Sechs Jahre lang hat Citroen das Kompaktmodell seiner Tochtermarke DS weitgehend ruhen lassen. Mal ein bisschen was retuschiert und modernisiert an den Scheinwerfern, mal da eine kleine Änderung, mal da. "Der DS 3 ist fröhlich, pfiffig, ausdrucksstark," preist Alain Joseph, bei DS für die Erforschung der Kundenwünsche zuständig, den kleinen Franzosen. Auch das aktuelle Facelift fällt zumindest äußerlich eher dezent aus. Vor allem an der Front haben die Designer Hand angelegt - wem es auffällt, darf jetzt gerne "hier" schreien. Und das der Name "Citroen" nun unter dem DS-Logo am Heck fehlt und vorne das DS-Logo prangt, darf auch nicht sonderlich verwundern - will Citroen doch DS als eigenständige Premiummarke etablieren.

Was sich geändert hat, liegt vor allem unter der Haube: Der DS ist in der Welt der Dreizylinder angekommen. 121 Patente habe man für den Motor angemeldet, erklären die Entwickler stolz. Das Drei-Zylinder-Motörchen mit gerade mal 1.199 ccm ersetzt die bisherigen Einstiegs-Vierzylinder. Die schwächste Variante kommt auf gerade mal 60 kW/82 PS.

Aber die Motorversion im PureTech 130, die den bisherigen VT 120 ersetzt, zeigt, was sich heute alles aus den drei Töpfen kitzeln läßt. Der stärkste der drei bringt es auf 96 kW/130 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 230 Nm, das ab 1.750 U/min. anliegt. Der Mini Cooper etwa braucht bei drei Zylindern 300 ccm mehr, um eine ähnliche Leistung zu erzeugen. Die meisten anderen Konkurrenten kommen zwar mit einem knappen Liter Hubraum aus, liefern aber auch etwas weniger Kraft.

Real ist der DS 3 allenfalls ein 2+2 Sitzer, eher ein Zweisitzer

Bemerkenswert an dem kleinen DS-Turbo-Triebwerk ist aber vor allem, wie kultiviert es seine Leistung rüber bringt - und wie leise. Im Innenraum ist auch bei höherem Tempo wenig von ihm zu hören. Da ist nichts von wegen Rasenmäher. Der Motor klingt durchweg wie ein Großer, kommt auf Pedaldruck prompt in die Puschen und ist ein richtiger kleiner Antreiber. Kein Angstschweiß beim Überholen auf der Landstraße - Gas geben und wusch, vorbei. Offiziell braucht der leer nur rund 1,2 Tonnen schwere und knapp vier Meter lange GS 8,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 - völlig ok. Und als Höchstgeschwindigkeit nennt Citroen glaubhafte 202 km/h. Kritikpunkte an dem Motor? Im Leerlauf vibriert er ein wenig - und das Auto mit.

Über die tatsächliche Verbrauchseinsparung eines Dreizylinders läßt sich immer streiten. Die simple Rechnung geht eben nicht mal bei einem Milchmädchen auf: 4 Zylinder minus 1 Zylinder gleich nur noch drei Viertel Verbrauch. Offiziell nennt DS für den 3 einen DIN-Verbrauch von im Durchschnitt 4,3 Liter je 100 Kilometer. Kaum machbar in der Realität: Der Bordcomputer zeigte nach rund 170 Testkilometern vorwiegend über kurvige Landstraßen und auf Tempo 130 begrenzten Autobahnen einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter. Trotz einer gut funktionierenden Start-Stopp-Automatik.

Wer bereit ist, mindestens 20.490 Euro dafür hin zu blättern, dass er nicht in einem Honda Jazz oder Hyundai i20 durch die Stadt kurvt, sondern in einem Designstück der Preiskategorie Audi A1 oder Mini, der bekommt dafür ein stimmiges Stück Auto - auch, wenn es nicht in allem hält, was die Marketing-Strategen von ihm versprechen. So wird er etwa als 5-Sitzer angepriesen. Das funktioniert allenfalls, wenn die sieben Zwerge beim Sonntagsausflug zwei von ihnen zu Hause lassen. Real ist der DS 3 allenfalls ein 2+2 Sitzer, eher ein Zweisitzer. In die zweite Reihe passen nicht einmal Kleinkinder. Schon allein der Durchstieg nach hinten ist in dem Zweitürer akrobatisch, das Kauern dort verstößt gegen die Menschenrechtskonvention. Eine bessere Ablade für Einkaufstaschen - immerhin.