Golf GTD, Golf GTI, oder Golf R – alles lahme Gurken, wenn man sich die Design Vision GTI anschaut. Beim diesjährigen Wörthersee-Treffen durften die Fans nur schauen. Doch so fährt sich der Kanonenschlag aus Wolfsburg. Der spektakuläre GTI-Rochen ist mit 4,25 Metern Länge 1,5 Zentimeter kürzer als der Normalo-GTI, aber dafür fast sechs Zentimeter tiefer und sieben Zentimeter breiter. Trotzdem kann man sich als Mitteleuropäer ohne Probleme in die hautengen Schalensitze schlängeln, ohne das einem das Dach auf den Kopf fällt.

Kein überflüssiger Schnickschnack

Das Cockpit selbst könnte genauso gut aus einem Lamborghini stammen. Carbon dominiert, die digitalen Instrumente sitzen in kantigen Höhlen. Nur das nötigste wird angezeigt, kein überflüssiger Schnickschnack. Das abgeflachte Lenkrad liegt extrem gut in der Hand. Das ist auch noch nötig, wenn man das Geschoss aus Wolfsburg bändigen will. Nettes Rennsport-Detail am Rande: Die Türen werden mit einer Schlaufe geöffnet. Nur die schwarz-glänzenden Standard-Hebel links und rechts von der Lenkradsäule stören den futuristischen Eindruck. Da ist den Designern wohl der Mut oder die Zeit ausgegangen.

VW Design Vision GTII

Volle Breitseite: Das aufgemotzte Triebwerk der Baureihe EA 390 wuchtet satte 503 PS und ein maximales Drehmoment von 560 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. - Bild: VW

Doch das sind kleine Geplänkel, die vergessen sind, sobald man den Startknopf drückt. Dann erwacht der doppelt aufgeladene Sechszylinder-Motor mit einem zornigen lautstarken Grollen zum Leben. Schon ein kleines Antippen des Gaspedals genügt und schon setzt sich das knapp 1,5-Tonnen schwere Gefährt schlagartig in Bewegung. Kein Wunder, das aufgemotzte Triebwerk der Baureihe EA 390 wuchtet satte 503 PS und ein maximales Drehmoment von 560 Newtonmetern auf die Kurbelwelle.

Designer-Katapult aus Wolfsburg

Allerdings sind schon etwas Drehzahlen nötig, um die potente Maschine bei Laune zu halten. Um diese Kraft auf den Asphalt zu bringen, ist schon ein Allrad-Antrieb nötig. Der stammt, wie die ganze Technik des Design Vision GTI aus dem Arsenal des Modularen Querbaukasten, auf dem auch der aktuelle Golf basiert. Also sorgt auch ein handelsübliches Doppelkupplungsgetriebe für reibungslose Gangwechsel. “Das Auto ist eine Ideensammlung zum Thema Golf GTI”, sagt Stefan Vogel aus dem Entwickler-Team.

Für ein Brainstorming-Produkt fährt sich die weiße Flunder aber ganz hervorragend. Dank des 4motion-Antriebs krallen sich die Walzen förmlich in den Asphalt. Nach nur 3,9 Sekunden ist die 100-km/h-Grenze locker passiert. Weiter geht es bis 300 km/h. Ganz schön knackig. Das Gleiche kann man auch über das Sportfahrwerk sagen. Wer an Bandscheibenproblemen leidet, sollte in den Über-GTI besser nicht einsteigen. Die Lenkung ist direkt und setzt jeden Befehl sofort um. Wie beim Ferrari Manettino sind drei verschiedene Fahrmodi per Schalter anwählbar: Bei „Street“ ist das Golf-Geschoss noch am weichgespültesten, bei „Race“ geht es richtig zur Sache und „Sport“ ist eine Kompromisseinstellung.

Alle Beiträge zum Stichwort Volkswagen

Wolfgang Gomoll/press-inform