Ex-VW-Chef Matthias Müller

Nach dem Rücktritt von Martin Winterkorn war Matthias Müller von September 2015 bis April 2018 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Bild: Volkswagen

| von Roswitha Maier

Der eigens für die Fälle gebildete Spezialsenat hat beide für den 8. Juli als Zeugen beziehungsweise Partei in dem Verfahren geladen, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Ob sie tatsächlich erscheinen, ist allerdings unklar. Sie könnten sich unter Umständen auf ihr Aussageverweigerungsrecht berufen.

In dem konkreten Fall verlangt der Käufer eines Porsche Macan mit Dieselmotor Schadenersatz wegen arglistiger Täuschung. Das Auto, in dem ein Audi-Motor steckt, habe die versprochenen Abgaswerte wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen nicht eingehalten - und der Porsche-Vorstand habe das gewusst. Das Landgericht Stuttgart hatte die Klage abgewiesen. Porsche wollte sich nicht äußern.

Der Spezialsenat am OLG bearbeitet nach Angaben einer Sprecherin inzwischen eine vierstellige Zahl an Diesel-Klagen vor allem gegen Porsche und Daimler. Er ist für Fälle zuständig, die nichts mit dem VW-Motor EA189 zu tun haben, sondern mit anderen Motoren, in denen ebenfalls eine illegale Abgastechnik stecken soll.