Wer an spektakuläre Sportwagen denkt, dem kommen zunächst Porsche, Ferrari, Lamborghini oder vielleicht Mercedes mit seinem AMG GT in den Sinn. Doch auf der Detroit Motorshow feiert mit dem Ford GT eine Legende ihre spektakuläre Wiederauferstehung und der Konkurrenz schneit es an der kanadischen Grenze in den offenen Mund. Mit dem Mustang düpierte Ford bereits vergangenes Jahr die Konkurrenz. Ein Sportcoupé mit Leistung satt, brabbelndem Achtzylinder und jeder Menge Emotionen zu einem bezahlbaren Preis ? doch das war nur der erste Streich.

Auf der Detroit Motorshow legt das blue oval aus Dearborn kompromissloser und hungriger denn je nach. Der Ford GT lässt als Star der Messe jene einzigartige Historie wieder aufleben, als der GT40 in der zweiten Hälfte der 60er Jahre viermal in Folge das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann. Es dauerte bis zum Jahre 2004, als Ford den GT in einer 550 PS starken Sonderserie von rund 4000 Fahrzeugen wieder auflegte. Gerade einmal hundert Fahrzeuge schafften es nach Europa. Ein Jahr müssen sich die Ford-Jünger noch gedulden, dann kommt die dritte Auflage des GT. Wie spektakulär er aussehen wird, gab es erstmals in der Detroiter Cobo Hall zu bewundern. Ein scharfer Beweis dafür, dass Entwickler und Designer von Ford derzeit eine lockere Leine bekommen und damit insbesondere der Volumenkonkurrenz von General Motors, Toyota und Volkswagen Kopfschmerzen bereiten. Und selbst die elitären Sportwagenhersteller können nur noch staunen.

Ford will sich unter seinem neuen Chef Mark Fields mehr Sportlichkeit geben und nicht länger als graue Maus im Handel stehen. Bis 2020 soll daher ein Dutzend leistungsstarker Sportversionen vorgestellt werden; unter Ihnen Modelle wie Focus RS, F-150 Raptor, Shelby GT 350 R und eben der flunderflache GT. Der Ford GT soll dabei nicht nur optisch als scharfes Teil für Rennstrecke und Straße glänzen, sondern mit technischen Finessen in Aerodynamik, Antrieb und Leichtbau Jagd machen auf die erste Sportwagenliga. Für den standesgemäßen Vortrieb wird ein doppelt aufgeladener Sechszylinder-Mittelmotor mit über 600 PS sorgen. Die üppige Leistung wird über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse übertragen.

“Unsere ersten Innovationen als Unternehmen geschahen nicht im Entwicklungslabor, sondern auf der Rennstrecke”, erinnert Ford-Konzernchef Mark Fields an ein Autorennen des Jahres 1901, “wir arbeiten leidenschaftlich an Innovationen und entwickeln Fahrzeuge, die die Herzen der Kunden laut schlagen lassen.” Marktstart soll Ende nächsten Jahres sein, wenn der Ford GT an den historischen Dreifach-Erfolg des Jahres 1966 in Le Mans erinnert.

Details über die Technik hält Ford aktuell noch zurück. Doch Entwicklungs-Chef Raj Nair unterstreicht, dass das Leistungsgewicht durch die Verwendung von Karbon und Aluminium eines der besten im Wettbewerb sein soll. Die Fahrgastzelle wird dabei ebenso aus Karbon bestehen, wie die Karosserieverkleidungen an Front und Heck. Die Rahmenmodule darunter werden aus leichtem Aluminium gefertigt. Leichtbau regiert auch in der Fahrgastzelle mit zwei Rennsitzen sowie einem Formel-1-Lenkrad, an dem verschiedene Bedienmodule untergebracht sind. Das traditionelle Cockpit wird von einem animierten Display ersetzt, das sich je nach Fahrprogramm variabel anpasst.

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Stefan Grundhoff; press-inform