Bestes Beispiel ist der 4,67 Meter lange Audi A5, der nicht nur als Stoffdachcabriolet und viertüriger Sportback, sondern auch als klassisches Zweitürer-Coupé angeboten wird. Einziger Makel: wer sich nicht für die besonders imageträchtigen und leistungsstarken S- oder RS-Modelle entscheidet, muss sich mit einem aufgeladenen Vierzylinder für seinen Vortrieb begnügen. Zumindest in der stärkeren Ausbaustufe schlägt der sich allemal souverän, wenn man auch bisweilen von sonor klingenden sechs Brennkammern träumt. Das Aussehen muss man nicht besonders erklären, denn der A5 ist elegant, sportlich und macht in Tiefgarage und auf der Straße eine gleichermaßen schicke Figur. Wenn man dem A5 Coupé etwas vorwerfen kann, dann dass es sich nicht deutlich genug von seinem erfolgreichen Vorgänger unterscheidet. Zwar ist die zweite A5-Generation präziser und kraftvoller, doch etwas frischer hätte man ihn allemal zeichnen können.

Wer sich die ebenso teuren wie leistungsstarken Topversionen S5 und RS5 nicht in die eigene Einfahrt zaubern möchte, kommt um den Audi A5 2.0 TFSI nicht herum. Hier keinen Gedanken an die Basisvariante mit 140 kW / 190 PS, Handschaltung und Frontantrieb verschwenden, sondern sich gleich auf den großen Bruder kaprizieren. Dessen Benziner arbeitet zwar auch nur mit vier Brennkammern, doch die Leistungsausbeute ist mit 185 kW / 252 PS und 370 Nm am 1.600 U/min allemal ordentlich. Der Motor klingt bei weitem nicht so bullig wie ein Sechszylinder, aber für ein Zylinderquartett mit zwei Litern Hubraum kann man nicht meckern. Das gilt einmal mehr für die Fahrleistungen, denn aus dem Stand beschleunigt der Ingolstädter in unter sechs Sekunden auf 100 km/h, um erst bei Tempo 250 von der Bordelektronik eingebremst zu werden. In der Praxis verbrauchte der Audi A5, der sinnvollerweise obligatorisch an Allradantrieb und siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist rund neun Liter Super; rund 2,5 Liter mehr als durch den Normverbrauch in Aussicht gestellt.

Kein Leichtgewicht, aber auch kein träges Stahlross

Der Audi A5 ist auch mit dem kleinen Vierzylinder kein Leichtgewicht, aber alles andere als ein träges Stahlross. Die über 250 PS haben mit den knapp 1,6 Tonnen keinerlei Mühe und das Fahrverhalten des A5 ist über jeden Zweifel erhaben. Er versucht gar nicht erst, den Sportler zu mimen, überzeugt jedoch mit kraftvollen Drehmoment und engagierten Zwischenspurts. Dass der Zweiliter-Turbo bei Leistungsabfragen erst leicht aufheult und den Allradler dann kraftvoll beschleunigt, passt zum hohen Alltagsnutzen. Denn auch wenn der Audi A5 nicht mit einem Diesel unterwegs ist, eignet er sich exzellent für lange Strecken. Auch der Realverbrauch drückt sich dann schnell Richtung Acht-Liter-Marke. Das Doppelkupplungsgetriebe kann gerade bei langsamer Fahrt in der Innenstadt nicht den gleichen Komfort wie eine Achtgangautomatik verbreiten, doch man vermisst nichts und lässt die Hände ohnehin vom überflüssigen Fahrprogrammschalter in der Mittelkonsole.

Innen gibt es das bekannt hochwertige Audi-Bild, jedoch fällt der A5 gegenüber den neuen Audi-Modellen wie Q3, A8, A6 oder A7 mit ihren integrierten Touchdisplays nennenswert ab. Der zentrale Multifunktionsbildschirm sieht aus wie aus dem Zubehör und eine Touchfunktion fehlt ebenso wie eine wirklich gute Sprachbedienung. Besser man gibt Befehle und Navigationsziele per Dreh-Drücksteller ein. Beim Platzangebot zeigt sich der Audi A5 auf Klassenniveau. Die Sportsitze bieten sehr guten Seitenhalt und vorbildlichen Langstreckenkomfort. Hinten können jedoch allenfalls kleinere Kinder sitzen, denn der A5 ist ein 2+2- und kein Viersitzer. Das Kofferraumvolumen: gute 465 Liter.

Es war noch nie günstig ein schickes Coupé zu fahren und hier macht der A5 keine Ausnahme. Der Basispreis mit schwacher Serienausstattung liegt bei 46.600 Euro. Wer ihn artgerecht ausstaffiert, knackt mit Leichtigkeit die 60.000-Euro-Marke. Viel Geld für einen guten Vierzylinder.