Vor drei Jahren legte ein unbekannter Käufer für einen 1968er Ford GT40 Gulf/Mirage aus dem Steve-McQueen-Klassiker (1971) “Le Mans” elf Millionen Dollar hin. Ganz so teuer wird das Vergnügen, einen modernen Nachfolger zu fahren, sicher nicht. Noch bevor die Straßenversion des GT auf den Markt kommt, hat Ford im Rahmen des 24 Stunden Rennens von Le Mans die Rennsport-Variante der Ami-Flunder vorgestellt. Diesen Ort haben die Marketing-Experten mit Bedacht gewählt. Hier hat der legendäre Ford GT40 die Ferrari-Dominanz gebrochen und ab 1996 die Italiener dreimal besiegt.

Sportliche Produkt-Offensive

Die Neuauflage der Ford-Renn-Ikone soll schon 2016 beim französischen Langstrecken-Klassiker den Porsches und Audis in der GTE Pro Klasse ordentlich einheizen – genau 60 Jahre nach dem ersten Ford-Sieg. Kern des Herausforderers ist der Twin-Turbo-3,5-Liter-V6-EcoBoost-Motor. Genaue Leistungs-Daten hat Ford noch nicht verraten. So ganz unvorbereitet findet die Rückkehr auf die große Rennbühne allerdings nicht statt: Ford testet den Motor in den Fahrzeugen des Chip-Ganassi-Rennteams schon seit einiger Zeit und hat im bereits Jahr 2014 drei Siege gefeiert. Neben der schicken Karosserie fällt vor allem der riesige Diffusor ins Auge, der wie ein langer Appendix das Heck verziert und für gehörig Abtrieb sorgen soll.

Der neue Ford GT ist ein Meilenstein in einer Produkt-Offensive. Bis zum Jahr 2020 wollen die Amerikaner mehr als zwölf neue Sportwagen oder sportliche Modellvarianten vorstellen, die vom Ford Performance-Team entwickelt werden sollen. Damit ist der Technologietransfer noch abgeschlossen. Die Erfahrungen, die die Rennabteilung im Motorsport sammelt, sollen verstärkt in die Serie einfließen und so das dynamische Profil der Marke mit der Pflaume schärfen. Ähnlich, wie es BMW mit der M GmbH oder Audi mit der Quattro GmbH bereits erfolgreich vorexerziert.