Ford lässt keinen Stein mehr auf dem anderen. Das Limousinengeschäft wird zu großen Teilen eingedampft und die Allianz mit VW startet bei den Pickups. Doch das Tagesgeschäft läuft ebenfalls weiter und da bringen die Amerikaner die dritte Generation des Kompakt-SUVs Kuga auf den Markt. Der Zeitpunkt überrascht ein wenig, da sich der Crossover im letzten Jahr europaweit 153.259 mal verkauft hat, das ist die höchste Zahl seit der Einführung der Baureihe vor elf Jahren. 

Doch auch beim Automobil ist das Bessere der Feind des Guten. Denn Ford rüstet die dritte Generation des Kuga, die Ende dieses Jahres auf den Markt kommt, technisch deutlich auf. Die Basis dafür ist die neue C2-Architektur, die dem Kompakt-Crossover als erstes Ford-SUV verpasst wird. Damit sind eine um zehn Prozent höhere Verwindungssteifigkeit und eine Gewichtsreduktion von bis zu 90 Kilogramm inklusive. In der Kompaktklasse ist das durchaus eine Ansage.

Das hilft bei der Hybridisierung, durch die zusätzliches Gewicht ins Auto kommt. Der Kuga ist die erste Baureihe des amerikanischen Autobauers, bei dem drei verschiedene Hybridvarianten geplant sind – ein Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid-Antrieb. Los geht es beim Marktstart mit dem PHEV. Der Antriebsstrang dieses Plug-in-Hybrids besteht aus dem 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, der nach Atkinson-Prinzip arbeitet und einem Elektromotor, was zu einer Systemleistung von 166 kW / 225 PS führt. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 14,4 Kilowattstunden, was für eine rein elektrische -Reichweite von rund 50 Kilometern reicht. Den Norm-Verbrauch gibt Ford mit 1,2 Litern pro 100 Kilometer an. Nach etwa vier Stunden an einer 230 Volt-Steckdose sind die Akkus wieder voll. 

Beim Mild-Hybrid kombiniert Ford einen Zweiliter-Diesel mit 110 kW / 150 PS und einem Riemen-Starter-Generator (Belt-driven Integrated Starter/Generator, BISG), bei dem die 48-Volt-Technik zum Einsatz kommt, was zu einem Durchschnittsverbrauch von fünf Litern pro 100 Kilometer führen soll. Für ein Dieseltriebwerk sollte mit dieser Technik aber schon eine Vier vor dem Komma stehen. Der Voll-Hybrid rundet 2020 die Palette der elektrifizierten Antriebe ab. Hier bekommt dann wieder der 2.5-Liter-Benziner elektrische Unterstützung und braucht so 5,6 l/100 km. Neben den Hybrid-Varianten bietet Ford auch konventionelle Verbrenner an: Zwei Diesel mit 88 kW / 120 PS und 140 kW / 190 PS sowie zwei Ecoboost Dreizylinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 88 kW / 120 PS oder 110 kW / 150 PS.

 

Bei den Assistenzsystemen legt Ford bei der dritten Generation des Kugas ebenfalls nach: Unter anderem sind ein adaptiver Tempomat inklusive Verkehrsschild-Erkennung, ein Toter-Winkel-Assistent und ein Stau-Assistent mit Stop & Go-Funktion und Fahrspur-Pilot enthalten. Die Konnektivität ist beim neuen Kuga jetzt zeitgemäßer. Geboten werden ein WLAN-Hotspot, die Fahrzeugortung und Echtzeit-Verkehrsdaten. Neu beim Kuga ist der Fahrmodusschalter, der fünf Programme bereithält: Neben den bekannten Einstellungen „Normal“, „Sport“ und „Eco“ kommen noch „Rutschig“ (bei winterlichen Straßenverhältnissen) sowie „Tiefschnee/Sand“ dazu.

Das Cockpit ist deutlich entschlackt. Im Zentrum steht ein 12,3-Zoll-Bildschirm und die Rundinstrumente sind ebenfalls digital. Das Head-up-Display mit dem ausklappbaren Plexiglas-Bildschirm versorgt den Fahrer mit allen wichtigen Informationen. Ganz analog sind die besseren Platzverhältnisse im neuen Kuga. Die dritte Generation des Kompakt-Crossovers ist 89 Millimeter länger (jetzt 4,61 Meter), 44 Millimeter breiter (1,88 Meter) und 20 Millimeter flacher als der Vorgänger. Das lässt den Ford-Crossover satter auf der Straße stehen. Der Radstand wächst um 20 Millimeter auf 2.710. Meter, damit hat man vor allem in der zweiten Reihe mehr Platz, zumal sich die Rückbank auch längs verschieben lässt.