Nachdem der Opel Ampera zum Flop wurde und auch als Chevrolet Volt in den USA nur ein Nischendasein fristet, geht General Motors beim Elektroantrieb nun in die Vollen. Nach dem US-Modell Chevrolet Bolt stellt Opel auf dem Pariser Automobilsalon nunmehr das europäische Zwillingsmodell Opel Ampera-e vor. Ebenso wie der Bolt in den USA soll der Ampera-e insbesondere Nissan Leaf und BMW i3 das Leben schwermachen. "Mit dem Opel Ampera-e wird Elektromobilität nun voll alltagstauglich und zukunftsfähig", sagt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. "Der Ampera-e zeigt eindrucksvoll, wie gut Nachhaltigkeit und Fahrvergnügen eine Einheit bilden können. Mit seinem bärenstarken Elektromotor sorgt er für Fahrspaß pur." Für den Erfolg des Ampera-e sollen neben einer praktikablen Reichweite von bis zu 320 Kilometern auch ein konkurrenzfähiger Preis sorgen. Der dürfte ebenso wie beim Chevrolet Bolt bei rund 30.000 Euro liegen.

Mit dem amerikanischen Chevrolet Bolt konnten wir bereits erste Meilen elektrisch zurücklegen. Der Opel Ampera-e - technisch weitgehend baugleich - dürfte sich kaum anders fahren. Optische Ähnlichkeiten des amerikanisch-deutschen Gemeinschaftsprojekts zum BMW i3 sind wohl nicht ganz zufällig. Doch der Bolt verzichtet auf optische Spielereien wie den Black Belt, trennscheibenartig dünne Räder und die gegenläufig öffnenden Türen. Ende des Jahres kommt der Chevrolet Bolt zunächst in den USA auf den Markt - zu Preisen von rund 30.000 Dollar inkl. entsprechend regionaler Vergünstigungen. Opel dürfte bereits mit den Hufen scharren, denn nach dem erfolglosen Hybridmodell Ampera fehlt ein Fahrzeug mit alternativen Antrieb im Portfolio. "Der Bolt ist mehr als ein Auto, es ist eine upgradefähige Plattform", strahlt GM-Chefin Mary Barry.

 

Dabei ist der Chevrolet Bolt vor allem eines: ein ganz normales Auto. Fünf Türen, kompakte Abmessungen, jede Menge Platz im Inneren und eine Serienausstattung, die die Konkurrenz ebenso in Wallung versetzen dürfte wie eine Reichweite von 320 Kilometern und ein Preis von unter 30.000 Euro. "Die Batterie befindet sich flach im Fahrzeugboden", erklärt GM-Entwickler Patrick Foley, "sie besteht aus 96 Zellen mit je drei Zelle pro Einheit. So sorgt die Batterie nicht nur für die entsprechende Reichweite von 200 Meilen, sondern auch die Steifheit der Karosserie." Im Gegensatz zum Hauptkonkurrenten BMW i3 besteht die Struktur des Chevrolet Bolt aus handelsüblichen Materialien wie Stahl und Kunststoff. Trotzdem liegt das Gewicht mit knapp über 1,6 Tonnen nicht allzu weit vom i3 entfernt, den BMW mit gigantischem Aufwand und entsprechenden Kosten aus Karbon und Aluminium fertigt. "Die Elektro-Plattform wird es uns zudem ermöglichen, verschiedene Aufbauten darzustellen. Der Bolt ist nur das erste Modell", unterstreicht Foley, "Leichtbau hätte zwar weiteres Gewicht eingespart, wäre aber einfach zu teuer gewesen. Der Wagen soll bezahlbar bleiben."