Mehr als ein Jahr nach seiner Markteinführung in China rollt der Citroen C5 Aircross im Februar 2019 endlich auch in Europa an. Plattform und Technik sind identisch mit der von Peugeot 3008 und DS7; Spurweite und Radstand sind praktisch die gleichen wie beim DS. Dazu gibt es McPherson-Federbein-Vorderachse und Torsionshinterachse, sowie die bekannten Triebwerke mit einem Leistungsspektrum von 130 PS (1,2-Liter-Dreizylinder) bis 181 PS (1,6-Liter-Vierzylinder). Geschaltet wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder bei den stärkeren Modellen über eine Achtstufenautomatik aus dem Haue Aisin. Unverändert fehlt allen Motorvarianten ein zumindest optionaler Allradantrieb.

Der C5 Aircross unterscheidet sich vom extravaganten DS7-Stil und dem muskulöseren Peugeot 3008 durch seine weicheren und runderen Linien innerhalb der aktuellen Citroen-Designsprache. Farblich angepasst lassen sich die Dachreling und die hinteren Säulen in insgesamt 30 Kombinationsmöglichkeiten ebenso individualisieren wie der Innenraum. Das Interieur zeigt für ein Fahrzeug, das in der 30.000-Euro-Klasse unterwegs ist, jedoch Vollverkleidungen aus Hartplastik, preiswerte Materialien und einen untauglichen Innenspiegel. Die digitale 12,3-Zoll-Instrumentierung ist groß dimensioniert, aber entsprechend unübersichtlich. Etwas zu klein ist der acht Zoll große Multifunktionsbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts mit seinem veralteten Grafiken für Entertainment und Navigation.

Das Handschuhfach und die große Falltür unter der vorderen Mittelarmlehne mit seiner geteilten Öffnung sorgen zusammen mit den großen Türtaschen für einen aufgeräumten Innenraum. So erinnert der C5 Aircross zusammen mit einigen Außendetails an bekannte Minivan-Konzepte, von denen sich die Franzosen in den vergangenen zwei Jahren zunehmend entfernt haben. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich 15 Zentimeter in der Länge verschieben, was entweder dem Knieraum oder dem Ladeabteil nennenswert zugutekommt. Zudem kann die Neigung der Rücksitzlehnen um überschaubare sechs Grad variiert werden, was die Aufenthaltsqualität auf längeren Strecken erhöht. Die Sitze gehören neben dem großzügigen Platzangebot zu den starken Seiten des Franzosen, denn diese sind üppig dimensioniert, bequem und besser als der Rest des Innenraums verarbeitet. Auf Wunsch gibt es vorne sogar eine Massagefunktion. Hinter der nur optional elektrischen Heckklappe steht den Insassen ein Ladevolumen von 580 bis 1.630 Litern zur Verfügung.

Kraftvoller Diesel - und kein Allradantrieb

Der 4,50 Meter lange Citroen C5 Aircross ist kein Blender, denn er gaukelt einem optisch kaum vor, ein echter SUV zu sein. Das wird unterstützt von einer fehlenden Allradoption, die nahezu alle anderen Konkurrenten bieten. Nicht ersetzt werden kann der 4x4-Vortrieb im leichten Gelände durch die verschiedenen Fahrprogramme des Vorderradantriebs und eine Bodenfreiheit von immerhin 23 Zentimetern. Das neu entwickelte hydraulische Dämpfersystem CAC ist nicht nur komfortabel, sondern kann durchaus auch weich federn, was auf schlechten Fahrbahnoberflächen seine Vorteile hat. Mit diesem Dämpfersystem wollen die Franzosen wieder an die Glanzzeiten der Hydropneumatik anknüpfen und haben dafür 20 Patente ersonnen. Der Kniff der neuen Dämpfer, ist, dass die klassischen mechanischen Anschläge durch hydraulische ersetzt werden, die sowohl bei Druck also auch bei Zug arbeiten. Damit verlängert sich zum einen der Federweg und der Rückstoß-Effekt, der bei den konventionellen Stoppern auftritt, findet nicht mehr statt. Damit die Dämpfung nicht zu einem schaukelnden Schiff mutiert, sind zwei kleine Dämpfer installiert, die sowohl bei der Zug-, als auch bei der Druckstufe zum Einsatz kommen. Diese Dämpfer haben Löcher, deren Durchmesser von oben nach unten kleiner wird und durch den beweglichen Zylinder je nach Druck verschlossen werden können. Wenn die Löcher offen sind, kann das Öl ungehindert durchfließen und damit ist die Federung weicher. Genau andersherum ist es, wenn die Löcher geschlossen sind, oder die Hydraulikflüssigkeit durch kleinere Auslässe gedrückt werden muss: Dann verhärtet sich das Fahrwerk. Das passiert sukzessive, also erhöht sich der Komfort und das Nachfedern reduziert sich. An die ebenso leichtgängige wie ungenaue Lenkung muss man sich jedoch gewöhnen.

Einen soliden Eindruck macht der zwei Liter große Commonraildiesel mit 130 kW / 177 PS, der den 1,5 Tonnen schweren Aircross-Franzosen kraftvoll bewegt. Jedoch liegt das maximalen Drehmoment von immerhin 400 Nm erst bei 2.000 U/min an. Je nach angewähltem Fahrprogramm gilt es daher eine entsprechende Anfahrschwäche zu überspringen, ehe die Leistung spürbar an der Vorderachse zerrt. Seine Höchstgeschwindigkeit: 211 km/h. Dezent im Hintergrund: die gut abgestimmte Achtgang-Automatik, die ein Quantensprung zu den alles andere als überzeugenden automatisierten Schaltgetrieben war. Bei den ersten Testfahrten pendelte sich der Verbrauch bei üppigen acht Litern ein. PSA dagegen verspricht einen Normverbrauch von 4,8 Litern. Der Einstiegspreis für das Basismodell des Citroen C5 Aircross Puretech 130 liegt bei 23.290 Euro. Der gefahrene C5 Aircross 2.0 Blue HDI 180 kostet ordentlich ausgestattet bereits 32.890 Euro.

Anfang 2020 soll der Citroen C5 Aircross auch als Plug-In-Hybrid verfügbar sein. Bis 2025 wollen die Franzosen in jeder Produktreihe mindestens eine elektrifizierte Version anbieten. Im C5 wird dabei ein 1,6 Liter großer Benziner (180 PS) mit einem 80 Kilowatt / 337 Nm starken Elektromotor kombiniert, was eine Maximalleistung von 225 PS und eine elektrische Reichweite von bis zu 100 Kilometern realisieren soll. Während das Lithium-Ionen-Akkupaket eine Kapazität von 13,2 kWh hat, soll die elektrische Höchstgeschwindigkeit 136 km/h betragen. Der Normverbrauch: 2,0 Liter / 50 g CO2. Die Ladezeit liegt je nach Stromstärke zwischen vier und acht Stunden.