| von Wolfgang Gomoll

Land Rover hat gerne eine ganz eigene Sicht der Dinge. Auch wenn die Zeiten, in denen man sich mit einem Defender täglich durch Dreck und Schlamm wühlte, vorbei sind, steht die Offroad-Fähigkeit bei den Briten nach wie vor ganz oben im Lastenheft. Auf die Frage, was denn den Discovery Sport P300e PHEV und den Evoque P300e PHEV gegenüber anderen Fahrzeugen mit ähnlichen Antriebskonzepten auszeichnet, gibt es auch die dementsprechende Antwort. "Wir wollten bei diesen beiden Autos die Land-Rover-DNA beibehalten", sagt Techniker Chris Carey. Also haben die beiden Autos eine dementsprechende Bodenfreiheit - beim Discovery Sport sind es 17,2 Zentimeter und beim kleineren Bruder Evoque sind es sogar vier Zentimeter mehr. Beide haben dank des Elektromotors an der Hinterachse auch einen Allradantrieb - allerdings nicht permanent.

Der Antriebsstrang ist bei beiden Modellen des britischen Autobauers identisch: An der Vorderachse werkelt ein kleiner 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 147 kW / 200 PS, während hinten ein Elektromotor mit 80 kW / 109 das Kommando hat. Gemeinsam ergibt das eine Systemleistung von 227 kW / 309 PS. "Grundsätzlich ist die E-Maschine die Hauptantriebsquelle" sagt Chris Carey. Die Kraft für den Elektroantrieb kommt von einer 15-Kilowattstundenbatterie, was für eine elektrische Reichweite von 68 Kilometern (Evoque) beziehungsweise 64 km (Discovery) gut ist. Maximal können beide mit 32 Kilowatt geladen werden; dann sind die Akkus bis zu 80 Prozent innerhalb von 30 Minuten gefüllt. An einer Haushaltssteckdose sind es 6:42 Stunden und an einer sieben Kilowatt starken Wallbox reduziert sich die Zeit auf 1:24 Stunden.

Drei Fahrmodi stehen zur Auswahl: Hybrid, Save (Batterieladung wird beibehalten) und der rein elektrische EV-Modus. Der Vorderradantrieb schaltet sich nur dann in das Vorankommen ein, wenn Traktion oder die höchstmögliche PS-Kraft benötigt wird und wenn die Batterie leer ist. Bei Land Rover ist man besonders stolz darauf, dass man alle Hochvoltkomponenten plus einen 57 Liter fassenden Benzintank im Unterboden verstaut hat. Damit senkt sich der Fahrzeugschwerpunkt gegenüber den Brudermodellen um sechs Prozent und ermöglicht eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Außerdem bleiben die Platzverhältnisse im Vergleich zu den Modellen mit konventionellen Antrieben unverändert. Rein elektrisch beträgt die Höchstgeschwindigkeit 135 km/h, allerdings können die beiden Plug-in-Hybride nicht segeln. Maximal ist der Discovery Sport P300e 209 km/h und der Evoque P300e sogar 213 km/h schnell. Die 100-km/h-Marke erreicht der Evoque nach 6,4 Sekunden und schlägt den Discovery Sport so um 0,2 Sekunden.

Auch ein "Ein-Pedal-Fahren", also ein automatisches Rekuperieren, sobald man vom Gas geht, oder das Definieren der Rekuperationsstärke per Lenkradwippe, findet nicht statt. Dazu nutzen die beiden Modelle ein Brake-by-Wire-System, das mit maximal 0,2 g regenerativ verzögert. "Wir haben uns auf eine konstante und gut dosierbare Bremsleistung konzentriert", erklärt Chris Carey. Auch dem Dreizylindermotor haben die englischen Ingenieure unter anderem durch besondere Motorlager akustische Manieren beigebracht. Neben einem Gewichtsvorteil von 37 Kilogramm gegenüber einem Vierzylinder soll dieses Triebwerk auch durch eine reduzierte Reibung sowie einem in den Zylinderkopf integrierten Abgaskrümmer (Erwärmung) sehr effizient agieren. Als Getriebe kommt ein Achtganggetriebe zum Einsatz. Der Evoque P300e genehmigt sich im Schnitt 1,9 Liter pro 100 Kilometer, beim Discovery sind es 0,1 l/100 km mehr. Der Range Rover Evoque P300e PHEV kostet ab 50.750 Euro und der Land Rover Discovery Sport P300e PHEV 49.250 Euro.

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