„Wir haben wichtige Elemente der Discovery-DNA erhalten, wie die Stufe im Dach oder die charakteristische Form der C-Säulen. Wir haben diese Details für das 21. Jahrhundert neu aufbereitet, sodass die Neuentwicklung eindeutig als Discovery erkennbar bleibt“, schwärmt Massimo Frascella. Der Creative Director Exterior aus dem Hause Jaguar Land Rover steht dieser Tage in den unendlichen Weiten des US-Bundesstaates Utah und kann sich kaum sattsehen am neuen Land Rover Discovery. Umgeben von im Laufe von Millionen von Jahren rund- und weichgewaschenen Felsformationen, wirkt die fünfte Generation des unter Land Rover-Fans Disco genannten SUV fast schon wie Zuhause. Denn irgendwie scheinen beide, die uralten Felsen und der stählerne Riese, in puncto Design etwas gemein zu haben. Allerdings hat es beim Disco gerade einmal 28 Jahre gedauert, bis aus dem rauen und vor allem kantigen Zugpferd ein moderner und ansehnlicher Pracht-Hengst geworden ist.

Bemerkenswert dabei ist, dass er trotz des großstadttauglichen Designs nichts von seiner ursprünglichen Stärke verloren hat – in der Automobilindustrie wird seit Jahren von der DNA gesprochen. Er kann 3,5 Tonnen an den Haken nehmen, 2.500 Liter Gepäck und bis zu sieben Erwachsene auf beheizten Einzelsitzen in sich aufnehmen. Den Zeichen der Zeit folgend verfügt er über ein halbes Dutzend 12V-Ladebuchsen, neun USB-Ports und bietet acht Endgeräten Zugang zum 3G-WiFi-Hotspot. Und während alle acht Passagiere in ihren digitalen Welten surfen, kann der Fahrer dank der Wattiefe von 90 Zentimeter es ihnen in der realen Welt gleichtun. Dass der neue Land Rover Discovery der fünften Generation Wege abseits der befestigten Straße meistert, wo selbst Wanderer an ihre Grenzen stoßen, sei an dieser Stelle nur kurz am Rande erwähnt. Denn so irrwitzig eine Fahrt im Schneckentempo-Grenzbereich auch ist, so wenige Kunden werden ihn selbst jemals am eigenen Leib erfahren. Um die Kinder zur Schule und zu ihren Hobby-Sportstätten zu fahren, dafür ist er aber natürlich auch geeignet. 

Und dass er nicht nur dazu geeignet ist, sondern er seine Insassen in nahezu völliger Ruhe und Gelassenheit von A nach B transportiert, dürfte ausnahmsweise einmal jeden Kunden interessieren. Ob Abenteurer oder Soccer Mom – das lautlose Dahingleiten im fahrenden IT-Büro hat schon was Entspanntes. Dass entschleunigtes Fahren nicht in jeder Situation von Vorteil ist, spürt sein Fahrer hingegen beim ersten Überholvorgang auf der Landstraße. Denn wenn selbst 240 PS aus einem 2,0 Liter großen Vierzylindermotor nicht mehr ausreichen, um mal eben an einem rollenden Verkehrshindernis vorbeizuziehen, braucht es nicht viel Phantasie um zu wissen, woran dies liegen kann. Fast 2,2 Tonnen bringt der ab 54.400 Euro teure Land Rover Discovery mit seinem SD4-Dieselmotor auf die Waage. Disco-Kenner werden an dieser Stelle allerdings sagen „Mensch, das ist ja fast‘ ne halbe Tonne weniger als vorher!“ – und haben völlig Recht. Mit Ausnahme der deutschen Autobahn und der ab und an mal vorhandenen Möglichkeit die potenziellen 207 Kilometer pro Stunde tatsächlich einmal auszufahren und dem einen oder anderen spontanen Überholvorgang braucht kein Land Rover Discovery-Fahrer mehr als dieses Aggregat. Zumal der Normverbrauch von 6,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern selbst den größten SUV-Kritikern den Wind aus ihren Protest-Segeln rauben dürfte.

Neben dem lautlosen Dahingleiten überzeugt der neue Land Rover Discovery der fünften Generation durch seine spielend leichte Bedienung, seine ausgezeichnete Federung und einer aufgrund seiner Größe überraschenden Übersichtlichkeit. Bei einer Länge von 4,97 Meter und einer Breite von 2,07 Metern darf hier ausnahmsweise tatsächlich mal von einer Überraschung gesprochen werden. Dass diese von zahlreichen Surround-Kameras und Sicherheitssystemen untermalt und unterstützt wird, ist natürlich auch klar. Diesbezüglich braucht sich der Besitzer des neuen Disco aber immerhin auch nicht verstecken. Ganz im Gegenteil. Wer auf dem Parkplatz ein wenig Eindruck schinden möchte, lässt einfach die Heckklappe offen, zückt sein Smartphone und spielt ein wenig Sitz-Ballett. Neben einigen sehr technischen Applikationen, gibt es eben jene, mit dessen Hilfe fast jeder Einzelsitz per Fingertipp umgelegt und auch wieder aufgerichtet werden kann. Im Zweifel lässt sich so noch von der Kasse im Supermarkt die geeignetste Sitzkonfiguration zum Beladen des gewaltigen Disco-Einkaufswagens konfigurieren.