| von Wolfgang Gomoll

Auf den edlen Grüns des weltbekannten Golfclubs in Pebble Beach wechseln jedes Jahr im August spektakuläre Einzelstücke für abstruse Summen die Besitzer. Hier suchen sich millionenschwer Autofans aus aller Welt bei Auktionen das nächste Schmuckstück ihrer Sammlung aus. Jetzt ist das automobile Wechselspiel um eine Attraktion reicher. Beim Koenigsegg CCXR Trevita schlug der Hammer des Auktionators zu und der Luxusrenner wechselte den Besitzer - für 2,6 Millionen Dollar. "Wir haben uns lange gefragt, ob wir dieses Auto verkaufen sollen", sagt Kirk Fiechter Curator der "Ash Crest Collection". Schließlich ist der 1.018 PS Sportwagen nur eines von zwei Exemplaren. Das andere befindet sich vermutlich in Genf, eine Gegend, die nicht zwingend als das Armenhaus Europas verschrien ist. "Eigentlich wollte Koenigsegg drei Exemplare bauen, aber der Aufwand das dritte Auto herzustellen war zu hoch", erklärt Kirk.

Nur eins von zwei je gebauten Exemplaren

Das beginnt beim Karbon-Aluminium-Chassis los, geht bei der weiß-silbernen Karosserie aus Sichtkarbon, das wie ein Diamantgewebe schimmert, weiter und hört bei den vielen handgefertigten Teilen auf. Der Name "Trevita" reflektiert das ursprüngliche Produktionsziel. Es heißt auf Schwedisch: die drei Weißen.

Diese Bling-Bling-Attitüde dürfte auch dem Vorbesitzer Floyd "Money" Mayweather gefallen. Der Boxweltmeister liebt den extravaganten Auftritt und schmeißt gerne mit Geld um sich - im wahrsten Sinne des Wortes. Vor ein paar Wochen hat der Faustkämpfer das Auto verkauft. Der Deal zwischen dem Boxer und der "Ash Crest Collection" lief relativ schnell über die Bühne. Nach ein paar Telefonaten, wechselte der Hypersportwagen den Besitzer. Für wieviel? "Das ist eine private Sache zwischen den Klienten und uns", sagt Kirk. "Wir haben das Auto gekauft, weil wir Fans des Champs sind", sagt Kirk und schweigt sich über den Kaufpreis aus. 4,8 Millionen Dollar hat Mayweather für den Koenigsegg bezahlt, wieviel er bekommen hat, bleibt geheim. Auch dass die millionenhohen Steuerschulden des Sportlers eine Rolle gespielt haben, kann nur vermutet werden.

Zu Mayweather‘s Lieblingsspielzeugen hat der Koenigsegg ohnehin nicht gehört. Der Tacho hat weniger als 2.000 Meilen auf der Uhr. Dabei ist der Trevita es wert mal richtig ausgeführt zu werden. Der kombinierte Ethanol/Benzin-Betrieb katapultiert das Geschoss auf 402 km/h und bei 5600/min wuchten wahnwitzige 1.060 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Nach 8,75 Sekunden fällt bereits die 200 km/h-Marke. Um diese ungezähmte Wucht in Zaum zu halten, sind Karbon-Keramik-Bremsen und ein adaptives Fahrwerk gerade gut genug und wenn es mal entspannt angehen will, kann man immer noch das Dach aus den Angeln heben und den V8-Biturbo gemütlich seine Arbeit verrichten lassen.

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