Von den neuen Audi-Modellen, die unter Chefdesigner Marc Lichte entstanden sind, dürfte der Audi Q3 der Konkurrenz aus dem In- und Ausland am meisten Kopfzerbrechen bereiten. Ähnlich wie kurz vor ihm der neue Audi A1 hat auch er seine allzu rundlichen Karosserieformen verloren und dürfte daher gerade bei der Konkurrenz von BMW und Mercedes wildern. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist der zweite Q3 um knapp zehn Zentimeter auf 4,49 Meter gewachsen. Breite sowie Höhe blieben nahezu unverändert und trotzdem steht der neue Ingolstädter deutlich flacher und breiter auf der Straße als bisher. Das liegt weniger am auf 2,68 Meter gewachsenen Radstand, sondern an den besseren Proportionen, der kraftvoll ausgeprägten Schulter und der längeren Dachlinie. Dabei verlieren sich die schmalen LED-Scheinwerfer in der Frontansicht durch den mächtigen Kühlerschlund und die zerklüfteten Lufteinlässe geradezu. Deutlich mehr voneinander abgegrenzt sind die verschiedenen Ausstattungsvarianten, die sich durch Kontrastelemente an der Karosserie ebenso wie der Innenraum individualisieren lassen. Insgesamt stehen elf Lackfarben zur Auswahl. Im Innenraum gibt es drei Ausstattungslinien, die frei mit den drei Exterieurpaketen kombinierbar sind.

Im Innenraum orientiert sich der neue Q3 stark an den jüngst vorgestellten größeren Audi-Modellen A6, A7 und A8. Analoge Instrumente sind vergessen und so gibt es die bekannten Digitalinstrumente, die sich zwischen den einzelnen Audi-Modellen durchaus mehr unterscheiden dürften. Das Kombiinstrument hinter dem Lederlenkrad hat je nach Ausstattungsauswahl eine Bildschirmdiagonale von 10,25 oder 12,3 Zoll während der Touchscreen in der Mittelkonsole zwischen 8,8 und 10,1 Zoll groß ist. Auch beim neue Q3 lässt sich Audi Selbstverständlichkeiten wie Navigationsgerät und eine Klimaautomatik als Extra bezahlen. Das Platzangebot ist durch den Gesamtlängenzuwachs und den rund acht Zentimeter erweiterten Radstand deutlich besser als beim Vorgänger, was sich insbesondere auf der Rücksitzbank bemerkbar macht. Hier gibt es deutlich mehr Raum für Kopf, Schultern und Knie. Die Rückbank lässt sich nicht nur im Verhältnis 40:20:40 umklappen, sondern auch um 15 Zentimeter in der Länge verschieben, was zusätzliche Variabilität bringt. Leider fehlt in Reihe zwei eine sinnvolle Sitzheizung. Je nach Stellung der Rückenlehnen liegt das Ladevolumen im neuen Audi Q3 zwischen 530 und 675 Litern, was sich durch Umlegen der Lehnen auf bis zu 1.525 Liter erweitern lässt. Die Ladekantenhöhe liegt bei 75 Zentimetern und für das standesgemäße elektrische Öffnen und Schließen des Heckdeckels muss man ebenso Aufpreis zahlen wie für die meisten Fahrerassistenzsysteme, mit von der Stauunterstützung bis zu Einparkhilfe und Notbremsfunktion ein komplettes Paket bilden.

Zum Marktstart im Herbst sind zunächst ein Diesel- und drei Benzinmotoren verfügbar. Nur die Basisversion mit dem 1,5 Liter großen Turbobenziner mit 110 kW / 150 PS ist wahlweise an Sechsgang-Handschaltung sowie Frontantrieb gekoppelt. Die stärkeren Zweiliter-Vierzylinder mit 140 kW / 190 PS / 320 Nm sowie 169 kW / 230 PS / 350 Nm bieten standesgemäß serienmäßig Allradantrieb mit hydraulischer Lamellenkupplung und ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Das Dieselangebot ist überschaubar. Zunächst gibt es nur einen Zweiliter-TDI mit 110 kW / 150 PS, der später um eine 190-PS-Variante ergänzt wird. Marktstart für den neuen Audi Q3 ist im November. Die Preise dürften knapp über 30.000 Euro beginnen. Weitere Motorvarianten und hierbei insbesondere die Sportversion des RS Q3 mit einem 350 PS starken Fünfzylinder-Turbo folgen im kommenden Jahr. Eine Plug-In-Hybridvariante ist erst einmal nicht angedacht.