Mit den großen Geländewagen der Marke Land Rover fahren Automobile auf unseren Straßen, die kaum mehr polarisieren könnten. Groß, mächtig und nicht gerade grün, wird von der oft gewählten grünen Außenfarbe einmal abgesehen, eignen sie sich gut als Zielscheiben vermeidlicher Stammtisch-Umweltschützer. Mit dem ab kommenden Frühjahr zu Preisen ab 50.500 Euro auf den Markt kommenden neuen Land Rover Discovery schaut das ein wenig anders aus. Denn sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer sind für einen bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmenden Siebensitzer durchaus spektakulär wenig. Verantwortlich dafür ist unter anderem eine radikale Diät. Bis zu 480 Kilogramm leichter kommt die fünfte Generation des traditionsreichen Land Rover Discovery daher. Eine Aluminium-Karosserie macht es möglich.

Dass unter den strahlenden Lackschichten nicht nur gewichtsreduzierende Maßnahmen, sondern auch völlig neue Wege in puncto Design eingegangen wurden, ist hingegen schon auf den ersten Blick zu erkennen. Wer den neuen Land Rover Discovery zum ersten Mal sieht, denkt zwangsläufig: Er sieht zwar ganz anders aus als sein Vorgänger – aber er ist dennoch unverkennbar ein Discovery. Gerry McGovern, Land Rover Chief Design Officer, erklärt es so: „Die Studie Discovery Vision Concept hat die Richtung vorgegeben – hin zu einem radikal neuen Aufbruch für das Design der Discovery-Familie. Jetzt haben wir die Ideen der Studie zur Serienreife gebracht. Es entstand ein wohlproportionierter und überaus vielseitiger Familien-Geländewagen, der unseren Kunden ein überzeugendes Angebot unterbreitet.“ Und Massimo Frascella, Creative Director Exterior, ergänzt gern: „Wir haben wichtige Elemente der Discovery-DNA erhalten, wie die Stufe im Dach oder die charakteristische Form der C-Säulen. Wir haben diese Details für das 21. Jahrhundert neu aufbereitet, sodass die Neuentwicklung eindeutig als Discovery erkennbar bleibt.“

Der seit 27 Jahren auf dem Markt befindliche und von seinen Fans gern Disco genannte Land Rover ist aber nicht nur in puncto Außenhaut im 21. Jahrhundert angekommen. Ein kleiner Hinweis darauf sind sein Active Key, bis zu neun USB- und sechs Zwölf-Volt-Buchsen sowie ein 4G-Wifi-Hotspot für bis zu acht Endgeräte. Auf den bis zu sieben und sowohl per Knopfdruck, Touchscreen als auch per Smartphone umlegbaren Sitzen der zweiten und dritten Reihe können nicht nur Erwachsene einfach nur Platz nehmen. Sie können sich zudem noch ihren Allerwertesten erhitzen lassen. Der Land Rover Discovery bietet auf jedem Sitzplatz eine Sitzheizung. Gleichzeitig können bis zu fünf Isofix-Kindersitze installiert werden. Die Theaterkonfiguration der Sitzreihen, sprich je weiter hinten, desto höher wird gesessen, macht zudem deutlich, dass der traditionelle Knick im Dach nicht nur dem Design, sondern auch dem Komfort dient. Über zu wenig Platz darf sich im Innenraum des Disco zumindest niemand beklagen. Erst recht nicht, wenn es um die Kofferraumbelegung geht. Bis zu 2.500 Liter Gepäck passen hinter die erste Sitzreihe. Sind fünf Personen auf die ersten beiden Sitzreihen verteilt, sind immer noch 1.231 Liter zum Beladen verfügbar. Damit das Beladen und Einsteigen etwas einfacher ausfällt, senkt sich die Karosserie um bis zu vier Zentimeter ab.

Gleichzeitig wurde die Bodenfreiheit um 4,3 Zentimeter auf nun 28,3 Zentimeter angehoben. Und auch die Wattiefe hat sich signifikant aus 90 Zentimeter erhöht. Da können die beiden Pferde im bis zu 3,5 Tonnen schweren Anhänger schon mal nasse Hufe bekommen. Um den Vierbeinern möglichst schnell wieder Auslauf zu gewähren, verfügt der neue Land Rover Discovery über einen erweiterten Anhängerassistenten, der das Rangieren zum Kinderspiel werden lässt. Wird hingegen weiterhin durch Schnee und Matsch pilotiert, sorgt das Terrain Response 2-System entweder per gewähltem Programm oder selbst im Automatikmodus für einen sorgenfreien Vortrieb. Für den Antrieb kommen drei Diesel- und ein Benzinmotor zum Einsatz. Der mit 180 PS schwächste Dieselmotor holt seine Kraft aus einem zwei Liter großen Vierzylindermotor. Sein Spritverbrauch: 6,0 Liter auf 100 Kilometer. Mit 6,3 Litern nur unwesentlich durstiger kommt der 240 PS und 500 Newtonmeter starke Sd5-Vierzylinder mit zwei Turboladern aus. Der Top-Diesel, bei Land Rover Td6 genannt, holt 258 PS und 600 Newtonmeter aus sechs Zylindern. Der einzige Benziner ist ein 3,0 Liter großes V6-Aggregat mit 340 PS und 450 Newtonmeter, die er an bis zu 22 Zoll große Räder weiterleitet.