| von Jürgen Wolff

Der hybride Superb ist als erster SŠkoda mit zwei Motoren unterwegs. Der Elektromotor leistet dabei 85 kW und kommt in Verbindung mit einer Lithium-Ionen-Batterie auf eine rein elektrische Reichweite von offiziell bis zu 62 Kilometern. Das kommt in etwa hin: In der Praxis war bei unserer ersten kleinen Testfahrt von Amsterdam bis Den Haag nach gut 50 Kilometern Schluß mit elektrischem Antrieb. Es wurden zwar keine Steigungen, dafür aber viel Autobahn mit rein elektrischen 130 km/h gefahren. Ist der Akku leer, schaltet sich unmerklich der Verbrennungsmotor an - ein 1,4-TSI-Benzinmotor mit 115 kW / 156 PS. Wegen der Akkuzellen musste der Benzintank zwar auf 50 Liter Inhalt verkleinert werden, aber es reicht insgesamt noch immer für bis zu 930 Kilometer ohne Zwischenstopp.

In der Kombination der beiden Motoren kommt der Superb iV auf eine Systemleistung von 160 kW / 218 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm - der Elektromotor allein schafft 330 Nm, der Benziner 250 Nm. Die elektrische Energie wirkt dabei wie ein Boost. Im Fahrmodus Sport reicht das beim Kombi für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden (Limousine: 7,7 Sekunden) und eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h. Das sind zwar nicht gerade Spitzenwerte unter den Hybridfahrzeugen, aber damit liegt der iV bei den Fahrleistungen immerhin im Mittelfeld seiner Modellkollegen. Zudem wollen knappe zwei Tonnen Leergewicht  auch erst einmal bewegt werden: Ein rein mit Verbrennungsmotor bestückter Superb schleppt mit rund 1,6 Tonnen deutlich weniger zu bewegende Masse mit sich herum.

Im Hybridmodus arbeiten beide Motoren im elektronisch geregelten Zusammenspiel. ŠSkoda gibt den Energieverbrauch dafür mit 1,5 Liter Benzin und 14,0 bis 14,5 kWh/100 km Strom an. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 33 bis 35 g/km. Nach unserer Tour zeigte die Verbrauchsanzeige für Benzin schließlich 3,7 Liter auf 100 Kilometer an.

Geduld beim Wiederaufladen

Im reinen Elektromodus ist der Superb nahezu lautlos unterwegs. Damit er bei niedrigen Geschwindigkeiten überhaupt von Fußgängern und Fahrradfahrern bemerkt wird, sorgt serienmäßig ein Soundgenerator namens "E-noise" für ein spezielles Geräusch. Bei höherer E-Geschwindigkeit sind nur Abroll- und Windgeräusche zu hören. Allerdings ist dann auch schon nach längstens 50 Kilometern Schluss mit leise. Immerhin ist der Benzinmotor gut verkapselt, so dass er sich akustisch nicht gerade in den Vordergrund drängt. Das im Superb iV serienmäßige 6-Gang-DSG verbindet über eine dritte Kupplung Benzin- und Elektromotor. Funktioniert ausgezeichnet, Gangwechsel erfolgen unmerklich und ohne jede Zugkraftunterbrechung.

Der 37-Ah-Hochvolt-Lithium-Ionen-Akku hat eine Bruttokapazität von 13 kWh beziehungsweise eine Nettokapazität von 10,4 kWh und ist direkt vor der Hinterachse im Fahrzeugboden verbaut. Das schmälert etwas die Kapazität des Laderaums. Dieser liegt im Kombi bei 510 bis 1800 Liter. Der "normale" Superb Combi kommt auf 660 bis 1950 Liter Laderaum. Bei der Limousine sieht es ähnlich krass aus. Statt 625 bis 1760 muss man da mit 485 bis 1610 Litern auskommen. Für das Wiederaufladen eines leeren Akkus braucht man beim Plugin-Superb noch etwas Geduld. An einer Wallbox mit einer Ladeleistung von 3,6 kW dauert es etwa dreieinhalb Stunden, um wieder auf 100 Prozent aufzuladen. Mit dem serienmäßigen Mode-2-Kabel an einer haushaltsüblichen Steckdose, also einer Leistung von 2,3 kW, dauert es rund 5 Stunden. Da lohnt es sich, beim Fahren in den Getriebemodus "B" zu gehen und verstärkt Bremskraft zu rekuperieren.

Kaufpreis minus Prämie

Ansonsten ist auch der Superb iV ein ganz normaler Superb mit allen seinen bekannten Vorteilen: massig Platz für die Passagiere vorne wie hinten plus Gepäck, hohe Langstreckentauglichkeit, komfortabel gefedert, solide Verarbeitung, intelligente Detaillösungen, viele optional Assistenzsysteme. In der Mittelklasse ist er zu diesem Preis nahezu unschlagbar

SŠkoda hat in Sachen Elektrofahrzeuge hohe Ziele: Bereits 2025 sollen bis zu 25 Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge elektrifiziert und die CO2-Emissionen aller Modelle im Vergleich zum Jahr 2015 um 30 Prozent geenkt werden. Unter dem Label "iV" soll die elektrifizierte Flotte bis Ende 2022 auf mehr als zehn Modelle anwachsen. Insgesamt steckt ŠSkoda nach eigenen Angaben in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und neuen Mobilitätsdienstleistungen.

Bereits seit September wird der hybride Superb im Werk Kvasiny gebaut, die Markteinführung ist für Anfang 2020 vorgesehen. Der Preis für den SŠkoda Superb iV startet in Deutschland bei 41.590 Euro, der Combi iV ist ab 42.590 Euro zu haben. Bis auf die Basisversion "Active" sind alle Ausstattungsversionen bestellbar. Gemildert wird der Preis noch durch die staatliche Prämie für ein "von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug", die auch für den Superb iV verfügbar ist. Dann reduziert sich der Preis für die Limousine auf 38.805 Euro und für den Kombi auf 39.305 Euro.