Groß, schwarz, mit einer dreidimensionalen Anmutung wie Gewebe - der Trend der Automobildesigner beim Kühlergrill ist unverkennbar. Da macht auch Mazda beim Facelift des Mazda6 keine Ausnahme: Die gründlich überarbeitete Front kommt deutlich wuchtiger daher. Die Nebelscheinwerfer, beim Vorgänger wie üblich jeweils ganz unten und ganz außen links und rechts platziert, sind nun in die schmalen Scheinwerferschlitze integriert - die Voll-LED-Lichtwerfer gehören zur auch sonst ziemlich üppigen Serienausstattung.

Das Facelift ist umfangreicher ausgefallen als üblich. Der Innenraum etwa wurde komplett neu gestaltet. Die gut einstellbaren und auf Wunsch nun auch belüftbaren Sitze sind breiter und bequemer geworden, ein sieben Zoll großes, virtuelles Display gehört ebenso zur Serienausstattung wie ein gut lesbares und informatives Head-up-Display mit Projektion in die Windschutzscheibe. Der neue Schwung des Armaturenbretts fällt auf, ebenso wie die verwendeten hochwertigen Materialien. Mazda setzt dabei auf Zwei-Farben-Kontrast. Das 8-Zoll-Diplay in der Mitte des Armaturenbretts verfügt über eine gut ablesbare und präzise Navigation und ist nun auch bereit zum Anschluss von Apple und Android Smartphones.

Alle Motoren kommen jetzt mit der Abgasnormen Euro 6d-TEMP. Zur Wahl stehen drei Benzin- (107 kW/145 PS bis 143 kW/194 PS) und zwei Dieselaggregate (110 kW/150 PS und 135 kW/184 PS). Eigentlich reichen alle Motoren, um mit dem 1,7 Tonnen schweren Mazda-Flaggschiff kommod unterwegs zu sein. Er ist nun mal kein Racer, sondern ein Cruiser. Entsprechend sehen allerdings auch die Fahrwerte aus. Selbst der 184-PS-Diesel braucht trotz 445 Nm maximalem Drehmoment noch neun Sekunden, um aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen. Mitbewerber wie etwa der VW Passat oder der Ford Mondeo sind da - zum Teil deutlich - schneller bei der Sache. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h ist ok, aber kein Spitzenwert. Den Verbrauch gibt Mazda für die 184-PS-Limousine mit 4,7 Liter auf 100 Kilometer und 133 Gramm CO2 je Kilometer an. Im Alltagsgeschäft kann man den Wert getrost verdoppeln. Immerhin sorgt nun eine SCR-Abgasreinigung zusätzlich für die Reduktion der Stickstoff-Emissionen.

Der Mazda6 ist mehr noch als sein Vorgänger eine komfortable Reiselimousine. Den Geräuschpegel innen haben die Ingenieure noch einmal deutlich abgesenkt - die Bose-Soundanlage ist also kein unnützer Luxus. Die Lenkung ist präzise und nicht zu leichtgängig, die sechsstufigen Automatik arbeitet nahezu unbemerkt und ist perfekt auf die Motorleistung eingestellt. Serienmäßig ist meist eine 6-Gang-Handschaltung. Auf langen Gerade bleibt der Mazda6 ohne viel Lenkkorrekturen in der Spur, um Kurven zirkelt er wie auf Schienen. Die Federung fängt auf Autobahnen jede und auf Landstraßen fast jede Unebenheit ab, noch bevor sie den Sitz geschweige denn die verlängerte Wirbelsäule erreicht.

Für das Facelift haben die Techniker die Radaufhängung modifiziert und die Steifigkeit der Karosserie verbessert - merkbar. Und sie haben reichlich sinnvolle Assistenzsysteme in den Mazda6 gepackt, die in der Regel serienmäßig verfügbar sind.

Den Mazda6 gibt es wie gehabt als Limousine und als geräumigen Kombi, beide jeweils zum gleichen Preis. Los geht es für den mit 145 PS etwas schwachbrüstigen Benziner bei 27.590 Euro, der 184 PS starke Diesel kostet in der Automatikversion ab 40.990 Euro. Und das dann in (fast) Komplettausstattung - nur Lederausstattung, Glasschiebedach und Sports-Line Plus-Paket stehen noch in der Aufpreisliste.