Christian Senger steht an einem Geländer gelehnt.

Software-Chef Christian Senger scheint sich zu viele Feinde im VW-Konzern gemacht zu haben. Bild: Volkswagen

| von Yannick Tiedemann

Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat, habe sich Senger mit zu vielen Akteuren bei VW überworfen und muss nun seinen Posten als Softwarevorstand wieder räumen. Der 46-Jährige war seit März 2019 Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw für das Ressort „Digital Car & Services“ und erst seit dem 1. Juli 2020 offiziell Chef der neuen Unternehmenseinheit „Car.Software.Org“. Volkswagen äußerte sich gegenüber dem Handelsblatt nicht zu der Personalie.

Erst Mitte Juni legte Senger am Rande einer konzerninternen Tech-Show dar, wie er sich den Wandel des Wolfsburger Autobauers zu einem Software-Unternehmen vorstelle. Volkswagen will in den kommenden Jahren ein eigenes Betriebssystem für die Fahrzeuge auf die Beine stellen, wofür der Anteil selbstentwickelter Software in den kommenden fünf Jahren auf bis zu 60 Prozent hochgeschraubt werden soll. Ein ehrgeiziges Unterfangen, weswegen VW eine eigene Unternehmenssparte für Software mit einem fetten Budget von sieben Milliarden Euro ins Leben gerufen hatte.

In letzter Zeit dürfte Senger jedoch immer stärker unter Druck geraten sein. Beim Elektromodell ID.3 war es zu massiven Softwareproblemen und damit verbundenen Auslieferungsstopps gekommen. Der Golf 8 wies softwarebedingte Probleme beim Notrufsystem E-Call auf. Wie das Handelsblatt berichtet, sei Senger im Konzern häufig auf wenig Gegenliebe gestoßen, was seine ehrgeizigen Software-Pläne betrifft. Betriebsräte hätten beispielsweise bemängelt, Senger habe immer neue Ressourcen angefordert, ohne zu erklären, was er damit vorhabe.

Nun also scheinen die Widerstände zu groß geworden zu sein, Senger muss gehen. Man wolle ihn jedoch auf jeden Fall im Konzern halten, hieß es laut Handelsblatt in VW-Kreisen. Derzeit suche man nach einer geeigneten Aufgabe für ihn.

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