• Der VeLV ist ein reines E-Mobil von Peugeot. Bild: Peugeot / press-inform

    Der VeLV ist ein reines E-Mobil von Peugeot. Bild: Peugeot / press-inform

  • Der PSA Hybrid Air bietet einen Extra-Schub für etwa 400 Meter. Bild: PSA/ press-inform

    Der PSA Hybrid Air bietet einen Extra-Schub für etwa 400 Meter. Bild: PSA/ press-inform

  • Das Antriebskonzept des PSA Hybrid Air basiert auf Druckluft und Hydraulik. Bild: PSA/ press-inform

    Das Antriebskonzept des PSA Hybrid Air basiert auf Druckluft und Hydraulik. Bild: PSA/ press-inform

  • Der PSA Hybrid Air spielt seine Stärken im Stadtverkehr aus. Bild: PSA/ press-inform

    Der PSA Hybrid Air spielt seine Stärken im Stadtverkehr aus. Bild: PSA/ press-inform

  • Beim PSA Hybrid Air wird das Boost-Verhalten des Hybrids angezeigt. Bild: PSA/ press-inform

    Beim PSA Hybrid Air wird das Boost-Verhalten des Hybrids angezeigt. Bild: PSA/ press-inform

  • Auch im Innenraum kommen beim Eolab leichte Materialien zum Einsatz. Bild: PSA/ press-inform

    Auch im Innenraum kommen beim Eolab leichte Materialien zum Einsatz. Bild: PSA/ press-inform

  • Geht der Hybrid Air in Serie, müsste auch das Getriebe neu entwickelt werden. Bild: PSA/ press-inform

    Geht der Hybrid Air in Serie, müsste auch das Getriebe neu entwickelt werden. Bild: PSA/ press-inform

  • Gilles Le Borgne ist Direktor für Forschung und Entwicklung bei PSA. Bild: PSA/press-inform

    Gilles Le Borgne ist Direktor für Forschung und Entwicklung bei PSA. Bild: PSA/press-inform

  • Der Renault Eolab ist ein zukunftsweisendes Projekt. Bild: Renault / press-inform

    Der Renault Eolab ist ein zukunftsweisendes Projekt. Bild: Renault / press-inform

  • Beim Renault Eolab wird auch bei den Sitzen Gewicht gespart. Bild: Renault / press-inform

    Beim Renault Eolab wird auch bei den Sitzen Gewicht gespart. Bild: Renault / press-inform

  • Kleine Kameras ersetzen beim Renault Eolab die Außenspiegel. Bild: Renault / press-inform

    Kleine Kameras ersetzen beim Renault Eolab die Außenspiegel. Bild: Renault / press-inform

  • Eine der fünf Bereiche, die wichtig sind, um das Zwei-Liter-Auto zu realisieren, ist die Aerodynamik. Bild: Renault / press-inform

    Eine der fünf Bereiche, die wichtig sind, um das Zwei-Liter-Auto zu realisieren, ist die Aerodynamik. Bild: Renault / press-inform

  • Die Rücklichter des Renault Eolab. Bild: Renault / press-inform

    Die Rücklichter des Renault Eolab. Bild: Renault / press-inform

  • Der Renault Eolab wiegt weniger als eine Tonne. Bild: Renault / press-inform

    Der Renault Eolab wiegt weniger als eine Tonne. Bild: Renault / press-inform

  • Auch der PSA Hybrid Air geht auf die Zwei-Liter-Initiative der französischen Regierung zurück. Bild: Renault / press-inform

    Auch der PSA Hybrid Air geht auf die Zwei-Liter-Initiative der französischen Regierung zurück. Bild: Renault / press-inform

  • Ein Tablet ist Teil der Bedienung. Bild: Renault / press-inform

    Ein Tablet ist Teil der Bedienung. Bild: Renault / press-inform

  • Der Renault Eolab lässt sich sehr entspannt fahren. Bild: Renault / press-inform

    Der Renault Eolab lässt sich sehr entspannt fahren. Bild: Renault / press-inform

  • Die rein elektrische Reichweite des Renault Eolab beträgt rund 60 Kilometer. Bild: Renault / press-inform

    Die rein elektrische Reichweite des Renault Eolab beträgt rund 60 Kilometer. Bild: Renault / press-inform

  • Beim Renault Eolab sind die Blinker in die Spiegel-Kameras integriert. Bild: Renault / press-inform

    Beim Renault Eolab sind die Blinker in die Spiegel-Kameras integriert. Bild: Renault / press-inform

  • Der Renault Eolab basiert auf einem Renault Clio der aktuellen Generation. Bild: Renault / press-inform

    Der Renault Eolab basiert auf einem Renault Clio der aktuellen Generation. Bild: Renault / press-inform

Die Grande Nation darbt. Die Wirtschaft kommt nicht in die Gänge und die Automobil-Industrie hinkt bei den Verkäufen hinterher. Der sozialistische Staatspräsident François Hollande will sein Land mit aller Gewalt zukunftsfähig machen und verhindern, dass die Gallier noch weiter zurückfallen. Der Ansatz der französischen Regierung: Nur mit dem Einsatz aller Kräfte lässt sich diese Verfolgungsjagd zu einem erfolgreichen Ende bringen. Deswegen lud der französische Präsident vor gut einem Jahr wichtige Industriekapitäne in den Elysee-Palast und schwor sie auf den neuen Kurs ein. Dass ausgerechnet bei der Rede des EADS-Vorsitzenden Jean Botti das Licht ausging, dürften nur Pessimisten als böses Omen werten.

Professor Stefan Bratzel ist skeptisch, ob der Taktstock aus Paris die Wende dirigieren kann. “Um den technologischen Rückstand aufzuholen, braucht es nicht mehr, sondern weniger französischen ‘Staat’. Frankreich muss seine wirtschaftlichen Strukturprobleme lösen, vielleicht ähnlich wie die deutsche Agenda 2010. Vielmehr ist dafür auch eine Art ‘konzertierter Aktion’ notwendig, die die Gewerkschaften miteinbezieht und die internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Vordergrund stellt”, so der Direktor des Center of Automotive Management (CAM).

Für die französische Automobil-Industrie sind die Ziele bis zum Jahr 2020 klar definiert: Das Lastenheft dieser keineswegs einfachen Aufgabe ist ebenso eindeutig: Bis zu diesem Zeitpunkt soll ein Auto serienreif sein, das zwei Liter pro 100 Kilometer braucht und maximal 50 g CO2 pro Kilometer emittiert. Das wären deutlich weniger als die von der EU geforderten 95 g CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Das allein ist durchaus machbar. Allerdings sollen diese Autos auch bezahlbar sein, also weniger als 20.000 Euro kosten. Das schließt die Verwendung von exotischen Materialien aus und macht es schwerer, den Auftrag des Präsidenten umzusetzen.

Die ersten Antworten auf diese Herausforderung sind bereits gegeben: Der Hybrid Air der PSA-Gruppe basiert auf einer Kombination aus Dreizylinder-Benziner und einem ausgeklügelten Stickstoff-Hydraulik-System, das den Verbrauch auf 2,9 Liter pro 100 km senken soll. Dieser Luft-Hybrid ist ein Schritt zum geplanten Verbrauchsziel. Ob der überhaupt vollzogen wird, steht noch in den Sternen. “Ich würde das Auto gerne bauen, aber damit es rentabel ist, müssen etwa 500.000 Stück pro Jahr produziert werden”, bekennt Gilles Le Borgne, Direktor für Forschung und Entwicklung bei PSA. Die Franzosen können dieses Projekt nicht alleine stemmen und suchen schon einige Zeit nach Kooperationspartnern; doch bisher verlief diese Suche erfolglos, und eine Allianz ist nicht in Sicht. Deswegen dürfte der Air Hybrid als Innovationsträger im Museum landen. Ein anderer Ansatz, der im Rahmen dieses Regierungsprogramms gestartet wurde, ist das VELV (Véhicule électrique léger de ville) – ein reines Elektromobil, das für den Stadtverkehr gedacht ist und eine Reichweite von rund 100 Kilometer erzielen soll.

Um die Vorgaben zu schaffen, wird die Entwicklung forciert: Hybridisierung und die Effizienz des gesamten Antriebs, das Gewicht des Autos, die Aerodynamik, der Rollwiderstand und das Energie-Management. Mit Volt Control wird die Batterie bedarfsgerecht geladen, das heißt nur mit soviel Strom, wie das Fahrzeug gerade benötigt. Weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ist die Stauvermeidung durch Konnektivität. Hier kommen andere Partner aus der automobilen Wertschöpfungskette ins Spiel. So tüftelt der Reifenhersteller Michelin schon seit einiger Zeit an Pneus, die sich mit besonders wenig Kraftaufwand bewegen lassen.

Das zeigt das Prinzip dieser Initiative, die mehrere Unternehmen der französischen Industrie vereinen soll, um technologisch wieder nach vorne zu kommen. Eine große Rolle spielen die Verbundstoffe. Deswegen nehmen die Franzosen bei einem anderen Projekt die Chemie-Industrie ins Boot, um eine eigene Carbon-Industrie zu installieren. Das soll die Franzosen in die Lage versetzen, Carbonfasern zu einem Preis herzustellen, der deutlich unter dem aktuellen liegt. Eine andere Stoßrichtung ist die Entwicklung von neuen Verbundstoffen, wie Lignum – einem Verbundstoff, der auf Holz basiert. Stichtag ist ebenfalls das Jahr 2020. Einer der Treiber hinter diesen Anstrengungen ist die Plateforme de la Filière Automobile (PFA), das Gegenstück zum VDA.

Wie das Zusammenspiel der Kräfte westlich des Rheins funktionieren kann, zeigt das Renault-Konzeptfahrzeug Eolab: Neben Michelin und anderen Zulieferern engagiert sich auch Faurecia, eigentlich Teil des konkurrierenden PSA-Imperiums, bei dem Projekt. Das Wohl der Nation steht über dem ökonomischen Wettbewerb, lautet die Maxime. Der Zulieferer ist für den Glasfaser-Unterboden, die Sitze und die Auspuffanlage verantwortlich. Das Konzept des Eolab ist wegweisend: Statt ein exotisches Automobil mit extrem teuerer Technik auf die Räder zu stellen, bediente man sich des aktuellen Renault Clio und verfeinerte diesen mit gezielten Maßnahmen. Ganz weit oben im Lastenheft stand die Gewichtsreduzierung um rund 400 Kilogramm. Insgesamt sind beim Eolab rund 100 Patente angemeldet – davon alleine 40 für den Antriebsstrang.

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Wolfgang Gomoll; press-inform