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  • Quicar, Bild: Quicar / press-inform

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Wer heutzutage durch die Straßen einer deutschen Metropole schlendert, dem fallen die bunten Fahrzeuge gleich ins Auge. Waren es früher Pizzaboten und Arzneimittellieferanten, die mit großen Logos aus der Blechkolonne heraus stachen, sind es heute die Car-Sharing-Mobile. Meist kleinere Autos, mit denen man auch schnell einen Parkplatz findet. Die Anbieter schießen wie Pilze aus dem Boden. Meistens stehen große Automobilhersteller hinter den Firmen: Car2Go (Daimler), DriveNow (BMW und Sixt) oder Quicar (VW, Pilotprojekt in Hannover). Außerdem im Spiel: Flinkster (Deutsche Bahn) oder lokale Anbieter, wie etwa Stattauto in München.

Das Gedränge um die Kunden ist groß. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sagt dem Carsharing eine goldene Zukunft voraus. Weltweit werde der Markt für gemeinsam genutzte Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte bis zum Jahr 2020 jährlich um 35 Prozent wachsen. Das Carsharing soll demnach pro Jahr um rund 30 Prozent zulegen und letztendlich weltweit einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro erreichen. Ein Grund für die prophezeite Abkehr vom eigenen Auto, ist laut den Verfassern der Studie in einer neuen Konsumkultur zu suchen. Teilen statt besitzen lautet die Devise. Vor allem bei den jüngeren Autofahrern. “Rund 60 Prozent aller Autobesitzer der industrialisierten Welt können sich vorstellen, ihr Auto zu teilen”, stellt die Studie lapidar fest. Schließlich sei der Nimbus des eigenen Fahrzeugs als Statussymbol in den letzten Jahren ziemlich gebröckelt. Ob diese Teilungsfreude soweit geht, wie die Experten vermuten, wird die Zukunft zeigen.

Gleichzeitig werden immer mehr ältere Menschen individuelle und günstige Bring- und Holdienste in Anspruch nehmen. Ein weiteres Argument für das Carsharing sind die knapper werdenden Ressourcen. Letztendlich trägt auch die Vernetzung der Menschen zur Verbreitung des Teile-Gedankens bei. “Die Shared Mobility wird sich in Zukunft schnell weiterentwickeln, weil Informations-, Buchungs- und Bezahlprozesse über das Netz noch schneller und einfacher werden”, erklärt Christian Freese von Roland Berger.

Nicht nur Automobile sollen zukünftig geteilt werden. Auch Fahrräder, Taxis, Mitfahrten und sogar Parkplätze. Doch nicht alle Experten teilen diesen umfassenden Optimismus: “Bei Mitfahrzentralen ist ebenfalls ein Wachstum drin – aber die 35 Prozent sehe ich nicht. Mitfahrzentralen sind heute überwiegend für Studenten interessant. Ich glaube nicht, dass der Manager, der von München nach Frankfurt muss, über Mitfahrzentralen seine Reise bucht”, ist Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research (CAR) skeptisch. Bei einem umfassenden Mobilitätskonzept, das individuelle und öffentliche Verkehrsmittel zusammenfügt, sieht der Professor, der an Universität Duisburg-Essen lehrt, ebenso wie die Roland-Berger-Experten Wachstumspotential. „Da hilft das Internet unglaublich.“

Der Siegeszug des Carsharings wird nicht ganz so reibungslos verlaufen, wie die Roland-Berger-Studie glauben machen will. “Die Steigerung von Car Sharing hängt sehr stark an der Verfügbarkeit und den Kosten der Anbieter für Parkplätze beziehungsweise den Pauschalsummen, die Kommunen verlangen. Entsprechend sind Prognosen hier mit großer Unsicherheit behaftet”, legt Professor Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) den Finger in die Stellplatz-Wunde. Das Parkplatz-Problem ist nicht von der Hand zu weisen. Unlängst musste sich Daimler aus diesem Grund mit seinem Anbieter Car2Go nach nur 18 Monaten aus London zurückziehen.

Eigentlich ist die britische Metropole mit ihrem täglichen Verkehrsinfarkt, wie geschaffen für ein Mobilitätskonzept, das auf Carsharing setzt. Doch die Londoner weigerten sich beharrlich, ihre Parkplätze zu teilen. Die Buchungsraten der Engländer lagen unter der Anzahl, die einen Profit versprochen hätte. Diese Erfahrungen hat BMW dazu veranlasst, vorerst ein Engagement in der britischen Hauptstadt auf die lange Bank zu schieben. Auch wenn London ein besonders heikles Pflaster für derartige Konzepte wie das Carsharing ist, bleibt abzuwarten, wie andere Autofahrer auf die Konsequenzen, die mit dieser Art der Fortbewegung verbunden sind, reagieren. Die Margen dürften nicht ganz so hoch ausfallen, wie sich die Carsharing-Strategen das erhoffen. In München tobt bereits eine Carsharing-Rabattschlacht, die die Profite nach unten drückt.

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Wolfgang Gomoll; press-inform