| von Wolfgang Gomoll

Das ganz große Pfund, mit dem der Citroen e-Jumpy wuchert, ist die Reichweite. Wählt man die 75-Kilowattstundenbatterie, soll der elektrifizierte Kastenwagen bis zu 330 Kilometer weit kommen, ohne, dass er an die Steckdose muss. Entscheidet man sich für die 50-kWh-Variante, sind es immer noch 230 Kilometer. Damit übertrifft der Franzose den VW Abt e-Caddy um mindestens 71 Kilometer. Zudem erreicht der Volkswagen-Stromer diese Reichweite bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h. Für den innerstädtischen Betrieb ist das sicher schnell genug und der Motor des e-Caddy mit 83 kW / 113 PS ausreichend. Die Reichweite dürfte für Lieferdienste ausreichen, wenn man die Batterie täglich neu befüllen kann. Wenn es aber als Taxi oder Transporter über Land geht, dann sieht die Sache schon anders aus, da helfen dem Citroen e-Jumpy seine 100 kW / 136 PS, das maximale Drehmoment von 260 Newtonmetern und die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Diese Höchstgeschwindigkeit wird übrigens in allen drei Fahrmodi erreicht: Bei "Eco" werden Verbraucher wie die Klimaanlage und die Kraft des Motors eingebremst, "Normal" stellt den besten Kompromiss zwischen Reichweite und Leistung dar und "Power" holt alles aus dem Antriebsstrang heraus. Das kann vor allem bei einer schweren Fracht hilfreich sein, geht aber definitiv auf Kosten der Reichweite. Immerhin kann der Elektro Jumpy eine Nutzlast von bis zu 1.275 Kilogramm stemmen und dank der Anhängerkupplung bis zu einer Tonne schleppen. Den Citroen e-Jumpy gibt es in drei Längen, um so für alle Anforderungen gewappnet zu sein. Neu im Bunde ist die Version XS (4,60 Meter), die ein Ladevolumen von bis zu 4,6 Kubikmetern hat. Bei XM misst der Jumpy 4,95 Meter (5,8 Kubikmeter) und wenn man sich für die Maxi-Version XL entscheidet, sind es 5,30 Meter. Dann wächst das Volumen auf 6,6 Kubikmeter. Allen Varianten gemein ist die Breite von 1,25 Meter und damit die Fähigkeit, Europaletten Problem zu verstauen. Die Höhe von lediglich 1,90 Metern erlaubt es, den e-Jumpy auch in Tiefgaragen zu fahren, was für Transportdienstleister nicht ganz unerheblich ist.

Das optional erhältliche Moduwork-Modul erhöht die Variabilität: Drei Personen finden in der ersten Reihe Platz. Der äußere Beifahrersitz kann so zusammengeklappt werden, dass eine ebene Ladefläche entsteht, die bis zu vier Meter lang ist. Senkt man die Mittelarmlehne ab, kann man einen kleinen drehbaren Tisch nutzen, im Getränkehalter auf der Fahrerseite kommt das Smartphone inklusive Stromversorgung unter und auch das Tablet hat im Cockpit eine eigene Halterung.

Wie der Opel Vivaro-e und Peugeot e-Expert basiert der Jumpy auf der PSA-Elektroalleskönner-Plattform EMP2. Daher ist es kein großes Wunder, dass sich die technischen Daten gleichen. Steckt man den e-Jumpy an eine 100 kW-Schnellladestation, ist 50-kWh-Batterie in 30 Minuten und die 75-kWh-Akkus in nur 45 Minuten bis zu 80 Prozent wieder gefüllt. Für viele Gewerbetreibende ist es wichtig, dass die 50-kWh-Batterie an einem 7,4-kW-Ladeanschluss in weniger als acht Stunden wieder voll im Saft steht. Auch das Laden an einer konventionellen Haushaltssteckdose und das Nutzen einer heimischen Ladestation sind machbar. Die Garantie auf die elektrische Antriebseinheit und die Batterie beträgt acht Jahre oder 160.000 Kilometer. Per Free2Move App sind europaweit rund 160.000 Ladestationen auffindbar. Aufgrund der EMP2-Plattform bietet der Citroen e-Jumpy - je nach Ausstattung - einiges an Fahrassistenten: Angefangen von der Rückfahrkamera, einem Spurhalte-Assistenten, einem Head-up-Display bis hin zu einem Notbremsassistenten. Das Infotainment läuft über den sieben Zoll großen Touchscreen ab, die Einbindung des Smartphones geschieht via Apple CarPlay oder Android-Auto. Wie der Peugeot e-Expert kommt der Citroen e-Jumpy im zweiten Halbjahr 2020 auf den Markt. Gegen Ende des Jahres folgt die rein elektrisch angetriebene Version des Jumper und 2021 der vollelektrische Berlingo-Kastenwagen.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_apr" existiert leider nicht.