• Der Hustler gehört zu den Kei-Cars von Suzuki. Bild: Marcel Sommer

    Der Hustler gehört zu den Kei-Cars von Suzuki. Bild: Marcel Sommer

  • Ähnlichkeiten bezüglich eines Männermagazin sind beabsichtigt. Bild: Marcel Sommer

    Ähnlichkeiten bezüglich eines Männermagazin sind beabsichtigt. Bild: Marcel Sommer

  • Ein Kei-Car darf nur maximal 1.475 Millimeter breit,... Bild: Marcel Sommer

    Ein Kei-Car darf nur maximal 1.475 Millimeter breit,... Bild: Marcel Sommer

  • 3.395 Millimeter lang und... Bild: Marcel Sommer

    3.395 Millimeter lang und... Bild: Marcel Sommer

  • 2.000 Millimeter hoch sein. Bild: Marcel Sommer

    2.000 Millimeter hoch sein. Bild: Marcel Sommer

  • Das Cockpit des Suzuki Hustler. Bild: Marcel Sommer

    Das Cockpit des Suzuki Hustler. Bild: Marcel Sommer

  • Ein CVT-Getriebe und Allradantrieb sind erhältlich. Bild: Marcel Sommer

    Ein CVT-Getriebe und Allradantrieb sind erhältlich. Bild: Marcel Sommer

  • Über 40 Prozent beträgt der Verkaufs-Anteil an Kei-Cars in Japan. Bild: Marcel Sommer

    Über 40 Prozent beträgt der Verkaufs-Anteil an Kei-Cars in Japan. Bild: Marcel Sommer

  • Das Bunny-Logo des Lapin. Bild: Marcel Sommer

    Das Bunny-Logo des Lapin. Bild: Marcel Sommer

  • Der Suzuki Lapin ist ein echtes Frauenauto. Bild: Marcel Sommer

    Der Suzuki Lapin ist ein echtes Frauenauto. Bild: Marcel Sommer

  • Rund 10.000 Euro kostet solch ein Kei-Car. Bild: Marcel Sommer

    Rund 10.000 Euro kostet solch ein Kei-Car. Bild: Marcel Sommer

  • Das Cockpit des Suzuki Lapin. Bild: Marcel Sommer

    Das Cockpit des Suzuki Lapin. Bild: Marcel Sommer

  • Wie im Wohnzimmer: Suzuki Lapin. Bild: Marcel Sommer

    Wie im Wohnzimmer: Suzuki Lapin. Bild: Marcel Sommer

  • Der Kofferraum ist ausreichend dimensioniert. Bild: Marcel Sommer

    Der Kofferraum ist ausreichend dimensioniert. Bild: Marcel Sommer

  • Der Suzuki Alto Turbo RS hat 64 PS. Bild: Marcel Sommer

    Der Suzuki Alto Turbo RS hat 64 PS. Bild: Marcel Sommer

  • Er ist der sportlichste des Trios. Bild: Marcel Sommer

    Er ist der sportlichste des Trios. Bild: Marcel Sommer

  • Große Sprünge sind aber auch von ihm nicht zu erwarten. Bild: Marcel Sommer

    Große Sprünge sind aber auch von ihm nicht zu erwarten. Bild: Marcel Sommer

  • Rassig schaut er jedoch aus. Bild: Marcel Sommer

    Rassig schaut er jedoch aus. Bild: Marcel Sommer

  • Der Motor des Suzuki Alto Turbo RS. Bild: Marcel Sommer

    Der Motor des Suzuki Alto Turbo RS. Bild: Marcel Sommer

  • Das Cockpit des Suzuki Alto Turbo RS. Bild: Marcel Sommer

    Das Cockpit des Suzuki Alto Turbo RS. Bild: Marcel Sommer

In Japan gehören sie seit Jahren zum Straßenbild wie bei uns die Kompaktklasse. Die Kei-Cars, sprich Kleinst- oder Leicht-Fahrzeuge, sind dabei natürlich vor allem eines: klein. Doch ein genauer Blick offenbart, dass sich das europäische Auge in diesem Punkt durchaus täuschen lässt. Denn die bis 3,40 Meter langen, 1,48 Meter breiten und bis zu zwei Meter hohen Stadtflöhe bieten mehr, als es ihnen auf Anhieb anzusehen ist. Und das, obwohl sie im Vergleich zum aktuellen Smart Forfour zehn Zentimeter kürzer und satte 19 Zentimeter schmäler sind. Wer einmal in einem Kleins-Japaner saß, wird sich spätestens beim Preisvergleich gegen den Deutschen entscheiden. Na gut, die per Gesetz vorgeschriebene 0,660 Liter-Hubraumgrenze sprengt der Smart zwar. Aber wer in Japan lebt, weiß um die Vorteile, die der Besitz eines Kei-Cars mit sich bringt.

Bis zu 64 PS

Da wäre zum einen die jährliche Steuerersparnis. Zahlen Kei-Car-Fahrer nur umgerechnet 81 Euro, wird darüber hinaus bis zur Ein-Liter-Marke dreimal so viel fällig. Gleichzeitig fahren sie auf der mautpflichtigen Autobahn günstiger. Wird die 350 Kilometer lange Strecke von Tokio nach Nagoya zur Berechnung herangezogen, zahlen die Kei-Cars nur 43 statt 54 Euro. Einer der größten Gründe, sich für einen kleinen Stadtwagen zu entscheiden, liegt allerdings ganz woanders. Denn wie auch die ersten deutschen Großstädte zeichnet sich Japan vor allem durch Parkplatzmangel aus. Aus diesem Grund können nur Autos zugelassen werden, für die auch ein fester Stellplatz zur Verfügung steht – mit der Ausnahme von Kei-Cars. Hier entfällt der Parkplatz-Nachweis. Da wundert es nicht, dass von den 5,6 Millionen zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2014 ganze 2,3 Millionen auf dieses Fahrzeugsegment verfallen sind. Die Nummer eins ist mit 215.000 Verkäufen der Daihatsu Tanto, ein Großraumvan im gesetzlich vorgeschriebenen Abmessungs-Korsett der Kei-Cars. Eine Fahrzeugform, die die gesamte Top 5 der am meisten verkauften Kei-Cars bestimmt.

Doch was wäre Japan ohne seine schrillen, schrulligen und irgendwie auch sexy Kleinstwagen? Genau, langweilig. Aus diesem Grund, und weil nicht jeder Kei-Car-Besitzer in einem geschrumpften Kastenwagen von A nach B fahren möchte, gibt es unter anderem bei Suzuki drei richtig heiße Boliden. Der eine heißt wie ein bekanntes Männermagazin, der andere besitzt ein überall im und am Fahrzeug auftauchendes Logo wie das des bekanntesten Männermagazins und der dritte im Bunde ist einfach nur sportlich. Die Rede ist vom Hustler, dem Lapin mit Bunny-Logo und dem Alto Turbo RS. Letzterer macht seinem Namen ohne Kompromisse, aber dafür mit Turboaufladung alle Ehre. Für 10.663 Euro stehen dem Fahrer bis zu 64 PS, 98 Newtonmeter und ein kernig klingender Allradler zur Verfügung. Wie seine beiden Brüder wird er zwar auch mit einem manuellen Fünfganggetriebe angeboten, doch bei einer Bestellrate von über 90 Prozent für die gemütlichere Alternative in Form des CVT-Getriebes spielt das eine verschwindend geringe Rolle. Wer sich vom mehr schlecht als rechten Getriebe nicht die Gänge vorschreiben lassen möchte, der hat beim Alto Turbo RS die Möglichkeit, per Schaltwippen am Lenkrad selbst Hand anzulegen. An seiner eher zurückhaltenden Spritzigkeit ändert das zwar nichts. Im Vergleich zum Hustler und Lapin sind ihm seine Mehr-PS allerdings deutlich anzumerken.

Automobile Marilyn Monroe

Das macht jedoch überhaupt nichts, denn bei den ebenfalls mit Front- oder Allradantrieb erhältlichen Japanern liegt der Fokus auf etwas ganz anderem. Denn hier wird auf die geschlechtertypischen Ansprüche Wert gelegt. So ist der Bunny-Wagen Lapin als reines Frauenauto deklariert. Große Augen, satte Rundungen und fesche Farben fallen zumindest schon von außen auf. Das eigentlich Weibliche findet allerdings im Innenraum statt. Hier finden sich zwei Schminkspiegel, ein halbes Dutzend Ablagefächer, ein Handtaschenhalter und eine wohlige Wohnzimmeratmosphäre. Mit dem Drücken des Startknopfes erscheinen ein paar Hoppelhäschen im Display, die ihre Fahrerin willkommen heißen und sogar zum Geburtstag gratulieren. Für die tonnenschweren Einkäufe lassen sich sowohl die Rückbank als auch der Beifahrersitz umklappen. Dauert der Stau mal wieder etwas länger, lassen sich auch beide Vordersitzlehnen nach hinten umlegen und aus dem Kei-Car wird ein echtes Wohn- oder Schlafzimmer. Damit die Besitzerin auch ja nicht vergisst, dass sie in einem rollenden Hasen fährt, verstecken sich im ganzen Fahrzeug kleine Bunny-Logos. Eine nette Lösung gegen herumfliegende Anschnallgurte findet sich im Fond. Hier wird einfach der Anschnallgurt in einen kleinen Schlitz im Plastik gesteckt, fertig.

Wie der Lapin verfügt auch der Hustler über die Fähigkeit der Bremsenergie-Rückgewinnung. Im Zusammenspiel mit ESP, Citynotbremse, Allradantrieb sowie einem großen Navigationssystem, Klimaanlage und schlüssellosem Starten, können deutsche Hersteller froh sein, dass die Kei-Car-Welle noch keinen Kurs auf Europa genommen hat. Das fahrende Männermagazin und der Lapin teilen sich den 52 PS starken Motor mit 63 Newtonmeter Drehmoment. Für den Männerwagen ist jedoch noch eine 64 PS starke Version erhältlich. Da nur rund 700 Kilogramm bewegt werden müssen, überrascht der Spritverbrauch von knapp drei Litern auf 100 Kilometern kaum. Der Wendekreis von neun Metern ist unter anderem den 15 Zoll großen Rädern zuzuschreiben. Was sich von dem sexy Trio besonders der Hustler an Kritik gefallen lassen muss, ist seine hohe Seitenwindanfälligkeit sowie die stark in den Innenraum dringenden Windgeräusche. Der Grund liegt unter anderem in seiner Höhe. Immerhin bietet er 16 Zentimeter mehr Kopffreiheit als der Alto Turbo RS. Dass der Hustler mit 1,66 Meter genau so hoch ist wie Schauspiellegende Marilyn Monroe, ist dabei bestimmt Zufall.