Die Automessen in den vergangenen Jahren hatten in Sachen realer Elektroautos zumeist nicht viele Neuheiten zu bieten. Doch Dieselskandal, CO2-Druck und neuer Akkutechnologie sei Dank sieht bei der Leistungsschau am Main diesmal besser aus. Mercedes zeigt mit dem EQ C einen seriennahen Ausblick auf seinen Elektro-SUV, der die neue Submarke EQ stimmungsvoll einführen soll. Ähnlich sieht es bei BMW aus. Die Bayern wollen eine elektrische Variante des 3ers zeigen, der dem Tesla Model 3 in die Parade fahren soll. Eine Klasse höher greift Konkurrent Audi an. Die Ingolstädter gaben bereits auf der vergangenen IAA vor zwei Jahren mit dem e-tron Quattro Concept einen Ausblick auf den neuen Audi e-tron, der im Spätsommer 2018 mit Leistung satt und Reichweiten von bis zu 500 Kilometern zu den Kunden rollen soll. Schon ein Jahr später legen die Ingolstädter auf der gleichen Plattform das Luxus E-SUV-Coupé e-tron Sportback Concept auf. Die Studie mit den drei E-Motoren und bis zu 503 PS soll zu 85 Prozent der Serie entsprechen. Das E-Mobil macht bei den Assistenzsystemen, dem autonomen Fahren und den Scheinwerfern, die auch Linien auf den Boden zeichnen, den nächsten Schritt in die automobile Zukunft.

BMW hat bei der Elektromobilität mit dem i3 und dem i8 schon zwei Modelle auf der Straße. Nachdem der i3 schon im vergangenen Jahr eine größere Batterie für eine Norm-Reichweite von mehr als 300 Kilometer erhalten hat, soll die Performance-Variante BMW i3s die sportlichen E-Fahrer ansprechen. Neben einer Leistungssteigerung auf 135 kW / 184 PS bekommt der dynamische i3 ein strafferes Fahrwerk, ein Update des Infotainments und vermutlich ein paar optische Retuschen, wie breitere Schweller und eine ebenso Spur. Auch das induktive Laden soll der BMW i3s demnächst beherrschen. Beim BMW i8 dürfte der Spyder gemeinsam mit einem Facelift des i8 Coupés auf dem BMW-Stand zu sehen sein. Zudem hat BMW-Chef Harald Krüger für das Schaulaufen unter dem Frankfurter Messeturm eine Elektro-Überraschung angekündigt. Gut möglich, dass es sich dabei um die elektrifizierte Version des BMW 3ers, also einen direkten Konkurrenten des Tesla Model 3 handelt. Was BMW recht ist, ist der Tochter Mini nur billig: Die englische Submarke wird auf der IAA ein reines E-Mobil präsentieren.

AMG Project One: Techniktransfer aus der Formel 1 in Serie

Mercedes-AMG spielt die die sportliche Karte und vollzieht einen Techniktransfer aus der Formel 1 in die Serie. Der Hypersportwagen Mercedes-AMG Project One ist sicher einer der Höhepunkte der diesjährigen IAA sein. Der extreme Renner hat einen 1.6-Liter-V6-Turbobenziner mit einer Maximalleistung von circa 760 PS und kombiniert diesen mit vier Elektromotoren, die über 410 PS leisten. Das Resultat ist eine brachiale Systemleistung von etwa 1035 PS. Allerdings sollen nur 275 Stück produziert werden. Weit bodenständiger kommt der EQ C daher. Die elektrische Version des GLC soll 2019 auf den Markt kommen - ein SUV mit elektrischem Allradantrieb, Platz für fünf Personen, 300 kW und bis zu 500 Kilometern Reichweite. Chefdesigner Gorden Wagner: "Seine Faszination liegt in der Neuinterpretation unserer Designphilosophie der sinnlichen Klarheit für eine avantgardistische, moderne und eigenständige Elektro-Ästhetik." Das Design ist innen wie außen auf das notwendige beschränkt. "Das Serienauto wird über beide Achsen angetrieben und die Motorleistung wird bei bis zu 300 Kilowatt liegen", erläutert Jörg Weinhold, Produktmanager des EQ C, "die Reichweite: 500 Kilometer. Wir können die Motorleistung je nach Betriebszustand beliebig zwischen beiden Achsen hin- und herschieben. Das Akkupaket zwischen den beiden Achsen ist dabei besonders gut für die Fahrdynamik wie zum Beispiel bei der Kurvenfahrt." In ein ähnliches SUV-Horn stößt der Jaguar i-Pace. Der Crossover mit 294 kW / 400 PS und einer Reichweite von rund 500 Kilometern wird auf der IAA wohl als Serienversion zu sehen sein.

VW wird vermutlich seine Transformation zur E-Marke auch auf der IAA weiter vorantreiben und neben dem elektrischen Bully I.D. Buzz und weiteren I.D.-Modellen noch eine weitere Studie eines Elektromobils vorstellen. Gut möglich, dass diesmal eine neue Interpretation eines SUVs auf der Konzern-Plattform MEB vorstellen. Schließlich wollen die Wolfsburger 2025 Weltmarktführer bei der E-Mobilität sein und pro Jahr rund eine Million Stromer verkaufen. Das dürfte Toyota nicht schmecken. Der japanische Hersteller wird aber vermutlich erst auf der Tokyo International Motor Show seine E-Karten auf den Tisch legen. Genauso übrigens wie Nissan, denn auch der neue Leaf wird ebenfalls erst Anfang September in der japanischen Metropole seine Premiere feiern. Mitsubishi kommt erst gar nicht nach Frankfurt, genauso wenig, wie Volvo, Peugeot und Citroën. Einen interessanten Ansatz zeigt die TU München mit dem aCar, einem E-Laster, der in Afrika eingesetzt werden soll. Aufgrund des modularen Aufbaus sind verschiedene Modellvarianten umsetzbar.