| von Stefan Grundhoff

Wie gerne hätte BMW in der Oberklasse eine elektrische Limousine, die dem in die Jahre gekommenen Model S von Tesla hinterhereilt, es eiligst überholt und sich so einen nennenswerten Vorsprung gegenüber der deutschen Premiumkonkurrenz herausfährt. Schließlich lassen Mercedes EQE und Audi E6 ebenso noch längere Zeit auf sich warten wie die internationale Konkurrenz. So muss es auch weiterhin der BMW 530e richten, der mit der Modellpflege einen leistungsstarken Bruder bekam. Wem der wenig spektakuläre Vierzylinder-Turbo als Basistriebwerk nicht reicht, der kann zukünftig aus dem Vollen schöpfen, denn anders als die Konkurrenz bietet BMW mit dem 545e auch die Kombination aus Reihensechszylinder und Elektromotor an, die Kopf und Herz gleichermaßen anspricht. Das gab es bisher nur bei den größeren Modellen der 7er und X5-Raureihe.

Doch die meisten Kunden werden sich schon wegen der Preisstruktur für den kleinen Bruder in Form des BMW 530e entscheiden, der zwar nicht des Image eines Sechszylinders bietet, jedoch mit Fahrleistungen glänzt, die die Steuervorteile und Bezuschussungen, die es aktuell gibt, noch attraktiver machen. Optisch haben sich durch die Modellpflege nach drei erfolgreichen Jahren nur wenige Komponenten wie die LED-Leuchteinheiten und Karosseriedetails geändert. Aus BMW 7er und X7 wanderten die bekannten Bedien- und Anzeigeelemente in den aufgefrischten 5er. Neben dem Display hinter dem ebenfalls neuen Lenkrad gibt es ein 10,25 Zoll großes Anzeigefeld für Navigation und zahlreiche andere Funktionen, das sich optional auf zeitgemäße 12,3 Zoll aufstocken lässt. Neu gestaltet sind ebenfalls die vorderen Sitze, die wahlweise als Sport-, Normal- oder klimatisierter Komfortsitz zu bekommen sind. Erstmals verfügbar: ein schicker Kunstlederstuhl.

Die Vier- und Sechszylindertriebwerke sind ab diesem Modelljahr mit einem 48-Volt-Bordnetz ausgestattet, das die Verbräuche nennenswert senken soll. Der Startergenerator entlastet mit einer Zusatzleistung von 8 kW / 11 PS den Verbrenner, boostet bei Bedarf und drückt somit nicht zuletzt auch den Realverbrauch. Beim BMW 530e - der mit gleicher Leistung in China als langer Radstand des 535 Le angeboten wird - ist die Boostleistung nennenswert höher als bei den Varianten mit Startergenerator. Dabei blieben Motorleistung und Akkupaket im Vergleich zum bisherigen Modell unverändert. So liegt die Gesamtleistung, die der zwei Liter große Turbomotor (135 kW / 184 PS) und das in der Getriebeglocke verbaute Elektromodul (80 kW / 109 PS) einbringen, unverändert bei 215 kW / 292 PS. Dabei hat der Kunde die Wahl, ob Limousine oder Kombimodell sowie zwischen Hinterrad- und dem empfehlenswerten Allradantrieb, der gerade einmal 60 Kilogramm Mehrgewicht bringt, den Bayern aber besser denn je macht. Erstmals ist für die beiden 5er-Versionen mit Plug-in-Antrieb auch die Hinterachslenkung verfügbar, die mehr Dynamik bei schneller Fahrt und eine größere Wendigkeit in der City bietet.

Nur 410 Liter Kofferraum

Der 4,96 Meter lange BMW 530e ist mit dem wenig emotionalen Vierzylinder trotz eines Leergewicht von 1.910 Kilogramm nicht zuletzt durch 420 Nm maximales Drehmoment gut motorisiert, wenngleich der Durchzug eines 530d oder noch stärkerer Modelle fehlt. Für einen besseren Klang des Zweiliter-Triebwerks sorgt der Sportmodus, bei dem sich ein Soundmodul zuschaltet und den Insassen vorgaukelt, dass der kleine Motor satter, kraftvoller und sonorer tönen würde. Muss nicht sein, aber ist für den ein oder anderen Kunden durch den zu- wie abschaltbaren Sportmodus sicher eine Versuchung. Der Klang hat jedoch keine Auswirkungen auf die Fahrleistungen, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h jedoch ebenso solide sind wie der Imagespurt 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. Der Normverbrauch des bayrischen Oberklassemodells liegt bei 1,7 Litern Super oder 13,8 kWh pro 100 Kilometer. Rein elektrisch schafft der BMW 530e eine Strecke von 58 Kilometern - nicht gigantisch, aber für viele Kunden wohl ausreichend. Rein elektrisch ist der Bayer 140 km/h schnell. Um den Akku voll aufzuladen, vergehen an einer Steckdose mit 3,7 kW rund dreieinhalb Stunden.

Das Laderaumvolumen ist bei dem BMW-Plug-in-Hybriden mit 410 Litern überschaubar. Das Batteriepaket mit seinen 12 kWh ist versteckt unter der Fondsitzanlage verbaut; trotzdem finden Erwachsene auf den Rücksitzen genügend Platz. Die Sitze könnten im Fond jedoch etwas weicher sein und so ein besseres Komfortniveau bieten. Besser sieht es vorne aus, wo die Komfortsitze besten Seitenhalt und vorbildlichen Langstreckenkomfort bieten. Dass die Displays etwas größer sind und die Bedienung so einfach bleibt, wie sie es immer war, erfreut Fahrer und Passagiere gleichermaßen. Der Basispreis für den allerdings nur mäßig ausgestatteten BMW 530e liegt bei 54.783 Euro. Wer den sinnvollen Allradantrieb wählt und sich für entsprechende Komfort- sowie Sicherheitsausstattungen auf Oberklasseniveau entscheidet, drückt den Realpreis des BMW 530e xDrive auf mehr als 70.000 Euro - da kommt die Verkaufsprämie und die steuerlichen Vergünstigungen gerade recht.

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