Oliver Zipse, BMW, Produktionsvorstand
Oliver Zipse, Produktionsvorstand bei BMW: "Bei der Weiterentwicklung des BMW Produktionssystems bleiben die Prinzipien von Lean Production erhalten." Bild: BMW/Muschalla

Im Bereich Smart Logistics entwickelt die BMW Group zukunftsweisende Logistiksysteme weiter: „Die Entwicklung des so genannten Smart Transport Robots ist für die BMW Group ein wesentlicher Meilenstein für die Digitalisierung und Autonomisierung in der Produktionslogistik. Dieses Innovationsprojekt leistet einen wichtigen Beitrag für agile Lieferketten, die sich in der Logistik und Produktion schnell und flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen“, so Dr. Dirk Dreher, Leiter Auslandsversorgung bei der BMW Group. Dreher verweist damit auf zwei selbstfahrende, sensorbestückte Flach-Roboter, die BMW im Rahmen eines Pilotprojekts im Werk Wackersdorf aktuell für die Intralogistik einsetzt. Sie können bis zu 500 Kilogramm schwere Rollcontainer „schultern“ und finden deren Bestimmungsort via digitaler Navigation. Wiederverwendete Batteriemodule aus dem BMW i3 liefern den autonomen Vehikeln künftig Energie für eine ganze Arbeitsschicht von acht Stunden Dauer. Projektpartner der Münchner ist in diesem Fall das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Die Zusammenarbeit im sogenannten „BMW Enterprise Lab for Flexible Logistics“ besteht seit September 2015. Der Transparenz im gesamten Versorgungsnetzwerk und dem verbesserten Zusammenspiel mit den Zulieferern hingegen dienen Smart Data Technologien. Sie liefern Informationen über die gesamte Zulieferkette in Echtzeit und melden auftretende Schwierigkeiten auf den Transportwegen.

Auch aus den Produktionsprozessen heraus sind automatisierte Datenauswertungen möglich. Die Bauteilversorgung der Werke wird via vernetzter Daten wesentlich transparenter und kann Hinweise auf die Qualität der Bauteile geben. Sogenannte Data Matrix Codes erfassen beispielsweise den gesamten Entstehungsprozess der Karbonteile für den neuen BMW 7er. Dabei liefert ein Barcode auch Informationen über die Verarbeitungskette. Die Data Matrix Codes finden derzeit in den Werken Dingolfing und Landshut Anwendung. Mit automatisierten Datenanalysen treibt BMW ebenfalls die Prozesssicherheit in den Werken nach oben. Bei der Auswertung von Standardprozesskurven etwa werden die Daten eines einzelnen Schraubvorgangs automatisch strukturiert und analysiert. Weichen die Daten von Standards ab, werden sofort Maßnahmen eingeleitet, bevor Prozessstörungen auftreten. Eines ist Oliver Zipse auf dem Weg zur Smart Factory wichtig: „Bei der Weiterentwicklung des BMW Produktionssystems bleiben die Grundprinzipien von Lean Production – Takt, Pull,  Null-Fehler – vollständig erhalten.“

Denn eine Smart Factory definiert der Produktionsexperte so: „Lean Production auf Basis stabiler Prozesse mit einem hohen Grad an Agilität und Innovationsfähigkeit. Das ist auch der Weg für die BMW Group.“

Digitalisisierung wird vorangetrieben