Der S-Max hat sich über die Jahre einen Ruf als echte VW Sharan-Alternative erarbeitet. Die Gründe sind schnell aufgezählt: Der Ford-Van hat ein ausgewogenes dennoch sportliches Fahrwerk, eine dynamische Silhouette und ist dennoch variabel und geräumig. Kurz: Das beste aus zwei Welten. Denn der S-Max definiert sich als sportlicher Familienlaster und kommt auch deutlich geduckter daher, als beispielsweise der konzerneigene Bruder Ford Galaxy oder eben auch der VW Sharan.

Trotz der ganzen guten Zutaten fehlte beim S-Max ein dementsprechender Antriebsstrang. Bisher wurde die Kraft der Triebwerke durch eine betagte Sechsgang-Automatik ausgebremst. Dieses Dynamik-Handicap gehört nun der Vergangenheit an, denn der amerikanische Autobauer bringt jetzt eine Achtgangautomatik in den S-Max, die in den USA entwickelt wurde. Die neue Schaltung stammt direkt von der Zehngangautomatik ab, die im aktuellen Ford Mustang GT für zeitgemäßen Vortrieb sorgt. Denn auch zwischen New York und Los Angeles hat man mittlerweile Spaß an geschmeidigen und dennoch sportlich schnellen Gangwechseln gefunden. Also haben die Amerikaner einiges an Gehirnschmalz in das neue Getriebe investiert. Das neue Getriebe ist kompakt, wiegt ein Kilogramm weniger als das bisherige, hat eine neue, optimierte Steuerungs- Software und einen deutlich verbesserten Drehmomentwandler mit einer integrierten Turbinenkupplung, der für gleichermaßen schnelle und geschmeidige Gangwechsel sorgt. Weitere Puzzleteile sind die verringerte innere Reibung und natürlich die Spreizung der Fahrstufen auf acht. Damit geht auch eine Reduzierung des Verbrauchs einher.

Mehr Gänge müssen aber nicht zwangsläufig zu einem gesteigerten Fahrvergnügen führen, wie die ZF-Neungangautomatik für quereingebaute Motoren zeigt. Anders bei dem Ford-Getriebe: Die Fahrstufenwechsel gehen geschmeidig vonstatten. Merklich leichtfüßiger als bisher tritt der 180 PS starke S-Max mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm an, während die achtstufige Automatik beinahe unmerklich die Fahrstufen wechselt. Ein Gimmick hat den Weg vom Kultsportler Mustang in den S-Max gefunden: Wenn nötig, überspringt die Automatik bei Bedarf ein paar Gänge, was das Fahrerlebnis ebenfalls harmonischer macht. Vom dritten Gang auf den fünften wenn es steil bergab geht, ist also durchaus üblich und lässt das Geräuschniveau im Innenraum weiter sinken. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits der 210 km/h, während der Normverbrauch bei knapp fünf Litern liegt.

Vier Fahrmodi

Vier Fahrmodi stehen beim neuen Getriebe zur Auswahl: Normal, Eco, Sport und Manual. Gewählt werden die jeweiligen Programme mit einem schicken Drehknopf auf dem mittig der "S"-Knopf für Sport thront. Drückt man den, legt die neue Automatik noch einmal einen Zahn zu und schnalzt die Gänge noch schneller hinein. Für einen Familienlaster schlägt sich der S-Max bei forcierter Fahrt beachtlich, ein echter Athlet ist er freilich nicht und soll er nicht sein.

Beim Komfort lässt sich der S-Max ohnehin nicht lumpen: Die Sitze sind bequem, haben eine lange Beinauflage und das Fahrwerk verkraftet die Asphalt-Unebenheiten nach wie vor problemlos. Mit seinen 4,80 Metern Länge, den bis zu sieben Sitzplätzen, den vielen Ablagen und den bis zu 2.020 Liter großen Kofferraum bietet der Athlet unter den Vans auch die nötige Kernkompetenz, um beim Familienausflug nicht durch das Anforderungsprofil zu fallen. Durch die großen Türen, die bis in die Schweller reichen lassen sich auch die hinteren Plätze ohne große Verrenkungen entern. Also ist der S-Max mehr denn je das Beste aus zwei Welten und eine Alternative für den Familienvater, der einen Hauch von Mustang in seinem Van-Alltag will. Der genaue Preis für den Ford S-Max 2.0 TDCi mit der neuen Achtgang-Automatik steht noch nicht fest. Jedoch dürfte der Preis vom aktuell auslaufenden Sechsgang-Automaten nur unmerklich abweichen. Der startet als Fronttriebler in der schicken Ausstattungsvariante Titanium bei 36.940 Euro.