Der Trend hält an: Wenn ein neues Elektromobil kommt, dann als SUV. Jaguar lässt seinen Ankündigungen Worte folgen und bringt den i-Pace jetzt auf die Straße. Der Crossover hat eine Aluminium-Architektur, was eine hohe Steifigkeit der Karosserie bei vergleichsweise geringen Gewicht zur Folge hat. Der Schwerpunkt liegt um 150 Millimeter tiefer als beim aktuellen F-Pace, während die ideale paritätische Achs-Gewichtsverteilung bei der Dynamik hilft. Durch zwei unabhängig voneinander angesteuerte Permanentmagnet-Synchronmotoren wird der elektrische Allradantrieb realisiert. Eine Integral-Hinterachse und eine Doppellenker Vorderachse garantieren die Traktion, während der i-Pace auf mächtigen 22 Zoll Felgen rollt. Die optionale Luftfederung und konfigurierbare Dämpfer vervollständigen das Fahrwerk und sollen auch im vollbeladenen Zustand den nötigen Komfort sicherstellen. "Der i-Pace ist ein echter Jaguar, mit fahrerorientierter Dynamik, außergewöhnlichem Handling und hohem Komfort sowie großer Raffinesse", erklärt Jaguar Chefingenieur Mike Cross in bestem Marketing-Jargon voller Stolz.

Das Elektromobil ist alles andere als schwach auf der Brust: Mit 294 kW / 400 PS schlägt der Jaguar i-Pace einen Elektro-Punch, der hart genug ist, um mit dem Tesla Model X in den Ring zu steigen. Das Drehmoment von 696 Newtonmeter schiebt aus dem Stand heraus mächtig an, nach 4,8 Sekunden ist Landstraßentempo erreicht und die Reichweite soll dank der 90 kWh-Batterie im neuen WLTP-Zyklus maximal 480 Kilometer betragen. Die Akkus bestehen aus 432 Pouch-Zellen, die einen guten Kompromiss zwischen Energiedichte und Wärmeabfuhreigenschaften haben, was die Kühlung der Energiespeicher vereinfacht. Jaguar gibt auf die Batterie acht-Jahre Garantie. Um die Reichweite zu verlängern, senkt sich die Karosserie des i-Pace um zehn Millimeter ab, wenn man konstant mit 105 km/h unterwegs ist, dass die Türgriffe versenkbar sind, hilft der Aerodynamik.

In weniger als 45 Minuten sollen die Lithium-Ionen-Akkus per 100 kWh-Schnellladung wieder zu 80 Prozent aufgeladen sein, für eine Reichweite von 100 Kilometer reichen 15 Minuten. Während der Fahrt kann die Rekuperation variabel eingestellt werden und das Navigationssystem nutzt alle möglichen Daten, inklusive der Topographie, um die optimale Route zu ermitteln. Damit die Fahrbahn auch in der Nacht perfekt ausgeleuchtet ist, hat der Jaguar i-Pace ein LED-Licht mit Matrix-Funktion. Auffällig ist die kurze Motorhaube des i-Pace. Dieses sogenannte "Cab-Forward"-Design mit weit nach vorne versetzter Fahrgastzelle, der lange Radstand von 2,99 Metern und die fehlende Kardanwelle wirken sich positiv auf die Platzverhältnisse im Innenraum des 4,68 Meter langen Crossovers aus. "Der elektrische Antrieb des i-Pace eröffnete uns eine bis dahin nicht gekannte Designfreiheit", strahlt Jaguar oberster Formengeber Ian Callum. Deswegen kann man auch im Fond trotz der abfallenden Dachlinien entspannt mit genug Kopffreiheit sitzen.

Das Interieur ist luftig und das große Panorama-Glasdach lässt das Licht in die Fahrgastzelle, absorbiert aber die Wärme. Die Beinfreiheit auf den Rücksitzen beträgt 89 Zentimeter und der Kofferraum fasst von 656 Liter bis 1.453 Liter, wenn man die Lehnen der Rückbank umlegt. Eine Vielzahl von Ablagen, darunter ein 10,5 Liter großes Fach in der Mittelkonsole, helfen beim Verstauen von allerlei Krimskrams. Der i-Pace übernimmt das Touch Pro Duo Infotainmentsystem aus dem Range Rover Velar. Die Bedienung der beiden getrennten Touchscreens ergänzt sich und ist ein deutlicher Schritt vorwärts zum bisherigen Infotainment-Konzept. Natürlich werden beim i-Pace andere beziehungsweise weitere speziell auf die Elektromobilität zugeschnittenen Funktionen zu sehen sein, so kann man das Niveau der Energierückgewinnung definieren, das Fahrzeug mit einer App vorkonditionieren und natürlich heizen, solange es an die Stromversorgung angeschlossen ist. Auch die Stoffe und Bezüge folgen, wie im Velar, dem Prinzip der Nachhaltigkeit: Wer will, kann sich die Sitze mit einer Kombination aus Wollmischgewebe und recyceltem -Velourleder beziehen lassen, das zusammen mit der dänischen Premium-Möbelmarke Kvadrat entwickelt wurde.