Und das gilt nicht nur für die Optik, denn die so wichtige Allradversion war bisher nur auf den südamerikanischen Heimatmärkten zu bekommen. In Europa mimte der SUV aus dem hart umkämpften B-Segment den Blender und war nur mit Frontantrieb unterwegs. Doch damit ist es nun vorbei, denn endlich gibt es zumindest die 125 PS starke Diesel-Topversion auch mit Allradantrieb. Damit kann der Rumäne nun ernsthaft gegen etablierte Konkurrenten wie den Opel Mokka X oder den Jeep Renegade antreten, die seit je her einen Allradantrieb haben. Der Drang zu Crossovern ist mit und ohne Allradantrieb nicht mehr zu stoppen. Kaum ein Autohersteller, der in den letzten Jahren nicht damit wirbt, sein SUV-Portfolio vervielfachen zu wollen. Da macht das blaue Oval keine Ausnahme. Einst hatte die Kölner Außenstelle des amerikanischen Herstellers aus Dearborn in Sachen SUV, Crossover oder Geländewagen im Gegensatz zum Stammland USA nichts zu bieten. Doch die SUV-losen Zeiten sind lange vorbei und nach dem überarbeiteten Edge mit deutlichen US-Genen gibt es einen neuen Kuga, einen aufgefrischten Ecosport und bald noch eine Crossover-Variante des Fiesta. Doch während der mit erhöhten Bodenfreiheit, allerhand rustikalem Plastikzierrat und Protektoren nur optisch auf harter Bursche macht, hat der Ecosport neben dem kraftvollen Auftreten eben auch den sinnvollen Allradantrieb und zumindest Anlehnungen an einen echten Geländewagen.

"Der SUV-Markt läuft nach wie vor auf Hochtouren" erklärt Dirk Borrmann, bei Ford als Chefentwickler verantwortlich für die B-Plattform, "lagen die Verkaufszahlen 2007 gerade einmal bei acht Prozent, so sind es mittlerweile 27 Prozent. Das sieht bei Ford nicht anders aus." Schaut man allein auf das Ford-Produktportfolio stiegen die SUV-Verkäufe von 13,8 Prozent in 2016 auf 17,1 Prozent in den ersten zehn Monaten dieses Jahres. Ein zentrales Modell ist dabei der in Europa erst 2014 eingeführte Ecosport. Ehemals wurde der allein in Brasilien produziert und angeboten; kam dann über Indien letztlich auch in eine neue Produktionsstätte nach Rumänien.

Optisch ist der 4,10 Meter lange Ford Ecosport nach seiner Modellpflege nicht mehr derart eigenständig wie bisher, sondern gruppiert sich insbesondere von vorn mehr in die Designfamilie von Edge und Kuga ein, während sich am Heck kaum etwas getan hat. Deutlich mehr Veränderungen gibt es im Innenraum, wo neue Instrumente und weich unterschäumte Oberflächen Einzug gehalten haben, die die bisherige Hartplastikwüste gekonnt ersetzen. Ebenfalls neu und besser als bisher: die komfortableren Sitze, Ambiente-Beleuchtung und ein acht Zoll großer Touchscreen-Bildschirm, wie er jüngst im Fiesta eingeführt wurde. Ebenfalls neu: das Paket an Fahrerassistenzsystemen stammt vom neuen Fiesta. Beim Platzangebot überzeugen vorne wie hinten in erster Linie Kopf- und Beinfreiheit, während es für die Schultern gerade im Fond recht eng wird. Neu im 334 Liter fassenden Kofferraum ist der doppelte Ladeboden, der die Ladehöhe ganz nach den Wünschen des Fahrers variiert.

Diesel mit 4x4

Im Zentrum der Antriebspalette steht der vielfach ausgezeichnete 1.0 Ecoboost, der mit 125 oder 140 PS verfügbar ist. Bei den Selbstzündern gibt es zwei 1,5 Liter große TDCi-Triebwerke mit 100 und 125 PS bzw. 215 / 300 Nm maximalem Drehmoment. Zusammen mit dem 125-PS-Diesel wird ab Mitte 2018 erstmals auch in Europa eine Allradversion eingeführt, die 180 km/h schnell ist und den Spurt 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden erledigt. Der Normverbrauch liegt bei 4,5 Litern Diesel. Durch den sinnvollen Allradantrieb gibt es an der Hinterachse des 1,3 Tonnen schweren Ecosport eine geänderte Bauart mit Mehrlenkerachse. Je nach Fahrbahnbelag verschiebt sich der Kraftverteilung von 100:0 bis zu 50:50, was sich nicht nur abseits der Straßen, sondern auch im Bereich der Fahrdynamik angenehm bemerkbar macht. Statt der bisherigen Doppelkupplung gibt es die Topversion auf Wunsch nunmehr mit einer sechsstufigen Getriebeautomatik, die in der sportlichen ST-Ausstattungsvariante um Schaltpedale am Lenkrad ergänzt wird.

Für die meisten Kunden dürfte der 140 PS starke Dreizylinder-Benziner die beste Wahl sein. Der Motor arbeitet drehfreudig und engagiert, während das Handling durchweg überzeugen kann. Geht es schneller um Kurven und Kehren macht sich jedoch der hohe Aufbau und die schmale Bauart des Ford Ecosport bemerkbar. Ecosport-Chefingenieur Frank Mello: "Wir haben den Versionen Trend und Titanium mehr Komfort gegeben, während die ST-Line etwas straffer abgestimmt wurde." Dazu passt der etwas kernigere Auspuffsound des 140-PS-Dreizylinders. Schade, dass der Ecoboost mit seinem Normverbrauch von 5,2 Litern auf 100 Kilometern zumindest bis auf weiteres nicht als Allradversion angeboten wird, denn als der Regen beginnt, zeigt der 1.5 TDCi mit 4x4-Antrieb deutlich mehr Souveränität. Der Vierzylinder muss schließlich nicht nur 125 PS, sondern ab niedrigsten Drehzahlen bis zu 300 Nm maximales Drehmoment auf den Boden bringen.

Der Basispreis für den Ford Ecosport 1.0 Ecoboost mit 125 PS liegt bei 18.590 Euro; die 140 PS starke ST-Variante kostet bereits stramme 24.590 Euro. Wer sich für das Topmodell mit 1.5 TDCi-Triebwerk und Allradantrieb entscheidet, drückt die Kosten auf mindestens 28.340 Euro.