• Der BMW 540i kommt im Februar auf den Markt. Bild: BMW

    Der BMW 540i kommt im Februar auf den Markt. Bild: BMW

  • 5,1 Sekunden braucht er bis Tempo 100. Bild: BMW

    5,1 Sekunden braucht er bis Tempo 100. Bild: BMW

  • 250 km/h ist er schnell. Bild: BMW

    250 km/h ist er schnell. Bild: BMW

  • Der BMW 540i kostet 57.700 Euro. Bild: BMW

    Der BMW 540i kostet 57.700 Euro. Bild: BMW

  • 68 Liter fasst sein Tank. Bild: BMW

    68 Liter fasst sein Tank. Bild: BMW

  • 6,5 Liter Benzin verbraucht er auf 100 Kilometern. Bild: BMW

    6,5 Liter Benzin verbraucht er auf 100 Kilometern. Bild: BMW

  • 3,0 Liter ist sein Reihensechszylinder groß. Bild: BMW

    3,0 Liter ist sein Reihensechszylinder groß. Bild: BMW

  • Der BMW 540i ist 4,94 Meter lang,... Bild: BMW

    Der BMW 540i ist 4,94 Meter lang,... Bild: BMW

  • 2,13 Meter breit und... Bild: BMW

    2,13 Meter breit und... Bild: BMW

  • 1,47 Meter hoch. Bild: BMW

    1,47 Meter hoch. Bild: BMW

  • 340 PS ist er stark. Bild: BMW

    340 PS ist er stark. Bild: BMW

  • 450 Newtonmeter kommen an seiner Hinterachse an. Bild: BMW

    450 Newtonmeter kommen an seiner Hinterachse an. Bild: BMW

  • Eine Achtgangautomatik sorgt für entspanntes Fahren. Bild: BMW

    Eine Achtgangautomatik sorgt für entspanntes Fahren. Bild: BMW

  • 675 Kilogramm kann er zuladen. Bild: BMW

    675 Kilogramm kann er zuladen. Bild: BMW

  • Fünf Personen finden in ihm Platz. Bild: BMW

    Fünf Personen finden in ihm Platz. Bild: BMW

  • 530 Liter fasst sein Kofferraum. Bild: BMW

    530 Liter fasst sein Kofferraum. Bild: BMW

  • Auf Wunsch steht eine Integral-Aktivlenkung parat. Bild: BMW

    Auf Wunsch steht eine Integral-Aktivlenkung parat. Bild: BMW

  • Das 3,0 Liter große Reihensechszylinder-Aggregat. Bild: BMW

    Das 3,0 Liter große Reihensechszylinder-Aggregat. Bild: BMW

  • Das Cockpit des BMW 540i. Bild: BMW

    Das Cockpit des BMW 540i. Bild: BMW

  • Hier ist Platz für drei Personen. Bild: Mercedes

    Hier ist Platz für drei Personen. Bild: Mercedes

"Papa, schau mal, da kommt ein Fünfer BMW", wird ab sofort kaum noch zu hören sein. Denn mit der Neuauflage des seit 1972 über acht Millionen Mal verkauften Fünfers wird der Übergang zu seinem großen Bruder noch fließender - um nicht zu sagen kaum noch erkennbar. Selbst von der Seite betrachtet werden auch eingefleischte BMWler keine hohen Summen verwetten, ob dies nun ein Oberklassen- oder Luxusklassenmodell ist. Was die Kunden des neuen Fünfers freut, dürfte die des Siebeners vielleicht ein wenig ärgern. Und nicht nur von außen, auch im Innenraum sorgt der mindestens 57.700 Euro teure BMW 540i für überraschte Blicke. Denn er ist endlich in der ersten Oberklasse angekommen. Hochwertige Materialien, ein modernes Infotainment und Sitze, die selbst nach hunderten Kilometern nicht den Wunsch nach einem raschen Ende der Tour aufkommen lassen. Na gut, warum der große Mittelkonsolen-Bildschirm trotz des seit einigen Jahren bekannten und sich etablierten Bediensystems unbedingt angefasst werden muss, ist nicht ganz nachvollziehbar. Erst recht nicht, da selbst groß gewachsene Fahrer und Beifahrer den Kontakt zur Rückenlehne abreißen lassen müssen um ihn überhaupt erreichen zu können. Die Gestensteuerung hingegen funktioniert reibungslos. Wer sie braucht, steht in den Sternen. Doch selbst wenn es nur für die Vorführung beim nervigen Nachbarn genutzt wird, erfüllt es auch so immerhin einen Zweck.

Mehr als nur seinen Zweck erfüllt der 3,0 Liter große Reihensechszylinder des BMW 540i, der am 11. Februar 2017 zum ersten Mal auf unsere Straßen rollt. Die Achtgang-Automatik braucht sich derweil nicht hinter Noch-Mehr-Gang-Automaten der Konkurrenz verstecken. Sie arbeitet zuverlässig und ruckelfrei und versorgt die Hinterräder mit 340 PS beziehungsweise 450 Newtonmetern. Was sich sportlich liest, ist es natürlich auch. Doch wer Sportlichkeit BMW-typisch erleben möchte, sprich hören und fühlen möchte, der sollte ein paar Euro auf die hohe Kante legen und auf die M-Versionen warten. Denn selbst bei durchgedrücktem Gaspedal entfleucht dem Sechsender kaum mehr als ein laues Motivchen. Fast fünf Meter weiter hinten hört sich das ganze schon etwas aggressiver, aber leider auch synthetischer an. Es wirkt fast so, als wenn BMW beim neuen, um 100 Kilogramm leichteren Fünfer mehr Wert auf die elektronische Verbindung zwischen Mensch und Maschine gelegt hätte. Die Emotionen bleiben hier leider ein wenig auf der Strecke.

Damit die emotionslose Fahrt jedoch so sicher wie möglich von statten geht, dafür sorgen imaginäre Helferlein an jedem Winkel des Fahrzeugs. Selbst der Spurwechsel kann völlig automatisch durchgeführt werden. Dass dieses System, verbunden mit dem gern mal zum Abbiegen neigenden Spurhalteassistent lediglich als Grundbausteine für das große Ganze namens autonomes Fahren angesehen werden kann, wird in der Praxis leider sehr schnell deutlich. Sind der adaptive Abstandsregeltempomat und der aktive Spurhalteassistent aktiviert und das Fahrzeug fährt wie von Geisterhand auf seiner Spur, denkt sich jeder erst einmal "Willkommen in der Zukunft". Weicht dann jedoch die rechte oder auch die linke durchgezogene Linie einer unterbrochenen Linie, da sich eine Abbiegespur eröffnet, heißt es schnell mal "Bis hierhin und nicht weiter. Ich mache dann mal das System aus." Warum? Der Fünfer folgt stupide der durchgezogenen Linie.

1,6 Tonnen schwer

Ein ähnlich skurriles Szenario taucht beim Spurwechsel auf, der per sanftem Lenkstockhebeleinsatz initiiert wird. Sollte sich das System mal davon überzeugen lassen, dass alle sicherheitsrelevanten Kriterien erfüllt sind und das Ende der Autobahn dann noch nicht erreicht ist, wechselt das Fahrzeug die Spur. "Wow" ist der erste Gedanke. "Och nö" der zweite. Denn kaum im neuen Fahrwasser und sich in die Kiellinie des Vorausfahrenden eingeklinkt, fordert die Elektronik einen Nachweis, dass der Fahrer noch lebt. Sprich: Der Fahrer muss das Lenkrad kurzfristig mal wieder übernehmen beziehungsweise es berühren. "Dann hätte ich auch gleich selbst rüberfahren können - und das vor gefühlt zehn Kilometern" bildet das Mundwerk wie von selbst.

Und eigentlich hat es damit auch gar nicht so Unrecht. Denn der 5,1 Sekunden bis Tempo 100-Flitzer in seinem 1,6 Tonnen-Kleid will trotz zahlloser Helfer und zahmem Klangbild eigentlich nur eines: hart angefasst werden. Seine präzise zu bedienende elektromechanische Zahnstangen-Servolenkung, die auf Wunsch einer Integral-Aktivlenkung weicht sowie die satt zupackenden Bremsen und die spontane Gasannahme sorgen für Fahrspaß pur. Kaum im Sport-Modus angekommen will niemand mehr so recht zurück. Interessant ist zudem, dass das Fehlen einer in diesem Segment mittlerweile etablierten Luftfederung nicht negativ, sondern mit 30 Kilogramm weniger sogar positiv ins Gewicht fällt. Der BMW 540i fährt sich sportlich, ja. Aber unkomfortabel? Nein. Der Spagat zwischen beiden Welten ist den Ingenieuren außerordentlich gut gelungen und wird eigentlich auch nur noch vom Normverbrauch übertroffen. Denn mit 6,5 Litern Benzin auf 100 Kilometern hätte kaum jemand gerechnet.