Der Fahrer des Audi-Kombis mit der vierflutigen Abgasanlage weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Erst röhrt der Motor, dann knickt sein Kopf leicht nach rechts oben. Doch der Blick in den Rückspiegel zeigt: immer noch folgt ihm das graue BMW Coupé - natürlich in sicherem Abstand und mit legaler Geschwindigkeit. Was der wackere Held der vier Ringe nicht ahnt. Das Vehikel, das so leichtfüßig um die Kurven der verwinkelten Landstraße tanzt, ist ein BMW M240i xDrive Coupé Performance Edition. Die wichtigsten Rahmendaten: 250 kW / 340 PS, von null auf 100 km/h in 4,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 250 km/h. Das Ganze garniert mit einem Leistungsgewicht von 6,2 Kilogramm pro Kilowatt und einem Radstand von 2,69 Metern verschafft dem wieselflinken Münchner in den engen Kehren einen großen Vorteil. Die Leistung ist auch nicht von schlechten Eltern, denn das M240i xDrive Coupé Performance Edition hat nur 22 kW / 30 PS weniger als ein M2 Coupé und ist mit einem Leergewicht von 1.540 Kilogramm auch kein allzu schwerer Brocken.

Allerdings, um gleich mal den "Ja, aber"-Sagern Genüge zu tun, fehlt dem M240i das kompromisslos sportlich ausgelegte Fahrwerk des M2. Also können sich die Anhänger der "nur ein M ist ein echter M"-Doktrin entspannt zurücklehnen, denn er existiert durchaus, der Respektabstand. Dem Spaß im BMW M240i Coupé M Performance Edition tut das keinen Abbruch. Der aufgeladene Reihensechszylinder jubelt gerne hoch, fletscht aber bereits ab 1.520 U/min seine Zähne und entfaltet das volle Drehmoment von 500 Newtonmetern. Dazu passt das sämige Hochdrehen des Turbo-Triebwerks untermalt von einem samtig sonoren Klang des Sechsenders, der stets präsent, aber nie aufdringlich signalisiert: Ich bin bereit, wann immer Du loslegen willst. Im Sport-Modus wird das flotte Coupé auf Athletik getrimmt. Dann straffen sich die adaptiven Dämpfer, die Lenkung verhärtet sich und die Befehle des Gaspedals werden noch unmittelbarer umgesetzt. Die gut abgestimmte Achtgang-Automatik schnalzt die Gänge später hinein, um der Drehfreude des Sechsender-Kraftwerks unter der Motorhaube Genüge zu tun, das seine Zustimmung durch voluminös jubelnde Verbrennungsarien in einem anschwellenden satten Bariton kundtut.

Sportlich lässt sich dieser BMW M240i ebenfalls nicht lumpen, die Lenkung ist präzise, ohne jedoch ganz die knackige Schärfe des M2-Pendants zu erreichen. Ähnliches gilt für das Fahrwerk, das in Kombination mit dem Allradantrieb, schnelle Kurvengeschwindigkeiten zulässt, aber eben nicht so kompromisslos auf Rundenbestzeit getrimmt ist, wie das des M2. Allerdings ist auch der M240i keine Sänfte, kurz aufeinanderfolgende Stöße reicht auch dieses Fahrwerk ziemlich ungefiltert an die Passagiere weiter. Ein Umschalten auf den Komfort-Fahrmodus bringt übrigens kaum eine Linderung, da die Fahrmodi ziemlich eng gespreizt sind.

Auch entspanntes Fahren möglich

Aber dieser M240i kann auch entspannt. Auf Autobahnen und geraden Landstraßen bleibt Zeit sich den Neuheiten des Facelifts für die 2er-Modellreihe zu widmen, die auch bei den Sportlern zum Tragen kommen: Die sind übersichtlich und betreffen hauptsächlich das Infotainment, das jetzt auch bei der Kompaktklasse die neueste Version mit der Kacheloptik hat. "Die Konnektivität ist für die jüngeren Autofahrer wichtig", erklärt Projektleiter Armin Hildisch und beeilt sich hinzuzufügen, dass kein Motor mehr identisch ist, mit den Triebwerken, die beim Start der 1er und 2er Baureihe vorhanden waren. Beim Fahren hilft auch der neue adaptive Tempomat, der vom BMW 3er übernommen wurde und sehr geschmeidig agiert. Das hilft beim entspannten Vorankommen.

Das BMW M240i Performance Coupé ist ein sportliches Fahrzeug, der aber nicht ganz an den M2 heranreicht. Der Unterschied manifestiert sich auch im Preis: Das M2 Coupé kostet 59.500 Euro und das BMW M240i xDrive Coupé M Performance Edition 55.700 Euro. Das entspricht einem Aufpreis von 4.600 Euro gegenüber dem BMW M240i xDrive Coupé. Teil des Performance Pakets sind unter anderem geschmiedete 19-Zoll-Alus, aerodynamische Verbesserungen im Frontspoiler durch Luftführungen und Splitter, einen Carbon-Heckspoiler sowie einen Diffusor am Heck. Wer diese besondere Variante will, muss sich beeilen, denn es wird nur etwa 750 Stück davon geben.