| von Stefan Grundhoff

Das Segment der rund 4,50 Meter langen Crossover könnte umkämpfter kaum sein. In der Mittelklasse steht man längst nicht mehr auf Limousine oder Kombi, sondern auf einen SUV. Der bietet jede Menge Platz, hohen Alltagsnutzen und die so begehrte hohe Sitzposition nebst einem ganzjahrestauglichen Allradantrieb. Kein Wunder, dass einer wie der Mazda CX-5 bestens ins Beuteschema so mancher Familie passt. Die Konkurrenz ist groß, doch der Mazda CX-5 hat keine echte Schwäche. Zwar fehlt eine für das Image so wichtige Sportversion oder ein staatlich subventionierter Plug-in-Hybridantrieb, doch sonst gibt es nichts zu meckern. Da der Mazda CX-5 schon länger auf dem Markt ist und noch einige Jahre die feste Größe im Modellprogramm der Japaner bleiben will, sorgt eine dezente Modellpflege für zusätzliches Begehr.

Dabei muss es nicht zwangsläufig der Diesel mit 150 oder 184 PS sein und auch der 194 PS starke Topbenziner ist nicht obligatorisch für jedermann die beste Wahl. Denn im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern kann bereits das Basismodell überzeugen - vorausgesetzt, man entscheidet sich für den Allradler. Ungewöhnlicherweise und im Gegensatz zu so manchem Konkurrenten ist der Mazda CX-5 mit seinem 121 kW / 165 PS starken Zweiliter-Vierzylinderbenziner auch in der Kombination aus Handschalter und Allradantrieb zu bekommen. Und mit dem Zweiliter - ebenfalls ungewöhnlich mit Direkteinspritzung, aber ohne Turboaufladung - ist der Mazda-SUV allemal gut motorisiert. Wer es etwas flotter will, greift zur Handschaltung und schaltet bei Bedarf einen oder gar zwei Gänge zurück, denn 213 Nm maximales Drehmoment sind bei 4.000 U/min nicht viel in der heutigen Zeit, wenn man aus unteren Drehzahlen spurten will. Etwas müde wird es allerdings ab Tempo 150, denn dann ist dem CX-5 sein Gewicht anzumerken. Allerdings sind 1,6 Tonnen Leergewicht für einen 4,55 Meter langen Allrad-SUV mit Komfortausstattung und Allradantrieb nicht viel. Aus dem Stand rennt der CX-5 in mäßigen 10,8 Sekunden auf Tempo 100, tut sich aber gerade ab 180 km/h schwer, die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h zu erreichen.

So unaufgeregt wie das Design und das Segment ist das Fahrverhalten des Mazdas, denn hier bietet der Japaner einen guten Kompromiss aus Komfort und Dynamik. Er zeigt weder Nick- noch Wankbewegungen, bietet eine gute Rückmeldung von der direkten Lenkung und sorgt so allemal für Fahrspaß, wie ihn nicht jeder Crossover in der umkämpften Mittelklasse bietet. Doch Mazda will mit dem CX-5 und speziell mit der 165 PS starken Einstiegsmotorisierung keine sportlichen Bäume ausreißen, sondern insbesondere einen sparsamen Realverbrauch bieten. Genau das tut der Skyactiv-Sauger, der trotz Allradantrieb und 19-Zoll-Bereifung 7,6 Liter Super auf 100 Kilometer benötigt. Mit dem 58 Liter großen Tank kommt man über 700 Kilometer weit.

Mäßige Serienausstattung

Am deutlichsten macht sich Modellpflege nicht beim Fahrverhalten, sondern im Innenraum bemerkbar. Endlich sind die Instrumente komplett animiert und auf dem Head-up-Display werden alle wichtigen Informationen auf die Windschutzscheibe gespiegelt. Der 10,8 Zoll große Bildschirm in der Mitte des zunehmend wertiger gewordenen Armaturenbretts ist größer und besser. Zur Referenzklasse fehlt noch ein ganzes Stück; auch weil die Funktionen nur über den Dreh-Drück-Steller auf dem Mitteltunnel und nicht auch per Touch bedient werden können. Die Sitze lassen sich vorne nicht nur elektrisch verstellen und beheizen, sondern für die warme Jahreszeit auch spürbar kühlen. Wenn die Finger im Winter einmal kalt werden sollten, hilft eine Lenkradheizung. Wie bei der Konkurrenz klappen sich beim Verriegeln des Fahrzeugs nunmehr die Außenspiegel an und die Musik tönt kraftvoller denn je aus zehn Boxen. Es sind die kleinen Details, die das Reisen im aufgefrischten Mazda CX-5 nochmals angenehmer machen.

Unverändert gut bleibt das Platzangebot vorne wie hinten und der 506 Liter große Laderaum nebst praktischer Elektro-Heckklappe, der sich durch Umlegen der Rückbank auf konkurrenzfähige 1.620 Liter erweitern lässt. Nachgelegt wurde auch bei den Fahrerassistenzsystemen mit erweiterter Fußgängererkennung, Tempomat mit Stauassistent und LED-Matrixscheinwerfern. Der Basispreis des Mazda CX-5 mit Frontantrieb in der blassen Grundausstattung liegt bei 27.690 Euro. Deutlich besser ist die 165-PS-Allradversion in der Exclusive Line, die bei 34.390 Euro startet. Dann müssen Details wie Navigationssystem (750 Euro) und Metalliclack (ab 630 Euro) jedoch noch extra geordert werden. Klimatisierte Ledersitze, LED-Licht im Innern oder Glasschiebedach gibt es nur bei der Topvariante der Sports Line.

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