoch in Scharen zur Messe pilgernden Besucher wenigsten ein Bild von je einem der drei ausgestellten Exemplare mit dem B in der Front machen.

Ein Autohersteller kann sich hingegen, auch wenn er eigentlich gar nichts mehr mit der Messe zu tun hat, ausnahmsweise mal zurücklehnen: VW. Denn bei dem, was an den zehn Veranstaltungstagen allein in der Motorsportarena an Abgasen aus den verchromten Endrohren der PS-Monster freigesetzt wird, da kräht kein Hahn mehr nach den Diesel-Emissionen aus Wolfsburg. Die nur noch aus Reifenqualm und Abgaswolken bestehende Luft in Halle 7 erinnert dabei ein wenig an einen normalen Herbsttag in Chinas Hauptstadt Peking. Unzählige Schaulustige stört das aber natürlich nicht. Hauptsache, das Auto ihrer Träume driftet nur wenige Zentimeter an ihrem gezückten Smartphone vorbei.

Wen es dann doch nach etwas sauberer Hallenluft dürstet, der wird in den übrigen 14 Hallen und der Galeria fündig. Zu den kuriosesten Gefährten der ganzen Show zählen in diesem Jahr zwei ganz alte Schätzchen, die sich lustiger Weise in unmittelbarer Nähe zum Tune it Safe-Stand und dem dort präsentierten Ford Mustang-Polizeiwagen befinden. Der Neuseeländer Gordon Tronson präsentiert seinen Ford Ecoliner-Pick Up aus dem Jahr 1962 mit vier Ford-V8-4,6-Liter-Motoren auf der Ladefläche. Das Leistungsergebnis kann sich durchaus sehen lassen: 4.055 PS. Sein Tank auch: 150 Liter. Noch stärker und mit 83 Litern pro Minute auch ein wenig durstiger ist ausgerechnet ein Volkswagen. Nein, hier ist kein Diesel am Werk, sondern ein Rolls-Royce-Viper535-Jet-Motor mit 5.069 PS, der in einem VW Pick Up von 1958 steckt. In der Theorie könnte das PS-Monster des Briten Perry Watkins 430 Kilometer pro Stunde schaffen. Theorie und Volkswagen... Da war doch was.

Fan-Glück im Classic und Prestige Salon

Namhafte Aussteller wie Abarth, BMW, Ford, Peugeot, Renault und Skoda sind zwar in diesem Jahr auch wieder am Start. Leider haben sie ihre nennenswerten Neuheiten offensichtlich daheim vergessen. Na gut, der Ford Ranger Beach Patrol und der Peugeot 3008 GT sind in Deutschland zum ersten Mal live zu sehen. Eine echte Weltpremiere ist jedoch ausschließlich auf dem nach Jahren der Abwesenheit mal wieder in Halle drei präsenten Porsche Motorsport-Stand zu bestaunen. Denn das dort ausgestellte Aggregat des zum ersten Mal in Deutschland zu sehenden Porsche 911 GT3 Cup wird auch in dem im nächsten Jahr auf dem Genfer Automobil Salon vorgestellten Porsche GT3 zum Einsatz kommen. Bei Skoda dürfen Besucher immerhin mal ein paar Momente im Renntempo hinter dem Steuer eines Rallye-Wagens Platz nehmen. Im Simulator versteht sich. Wer selbst und vor allem in der Realität spektakulär driften möchte, findet in der Galeria beim Razor-Stand sein Traum-Objekt - und damit vielleicht auch schon das passende Weihnachtsgeschenk für seinen Lieben. Das rund 400 Euro teure und 27 Kilometer pro Stunde schnelle Crazy Cart XL ist nun auch in Deutschland erhältlich und kann auf der Essen Motor Show auf einem kleinen Parcours getestet werden. Ein wenig mehr Mut erfordert ein Selbstversuch des 13 Kilometer pro Stunde schnellen Razor Hovertrax 2.0.

 

Frisch aus der Simulation in Form gefräst sind in Halle 3 mehrere Kreationen weltbekannter Automobil-Designer. Ob Concept Car, Prototype oder Studie - die Modelle aus den Federn von David Brown Automotive, Halcon SuperSport, Italdesign Giugiaro, Rinspeed und Zagato laden zum Träumen ein. Dass aus Träumen auch schnell Realität werden kann, zeigt sich am Speedback GT, dem ersten Auto der Manufaktur David Brown Automotive. 100 Exemplare sollen tatsächlich gebaut werden. Wer also in den nächsten Monaten nicht weiß, was er mit herumliegenden 585.000 Euro anstellen soll, kann sich an die Briten halten. Die Technik des Speedback GT basiert auf dem Jaguar XKR mit seinem 5,0 Liter großen und 510 PS starken V8-Kompressormotor.

Wem solche Fahrzeuge viel zu modern sind, der findet auf der Essen Motor Show sein Glück im Classic und Prestige Salon. Der seit 35 Jahren zum festen Bestandteil der EMS gehörende Salon zählt für viele Besucher mittlerweile zum Hauptgrund ihres Kommens. Auf über 8.100 Quadratmetern in der Halle 1 zeigen 25 Oldtimer-Händler mehr als 250 Exemplare mit Seltenheitswert. Vom 15.000 Euro-GTI aus den 90er Jahren bis hin zum siebenstelligen Eurobereich eines Mercedes 300 SL Flügeltürer Coupes reicht das Angebot. Wer hier unter den völlig lieblos nebeneinander geparkten Traumautos ein Schnäppchen sucht ist allerdings, soviel sei verraten, fehl am Platz. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Sonderschau 70 Jahre Ferrari - immerhin noch das Salz in der ansonsten recht kalten und faden Essener Suppe.