Der Hype um den Ampera-e dauert mittlerweile ein dreiviertel Jahr an. Als GM-Chefin Mary Barra Anfang Januar auf der CES in Las Vegas den Chevrolet Bolt präsentierte, stand fest, dass das Elektromobil auch nach Deutschland käme. Schließlich haben sich die Amerikaner schon beim glücklosen Ampera / Chevrolet Volt die Technik mit der deutschen Tochter Opel geteilt. Jetzt feiert der Bolt als Ampera-e seine Europa Debüt und wird in der ersten Jahreshälfte 2017 bei den Händlern stehen. Opel hat das Auto auf europäische Anforderungen angepasst und das Fahrwerk anders abgestimmt. Die Rahmendaten setzen die Konkurrenz gehörig unter Druck. Der Ampera verspricht mehr als 500 Kilometer Normreichweite, das sind real immer noch etwa 380 Kilometer. Mit leichtem Gasfuß ist sogar noch mehr drin. "Wir sind 417 Kilometer von Paris nach London gefahren und hatten immer noch eine Restreichweite von 80 Kilometern", erzählt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann freudestrahlend. Das macht den Neu-Opel zum Klassen-Primus. Beim Preis schweigen die Rüsselsheimer noch. Angesichts der Tatsache, dass der technische Bruder Bolt inklusive staatlicher Förderungen in den USA rund 30.000 Dollar kostet, ist mit rund 34.000 Euro zu rechnen. Damit wäre der Blitz-Stromer immer noch billiger, als der BMW i3, der 34.950 Euro kostet. Voraussichtlich bietet der Ampera-e auch die umfangreichere Ausstattung. Netter Nebeneffekt: mit 150 kW / 204 PS ist der Opel nicht untermotorisiert.

Wenn Opel bei der E-Mobilität so in die Vollen geht, will Volkswagen nicht hintenanstehen. Während die Rüsselsheimer mit amerikanischer Hilfe Taten sprechen lassen, dauert es bei VW noch bis 2020, ehe die Studie I.D. als Serienmodell vom Band läuft. Ein Elektromotor mit 125 kW / 170 PS reicht für 160 km/h Höchstgeschwindigkeit. Beim niedersächsischen Autobauer geht auch das Stromern nur mit einem Baukasten. Deswegen steht auch die 4,10 Meter lange Studie auf dem modularen Elektrifizierungsbaukasten. Auffällig ist vor allem der lange Radstand von 2,75 Metern, die geringen Überhänge und der wandlungsfähige Innenraum mit verschiedenen Sitzpositionen. VW verspricht für das Serienmodell eine Reichweite zwischen 400 und 600 Kilometern. Angesichts der Batterieentwicklung ist das durchaus drin.

Was BMW mit der Submarke "i" recht ist, ist Mercedes nur billig. Die Schwaben heben ebenfalls eine eigene E-Mobilitätsmarke aus dem Taufbecken. Der Name "Mercedes EQ" deckt sich beinahe mit dem der Studie, die in Paris den Anfang macht. Der "Mercedes Generation EQ" ist ein 4,70 Meter langes E-SUV, das optische wie technische Ähnlichkeiten zum Mercedes GLC hat, der im kommenden Jahr einen Wasserstoffantrieb bekommen wird. Der EQ ist eindeutig die Sperrspitze gegen Teslas Model X. Das unterstreichen die puren Leistungsdaten. Das Akkupaket des Mercedes Generation EQ wird Kapazitäten von bis zu 70 kWh haben und die beiden Elektromotoren des Allradlers werden mit bis zu 300 kW / 403 PS Leistung versorgt. Die maximale Reichweite soll bei 500 Kilometern liegen.

Britisches Augenzwinkern

Das Ende der Reichweitenangst ist bei der großen Herbst-Automesse an der Seine allgegenwärtig. Die magische Grenze sind momentan die 300 Kilometer, die knackt auch der Renault Zoe ZE 40 dank aufgepeppten Batterien locker. Der Rhombus-Stromer muss erst nach rund 400 Kilometern zum Nachtanken. Ganz nebenbei setzen die Franzosen mit der Studie Trezor Z32 einen optischen Paukenschlag. Das ansehnliche 4,70 Meter lange Konzept eines GT mit rein elektrischem Antrieb sorgt beim Heimspiel für Aufsehen. Bei der Technik steht die Formel E Pate: Der Elektromotor basiert auf dem Triebwerk, das in der Rennserie eingesetzt wird, leistet 260 kW / 350 PS und hat ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern. Als Kraftspender dienen zwei Batterien, die das 1.6 Tonnen schwere Fahrzeug bis zu 300 Kilometer weit tragen. Auch sportlich kann der Trezor Z32 mithalten. Der Standardsprint auf 100 km/h soll in weniger als vier Sekunden erledigt sein.

Der Geländewagen-Spezialist Mitsubishi zeigt mit der SUV-Studie "GT-PHEV Concept" wie sich der japanische Autobauer einen Plug-in-Hybriden der Zukunft vorstellt. Das Besondere an diesem-SUV ist das Allradkonzept, das mit drei (!) Elektromotoren funktioniert. Die Ingenieure haben ein besonderes Augenmerk auf das Zusammenspiel der einzelnen Motoren gelegt. Bei Smart wird die neue Generation des Smart Fortwo ebenfalls unter Strom gesetzt. Die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger sind eher marginal: Egal ob Cabrio oder Coupé, ob Zweisitzer oder Viersitzer: der Smart Fortwo ed hat jetzt 60 kW / 81 PS und kommt damit 160 Kilometer weit. Immerhin sorgt das stärkere Drehmoment von 160 Newtonmetern für etwas mehr Temperament, allerdings wird dem Vorwärtsdrang wie bisher bei 130 km/h abgeregelt. Im Gegensatz zu den USA, wo der kleine Stromer noch in diesem Jahr auf dem Markt kommt, dauert es in Europa bis zum Frühjahr des nächsten Jahres. Der Smart Fortwo Electric Drive startet bei 21.940 Euro. Seine Brüder Fortwo Cabrio und Forfour kosten mit Elektroantrieb 25.200 bzw. 22.600 Euro.

Der Porsche Panamera 4 E-Hybrid bildet den Gegenpol zu diesen beiden Vernunftautos. Der Pug-in-Hybrid-Renner hat die obligatorische E-Reichweite von 51 Kilometern und schafft eine rein elektrische Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Unterm Strich ergibt das laut Porsche einen Kombi-Verbrauch von 2,5 Liter pro 100 Kilometer. Die Abstimmung der Fahrmodi kommt vom Supersportwagen Porsche 918 Spyder, das bedeutet, dass jetzt die E-Unterstützung sofort zur Verfügung steht. Das Duo aus 330-PS-V6-Biturbo und 136 PS starken Elektromotor summiert sich zu einer Systemleistung von 462 PS und 700 Newtonmetern Drehmoment. Das reicht für 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 278 km/h. Damit das Zusammenspiel der beiden Antriebsquellen möglichst reibungslos vonstattengeht, kommt anstelle der bisherigen Achtgang-Automatik ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Mit einem Mindestpreis von 107.553 Euro ist der 4 E-Hybrid momentan der billigste Panamera im Angebot. McLaren kündigt seine Pläne mit einem Augenzwinkern an. Mit dem Spielzeug-E-Mobil P1 für Kinder unter sechs Jahren, zeigt der britische Sportwagenbauer McLaren mit einem Augenzwinkern, dass sie es mit der Elektromobilität ernst meinen. Die Strategie "Track 22" sieht die Entwicklung eines echten E-McLarens vor und bis 2022 soll die Hälfte der Supersportler einen elektrifizierten Antriebsstrang haben.