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Renault schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen und ist stark von der coronabedingten Auto-Absatzkrise betroffen. Bild: Renault

| von Roswitha Maier

Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire wolle die staatliche Garantie dafür billigen, teilte sein Ministerium am Dienstag in Paris mit. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Hersteller hatte in der vergangenen Woche den Abbau von rund 15.000 Stellen weltweit sowie milliardenschwere Kostensenkungen angekündigt, um einer schweren Krise zu entrinnen.

Le Maire kam mit Vertretern von Renault, der Gewerkschaften sowie Volksvertretern zusammen. Dabei ging es um die Zukunft des großen Werks Maubeuge im Norden des Landes. Es soll nun ein Zukunftsplan verhandelt werden, um Produktion und Beschäftigung über 2023 hinaus abzusichern. In Maubeuge nahe der Grenze zu Belgien wird eine massive Verlagerung von Produktion befürchtet.

Der Fall ist politisch delikat: Präsident Emmanuel Macron hatte vor einer Woche explizit Zusagen für die nordfranzösischen Werke Maubeuge und Douai als Bedingung für den Milliardenkredit gefordert. Diese beiden Fabriken sollen laut Renault zu einem Zentrum für Elektroautos und leichte Nutzfahrzeuge werden. Der Staat ist mit einem Anteil von 15 Prozent ein wichtiger Akteur bei Renault.

Nach früheren Angaben des Renault-Präsidenten Jean-Dominique Senard soll im Zuge der Konzernsanierung bis 2022 ein kleines Werk im Pariser Großraum geschlossen werden. Dieses Werk in Choisy-le-Roi wird inzwischen bestreikt, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Gewerkschaften meldete.

Weitere Schließungen seien nicht geplant, hatte Senard versichert. Renault schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen und ist stark von der coronabedingten Auto-Absatzkrise betroffen. Der Hersteller hat allein in Frankreich 14 Standorte.